aktualisiert: 18.08.2011 22:01 Uhr
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Einwurf: Variationen über eine Brandrede
Gab es sie nun, die Brandrede von Uli Hoeneß in der Bayern-Kabine, oder gab es sie nicht? Die Aussagen dazu lagen fast so weit auseinander wie die Bewertungen des Spiels gegen Zürich.
Arjen Robben bestätigte den Halbzeit-Besuch des Präsidenten zumindest indirekt: „Das ist Emotion, das gehört zum Fußball.“ Hört sich an, als habe der Präsident die Spieler ziemlich lautstark an ihre Pflichten erinnert.
Variante zwei kam von Torwart Manuel Neuer: „Er war da, aber er hat nichts gesagt.“ Schwer vorstellbar für den, der Hoeneß bei vergebenen Chancen mit puterrotem Kopf von seinem Tribünensitz aufspringen sah.
Version drei lieferte Kapitän Philipp Lahm: „Er war da, aber nicht dort, wo die Spieler sind. Bei uns ist die Kabine größer als anderswo.“ Genau 65,5 Quadratmeter nämlich, wie die Homepage das Allianz-Arena verrät – aber eigentlich ohne stille Ecken und Winkel.
Die Variation Nr. 4 kam von Trainer Jupp Heynckes: „Ich habe ihn nicht in der Kabine gesehen. Und ich hätte das ja mitbekommen müssen.“ Außer, Heynckes war zu versunken in seine eigene Halbzeit-Analyse.
Hoeneß selbst wurde hinterher nur von einer Münchner Zeitung befragt: „Nein, ich war nicht in der Kabine.“ Ein Dementi, aber über etwaige Aussagen in Richtung Spieler beinhaltet es nichts.
Ja was denn nun? Der Eiertanz riecht nach versuchter Schadensbegrenzung. Die Sorge des Präsidenten um ein rufschädigendes und kostspieliges Champions-League-Aus war nach der laxen ersten Hälfte der Mannschaft allzu verständlich. Sollte Hoeneß aber beim gerade mal vierten Pflichtspiel der Saison schon in die Kabine geeilt sein, würde das die Autorität des Trainers Heynckes untergraben. Schließlich ist der nicht nur fürs viel gepriesene neue Wohlfühlklima, sondern auch für Kopfwäschen zuständig.

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