Einwurf (Kolumnen)
Einwurf
Wenn Frau über Fußball spricht
Ich weiß nicht, was sich der liebe Gott dabei gedacht hat. Meine vier Brüder wissen es auch nicht. Der größte Fußballfan unter uns Fünfen bin ich – ein Mädchen. »mehr
Einwurf: Ein Bayern-Sieg für 12,50 Euro?
Was kostet eigentlich ein Bayern-Sieg? Vereinspräsident Uli Hoeneß hat diese Frage in der vergangenen Woche in einem Interview unmissverständlich beantwortet: schlappe 12,50 Euro! „Wir hatten mal einen Trainer namens Jürgen Klinsmann. Da gab es Mannschaftssitzungen mit einer Powerpoint-Präsentation. Da haben wir für zigtausend Euro Computer gekauft. Heynckes hat eine Flipchart und fünf Edding-Stifte. Da kostet einer 2,50 Euro. Und da malt er auf die Tafel die Aufstellung des Gegners und sagt ein paar Takte dazu. Mit Heynckes gewinnen wir Spiele für 12,50 Euro.“ »mehrEinwurf: Das Geschwätz der Gesellschaft
Na hoppla! Nun haben also zwei ungewöhnliche Fälle medialen Aufschwung in der an Nachrichten noch eher dünnen, unspektakulären, neuen Bundesliga-Saison verursacht: Brenos Brand und Ralf Rangnicks ausgebrannter Zustand. Da beide Vorgänge indes privater, ja intimerer Natur sind, empfiehlt es sich womöglich, dazu besser zu schweigen, einfach mal den Mund zu halten – anstatt den Hobby-Psychologen oder den Weiß-Gott-wie-Betroffenen zu spielen, als Staatsanwalts-Beschimpfer oder als Generalankläger anzutreten. Sowohl Zündeleien aus Verzweiflung (wie zuletzt ja möglicherweise ähnlich in der Würzburger Altstadt!) als auch Burnout-Rückzüge sind nicht auf die Bundesliga, auf das Fußballgeschäft beschränkt, sondern obliegen der gesellschaftlichen Verantwortung. Es sind die Folgen einer Gesellschaft, deren Berufswelt in vielen Branchen immer gieriger und ausbeutender und entkräftender wird, deren Gedankenwelt immer computergesteuerter ist und deren Rund-um-die-Uhr-und-weltweit-Vernetzung immer zeitraubender. »mehr(5) Einwurf: FC Bayern muss bis 2013 warten
Tut mir leid, liebe Bayern-Fans, das mit dem Finale in der heimischen Allianz Arena wird wohl nix. Klingt ein bisschen blöd nach so einen wunderbaren Fußballabend, bei dem der FC Bayern alles gezeigt hat, was einen Titelanwärter ausmacht. »mehrEinwurf: Der Glücksfall Dieter Hecking
Was wurde nicht alles geschimpft, als Dieter Hecking in der Winterpause der Saison 2009/2010 beim abstiegsgefährdeten Fußball-Bundesligisten 1. FC Nürnberg das Traineramt von Michael Oenning übernahm: ein Langweiler sei der neue Coach – kein Charisma, kein Esprit, keine Ausstrahlung. Selbst ein Trainer namens Lothar Matthäus wäre damals so manchem Club-Sympathisanten lieber gewesen als dieser farblose Polizist, Ex-Profi und fünffache Vater aus Bad Nenndorf bei Hannover. »mehrEinwurf: Variationen über eine Brandrede
Gab es sie nun, die Brandrede von Uli Hoeneß in der Bayern-Kabine, oder gab es sie nicht? Die Aussagen dazu lagen fast so weit auseinander wie die Bewertungen des Spiels gegen Zürich. »mehrEinwurf: Ungeliebtes Tafelsilber
Bleibt Raúl ein Schalker? Gegen welches Leibchen tauscht Diego sein Wolfsburger? Personal-Schiebereien nach Saisonbeginn sind eine Unsitte. Beispiele gibt's zuhauf, wie das skurrile des Frankfurters Marco Russ, der nur im ersten Spiel auflief, um dann für sich und die Eintracht gewinnbringend nach Wolfsburg zu wechseln. »mehrEinwurf: Felix Gernegroß
Samstag, 6. August: Der VfL Wolfsburg hat zum Bundesliga-Auftakt mit 3:0 beim 1. FC Köln gewonnen. Wir belauschen den (gerne)großen Trainer Felix Magath hernach im Interview: „Bla, bla, bla, schwätz, lob, bla, bla, Erfolgserlebnis, bla, schwätz, lob, bla, bla, großartig, lob, lob, schwätz, blubber, blablabla, toller Start, lob, lob, eigenlob, brabbel, brumm, blablabla, nach dem Pokal-Aus reagieren, blubberdiblub, blabla, bla, schwätz, schwätz, schwätz, andere taktische Formation, lob, lob, eigenlob, lob, blubber, schwätz, blabla, extra Portion Motivation, lob, lob, eigenlob, bla, schwätz, blubberdiblubb . . . »mehrEinwurf: Eine Antwort auf viele Fragen
Joachim Löw und seine Nationalmannschaft haben in Stuttgart nicht nur gegen Brasilien gewonnen. Sie haben mit ihrem famosen Auftritt auch einige Debatten erstickt, die in den aufgeheizten Tagen vor der Partie hochgekocht waren: Michael Ballack beispielsweise. Über die Art und Weise, wie der einstige Kapitän aus der DFB-Elf komplimentiert worden ist, mag weiterhin trefflich zu streiten sein. Das ändert jedoch nichts am Fakt, dass diese Mannschaft längst ohne ihren alternden Star auskommt. Es ist der Fußball einer anderen Generation, der sich da gerade in die Herzen der Fans spielt. »mehrEinwurf: Mit dem Zweiten schläft man besser
Der erste Absteiger der Saison steht schon fest: Die Mainzer boten zum Bundesliga-Auftakt eine ganz schwache, weil alt- und hausbackene Leistung, die mit den Worten zweitligareif treffend beschrieben ist. Stieß schon eine Entscheidung aus der vergangenen Saison – die Anstoßzeit wurde auf zuschauerunfreundliche 23 Uhr verschoben – bei einigen Fans auf reichlich Unverständnis, ärgerte sich nun am späten Samstagabend so mancher Fußball-Anhänger auf den Sofa-Rängen über eine unterirdische Darbietung des ZDF-Teams von Trainerin Katrin Müller-Hohenstein: Sportstudio 21. »mehrEinwurf: Warum uns Poldi nicht wurscht ist
Das kann ja heiter werden. „Prinz Poldi kein Kapitän mehr“, „Oliver Pocher als Moderator zu Sky“ und – als hätte das nicht schon gereicht – jetzt auch noch „Großkonzerne drängen regionale Caterer aus den Bundesliga-Stadien“. Die Schlagzeilen vor dem Start in die 49. Bundesliga-Saison lassen einiges befürchten. Aber immer schön der Reihe nach. »mehrEinwurf: Eine Frage des Vertrauens
Vertrauen ist das (Un-)Wort dieser Tage beim Deutschen Fußball-Bund (DFB)gut. Der Herr Löw hat's Michael Ballack genommen, der Herr Zwanziger hat's Silvia Neid gegeben. »mehrEinwurf: Unwürdiger Abschied
Nicht nur als Kapitän der Nationalmannschaft nahm Michael Ballack selten ein Blatt vor den Mund. Er war nie ein Ja-Sager, ein Mitläufer. Er war der uneingeschränkte Capitano, der es sich auch mal herausnahm, Trainer Joachim Löw zu widersprechen oder seine Mitspieler lautstark in die Schranken zu weisen. Eine Charaktereigenschaft, mit der sich Ballack nicht immer nur Freunde machte. Unstrittig jedoch auch seine Verdienste: Wenig anderen Kickern hat der deutsche Fußball derart viel zu verdanken wie Michael Ballack. Einen solchen Abschied aus der Nationalmannschaft hat der 34-Jährige wirklich nicht verdient. Rosenkrieg hin oder her – sollten nur einige der Vorwürfe zutreffen, die der Ex-Kapitän gegen den DFB erhebt, hat der Verband wenig Fingerspitzengefühl bewiesen: Einem 98-fachen Nationalspieler teilt man nicht lapidar mit, dass man nicht mehr mit ihm plant. Schon gar nicht per SMS. »mehrEinwurf: Nebel-Taktik in Königsblau
Es wäre doch so einfach gewesen: Auf sämtliche Fragen zum Thema „Möglicher Wechsel von Nationaltorhüter Manuel Neuer zum FC Bayern München“ hätten die Schalker Spieler und Verantwortlichen nach dem souveränen Pokalgewinn im Berliner Olympiastadion sagen können: „Ja, er geht.“ oder „Heute wird gefeiert, alles andere interessiert uns nicht. Am Dienstag können Sie uns zu diesem Thema wieder fragen, dann gibt's eine klare Antwort.“ Aus, Ende. »mehrEinwurf: Der nette Herr Ismaik
Einwurf Herr Ismaik scheint ein netter Mann zu sein. Feiner Anzug, randlose Brille, mopsige Bäckchen – ein sympathisches Äußeres. Was sich dahinter verbirgt, wissen wir nicht. »mehrEinwurf: Dem Magier geht die Magie aus
Ein Blick in ein Lexikon ist oftmals hilfreich. Zur Frage, was ein Magier ist, wirft die freie Internet-Enzyklopädie „Wikipedia“ Folgendes aus: Magier ist vom Griechischen „mageia“ abgeleitet, was für Zauberei, Gaukelei und Blendwerk steht. Das Wort stammt aus dem Volk der Mager, die im zoroastrischen Glauben als besonders gute Traumdeuter galten. Zwei Fußball-Träume könnten bald in Wolfsburg und Frankfurt zerplatzen, denn Rituale, Beschwörungsformeln und andere magische Praktiken helfen in der harten Realität des Profifußballs wenig: Am Ende der Saison zählen nur die Punkte. Felix Magath in Wolfsburg und Christoph Daum in Frankfurt wird in der bundesligaüblichen medialen Überhöhung seit längerem „Magier“-Status zugebilligt. Sie wurden bei ihrem Amtsantritt wie die größten Zauberer aller Zeiten gefeiert, bei Christoph Daums Einstieg in Frankfurt übertrug der hessische Rundfunk das Training live, nach Felix Magaths Blitzwechsel von Schalke 04 zurück zum VfL, den er 2009 zum Meistertitel coachte, kamen 1500 Fans, ein Baby wurde ihm auch gleich in den Arm gedrückt als sei er der Papst persönlich. Dass sich in Gelsenkirchen alle vor Magaths schwarzer Magie fürchteten, interessierte vor einem Monat in Niedersachsen keinen. »mehrEinwurf: Geisterspiel als gerechte Strafe
Der FC St. Pauli gilt gemeinhin in der Republik als ein besonders sympathischer Fußballklub mit Fans, die etwas lustiger – oder sagen wir einfach – anders sind als andernorts. Dieses Image hat seit dem Becherwurf auf einen Linienrichter beim Spiel gegen Schalke und dem folgenden Spielabbruch gelitten. Jetzt wehren sich die Anhänger des Kiez-Klubs mit Händen und Füßen gegen ein Geisterspiel. Weil sie sich „nicht alles gefallen lassen“, wie Teammanager Christian Bönig sagt. Es dürften nicht alle Fans für die Unvernunft – ja, nennen wir es Dummheit – eines Einzelnen büßen, so argumentieren sie in Hamburg. Und es war doch nur ein Bierbecher! »mehrBoxengeflüster: Frauen denken praktischer!
Frauen spielen in den meisten Formel-1-Teams nur eine untergeordnete Rolle, tauchen eher im Catering, maximal in der PR- und Pressearbeit auf, aber nicht im oberen Management. Eine Ausnahme bildet Monisha Kaltenborn, die Anwältin mit österreichisch-indischen Wurzeln ist seit gut eineinhalb Jahren Geschäftsführerin des Schweizer Sauber-Teams, vertritt auch oft Teamchef Peter Sauber an der Strecke, so wie jetzt in Malaysia – und ist dann eine große Ausnahme bei Pressekonferenzen oder auch gemeinsamen Sitzungen der Teambosse. »mehrEinwurf: Sportlich top, Sponsor Flop!
Sportlich top, Sponsor Flop! Der 1. FC Nürnberg ist trotz des Bundesliga-Höhenflugs in die Kritik geraten. Der Grund ist Hauptsponsor „Areva“, für den der Tabellensechste auf seinen Trikots wirbt. Der französische Energiekonzern – größter deutscher Standort ist Erlangen – ist Weltmarktführer auf dem Gebiet der Nukleartechnik, Zulieferer für Kernkraftwerke, baut Reaktoren, betreibt in Frankreich die Wiederaufbereitungsanlage La Hague und ist auch für die Castor-Transporte zuständig, die von dort nach Gorleben rollen. »mehrEinwurf: Kein Mann fürs Schrille
Es gibt Schlagzeilen-Produzenten in der Fußballszene, die uns mit ihrem Wirken viel Kurzweil beschert haben. Etwa Lothar Matthäus mit seinem Liebesleben, Stefan Effenberg mit seinem Liebesleben oder aber Franz Beckenbauer mit seinem Liebesleben. Doch nicht allein Scheidungen und Seitensprünge bringen Sportler oder solche, die's mal waren, auf die Seiten bunter Blätter, auch Wettbetrügereien, Alkohol- oder Drogenabusus können den Bekanntheitsgrad erhöhen. Und wer es mit all diesen Dingen nicht geschafft hat, auf sich aufmerksam zu machen, der kann es auch eine Nummer kleiner haben – kann Medien nutzen, etwa um die Unfähigkeit seines Trainers oder die Leidenschaftslosigkeit des eigenen Publikums zu geißeln. »mehrAnzeige
"Verdammt lang her"
Interview-Serie
Sport-Stars von einst, heute (fast) vergessen: Wir lassen Sie wieder zu Wort kommen. »mehr
Aktion "Fair ist mehr"
Melden Sie Ihren Favoriten
Wer ist für Sie preisverdächtig? Geben Sie Tipps und lesen Sie alles über unsere Aktion. »mehr

Wetter












