publiziert: 08.08.2012 19:31 Uhr
aktualisiert: 08.08.2012 19:32 Uhr
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LONDON
Das Traumschiff inmitten der Stadt
Mittwoch, 8. August
0.15 Uhr: ….ta-ta-ta-taaaa – auf dem „Traumschiff“ bin ich gewesen (lesen Sie nach am Ende von Dienstag, 7. August!). Dem echten natürlich. Ich muss gestehen, früher hab ich das im ZDF an Neujahr, aber nur an Neujahr, immer gern geschaut, inzwischen geht das aber auch nicht mehr.
0.16 Uhr: Ach so, muss ja erklären warum ich auf dem Traumschiff gewesen bin, der „MS Deutschland“ (kann mir jemand erläutern, warum es das Motorschiff heißt, aber die MS Deutschland/Europa und so weiter?) – auf Einladung eines großen Autobauers im dort eingerichten „Champions Club“, einer Art Luxus-Zweigstelle des Deutschen Hauses. Vielen Dank dafür! Bei etlichen Spielen wird die Hotel- und Herbergssuche auch dadurch um eine nicht ganz kostenlose Variante erweitert, dass die größten Nationen jeweils ein großes Schiff vor Anker legen. Das war die „MS Deutschland“ schon mal 2000 in Sydney, und mein Stuttgarter Lieblingskollege Wolf und ich hatten dort einen unwiederbringlichen Abend aus ähnlichem Anlass bis vier morgens, tief in meinem Gedächtnis verankert! 2004 in Athen war’s eine der AIDA, in Peking gab’s derweil aus geographischen Erwägungen kein Kreuzfahrtschiff. Nun wieder die „MS Deutschland“, auf der die deutschen Olympioniken nach den Spielen auch gemeinsam zu einer Willkommens-Party im Hamburger Hafen schippern werden.
0.17 Uhr: Ach so, ich sollte erklären, warum ich schon auf dem Heimweg bin? Weil der Abend mit Sydney 2000 keinem Vergleich standhält. Das Interessanteste war die Lage des Riesenkreuzers in einem kleinen Sackkanal der Docklands inmitten der Wolkentürme von Canary Wharf drum herum. Irre! Und unglaublich, dass oder wie der Kapitän dort hineingekommen ist. Enger kann es der fahrlässige Italo-Kollege letztes Jahr vor der Insel Giglio auch nicht gehabt haben. Solche Schiffe sind ja so schon Monstren, aber in der Londoner Bankenkulisse wirkt’s noch gewaltiger.
0.55 Uhr: Als ich in der Amersham Road ankomme, erfahre ich, dass Diskus-Goldjunge Robert Harting soeben der MS Deutschland einen Besuch abstattet. Das wär’s gewesen – aber Tischtennis fängt früh genug an.
1.05 Uhr: Lolita faucht mich beim Fressen an, hab ich sie also gestört, und zischt ab.
8 Uhr: Heute kein Tan’s, muss zum Tischtennis.
8.10 Uhr: Dummerweise sieht soich die journalistische Wohngemeinschaft in dieser zweiten Woche nur äußerst sporadisch. So ist das halt im olympischen Hauptbetrieb.
8.20 Uhr: Beim Tee fällt mir auf, dass ich schon eine viel zu lange Weile nicht auf ein Getränk in der City gewesen bin. „St Stephen’s Tavern“ (lesen Sie nach unter Mittwoch, 25. Juli!) will ich auf alle Fälle nochmal für ein Kaltgetränk besichtigen. Ist ne knappe Woche noch Zeit dafür.
8.25 Uhr: Othello stellt sich heute Morgen auch etwas tapsig an. Wahrscheinlich muss er irgendeine nächtliche Diskussion mit Lolita verarbeiten.
9.05 Uhr: Der „Overtrain“-Zug zur Umsteigestation Canada Water (dort geht’s in die „Jubilee Line“ und ab Cannick Town dann per „DLR“ weiter) fährt mir einen Meter fünfzig vor der Nase weg. Die Viertelstunde Warten ist nicht der Grund dafür, warum ich denke, dass sich mit jedem Tag dieses Lebens auch bei mir die Zahl der Leute erhöht, bei deren Äußerungen man nur denkt, meine Güte, Himmel hilf!
10 Uhr: Das „ExCel“ ist mir ja fast schon vertraut.
14 Uhr: Bronze für Deutschland. Deutsches Gold fehlt mir diesmal noch, da muss noch was her!
15.15 Uhr: Hab extra so lange gewartet, bis endlich die meisten Kollegen weg sind, darunter nicht nur Lieblingskollegen, um Timo Boll im kleinen Kreis nach seinem besten Freund Dirk Nowitzki zu befragen. Unglaublich – Timo wusste auch nicht von Dirks Hochzeitstermin. Immerhin hat er zum „Einfach Er“-Buch (kleine Werbung: es gibt noch kleine Restbestände, also ran an den Speck, Herrschaften!) über seinen Freund einen Extra-Promi-Kommentar verfasst, was ich sehr nett und keineswegs selbstverständlich von ihm fand.
17.30 Uhr: Bleibe in Ermangelung einer persönlichen deutschen Medaille zum Schreiben des großen Tischtennis-Beitrags für die Zeitung in der vor lautem Chinesenkreischen erbebenden Halle sitzen, statt in den ruhigeren Presse-Arbeitsbereich umzuziehen. Sehe, na logisch, die Chinesen im Finale siegen, aber einige fantastische Ballwechsel, wie ich sie noch nie erlebt habe. Hammermäßige Abfolgen und Schnitte und Aufschläge, da merkt man den Unterschied zum eigenen früheren Gestochere an der nicht mehr überall grünen, sondern blauen Platte.
18.30 Uhr: Coldplay, wunderbar! U 2, auch in Ordnung! Dann läuft allen Ernstes und erstmals „We Are The Champions“ – geh fort!
19 Uhr: Treffe nachher im Deutschen Haus Michael Ilgner, den Ex-Würzburger und -Schweinfurter Wasserballer. Mittlerweile ist er zwar immer noch ein feiner Kerl, aber Geschäftsführer der Deutschen Sporthilfe. Quasi der Josef Neckermann von heute. Dies verlangt einem immer wieder Respekt ab!
19.05 Uhr: Langsam wird es ja auch ernst mit der Würzburger Eintages-Invasion, am Freitag soll der große Tag sein. Auch ich werde Besuch bekommen. Dazu reicht es jedoch völlig, wenn Sie morgen mehr erfahren.
0.15 Uhr: ….ta-ta-ta-taaaa – auf dem „Traumschiff“ bin ich gewesen (lesen Sie nach am Ende von Dienstag, 7. August!). Dem echten natürlich. Ich muss gestehen, früher hab ich das im ZDF an Neujahr, aber nur an Neujahr, immer gern geschaut, inzwischen geht das aber auch nicht mehr.
0.16 Uhr: Ach so, muss ja erklären warum ich auf dem Traumschiff gewesen bin, der „MS Deutschland“ (kann mir jemand erläutern, warum es das Motorschiff heißt, aber die MS Deutschland/Europa und so weiter?) – auf Einladung eines großen Autobauers im dort eingerichten „Champions Club“, einer Art Luxus-Zweigstelle des Deutschen Hauses. Vielen Dank dafür! Bei etlichen Spielen wird die Hotel- und Herbergssuche auch dadurch um eine nicht ganz kostenlose Variante erweitert, dass die größten Nationen jeweils ein großes Schiff vor Anker legen. Das war die „MS Deutschland“ schon mal 2000 in Sydney, und mein Stuttgarter Lieblingskollege Wolf und ich hatten dort einen unwiederbringlichen Abend aus ähnlichem Anlass bis vier morgens, tief in meinem Gedächtnis verankert! 2004 in Athen war’s eine der AIDA, in Peking gab’s derweil aus geographischen Erwägungen kein Kreuzfahrtschiff. Nun wieder die „MS Deutschland“, auf der die deutschen Olympioniken nach den Spielen auch gemeinsam zu einer Willkommens-Party im Hamburger Hafen schippern werden.
0.17 Uhr: Ach so, ich sollte erklären, warum ich schon auf dem Heimweg bin? Weil der Abend mit Sydney 2000 keinem Vergleich standhält. Das Interessanteste war die Lage des Riesenkreuzers in einem kleinen Sackkanal der Docklands inmitten der Wolkentürme von Canary Wharf drum herum. Irre! Und unglaublich, dass oder wie der Kapitän dort hineingekommen ist. Enger kann es der fahrlässige Italo-Kollege letztes Jahr vor der Insel Giglio auch nicht gehabt haben. Solche Schiffe sind ja so schon Monstren, aber in der Londoner Bankenkulisse wirkt’s noch gewaltiger.
0.55 Uhr: Als ich in der Amersham Road ankomme, erfahre ich, dass Diskus-Goldjunge Robert Harting soeben der MS Deutschland einen Besuch abstattet. Das wär’s gewesen – aber Tischtennis fängt früh genug an.
1.05 Uhr: Lolita faucht mich beim Fressen an, hab ich sie also gestört, und zischt ab.
8 Uhr: Heute kein Tan’s, muss zum Tischtennis.
8.10 Uhr: Dummerweise sieht soich die journalistische Wohngemeinschaft in dieser zweiten Woche nur äußerst sporadisch. So ist das halt im olympischen Hauptbetrieb.
8.20 Uhr: Beim Tee fällt mir auf, dass ich schon eine viel zu lange Weile nicht auf ein Getränk in der City gewesen bin. „St Stephen’s Tavern“ (lesen Sie nach unter Mittwoch, 25. Juli!) will ich auf alle Fälle nochmal für ein Kaltgetränk besichtigen. Ist ne knappe Woche noch Zeit dafür.
8.25 Uhr: Othello stellt sich heute Morgen auch etwas tapsig an. Wahrscheinlich muss er irgendeine nächtliche Diskussion mit Lolita verarbeiten.
9.05 Uhr: Der „Overtrain“-Zug zur Umsteigestation Canada Water (dort geht’s in die „Jubilee Line“ und ab Cannick Town dann per „DLR“ weiter) fährt mir einen Meter fünfzig vor der Nase weg. Die Viertelstunde Warten ist nicht der Grund dafür, warum ich denke, dass sich mit jedem Tag dieses Lebens auch bei mir die Zahl der Leute erhöht, bei deren Äußerungen man nur denkt, meine Güte, Himmel hilf!
10 Uhr: Das „ExCel“ ist mir ja fast schon vertraut.
14 Uhr: Bronze für Deutschland. Deutsches Gold fehlt mir diesmal noch, da muss noch was her!
15.15 Uhr: Hab extra so lange gewartet, bis endlich die meisten Kollegen weg sind, darunter nicht nur Lieblingskollegen, um Timo Boll im kleinen Kreis nach seinem besten Freund Dirk Nowitzki zu befragen. Unglaublich – Timo wusste auch nicht von Dirks Hochzeitstermin. Immerhin hat er zum „Einfach Er“-Buch (kleine Werbung: es gibt noch kleine Restbestände, also ran an den Speck, Herrschaften!) über seinen Freund einen Extra-Promi-Kommentar verfasst, was ich sehr nett und keineswegs selbstverständlich von ihm fand.
17.30 Uhr: Bleibe in Ermangelung einer persönlichen deutschen Medaille zum Schreiben des großen Tischtennis-Beitrags für die Zeitung in der vor lautem Chinesenkreischen erbebenden Halle sitzen, statt in den ruhigeren Presse-Arbeitsbereich umzuziehen. Sehe, na logisch, die Chinesen im Finale siegen, aber einige fantastische Ballwechsel, wie ich sie noch nie erlebt habe. Hammermäßige Abfolgen und Schnitte und Aufschläge, da merkt man den Unterschied zum eigenen früheren Gestochere an der nicht mehr überall grünen, sondern blauen Platte.
18.30 Uhr: Coldplay, wunderbar! U 2, auch in Ordnung! Dann läuft allen Ernstes und erstmals „We Are The Champions“ – geh fort!
19 Uhr: Treffe nachher im Deutschen Haus Michael Ilgner, den Ex-Würzburger und -Schweinfurter Wasserballer. Mittlerweile ist er zwar immer noch ein feiner Kerl, aber Geschäftsführer der Deutschen Sporthilfe. Quasi der Josef Neckermann von heute. Dies verlangt einem immer wieder Respekt ab!
19.05 Uhr: Langsam wird es ja auch ernst mit der Würzburger Eintages-Invasion, am Freitag soll der große Tag sein. Auch ich werde Besuch bekommen. Dazu reicht es jedoch völlig, wenn Sie morgen mehr erfahren.
Jürgen Höpfl
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