publiziert: 10.08.2012 14:52 Uhr
aktualisiert: 10.08.2012 14:56 Uhr
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Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text London (dpa)
Lord Coe adelt Rudisha: «Beste Leistung der Spiele»

Nach einer der spektakulärsten Leichtathletik-Stunden der olympischen Geschichte war die Idee schnell geboren: Ein Duell zwischen David Rudisha, der mit dem 800-Meter-Weltrekord in 1:40,91 Minuten die London-Spiele veredelte, und dem zur Olympia-Legende gewordenen Usain Bolt.

  • Weltrekordler
    David Rudisha lief in Weltrekordzeit zum Olympiasieg über 800 Meter. Foto: Christophe Karaba
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«Wenn ich trainiere, kann ich Rudisha über 400 Meter bezwingen», sagte der Sprint-Megastar nach dem Gold-Triumph über 200 Meter und scherzte: «Wenn es mehr als 400 Meter sind, werde ich vielleicht nicht gewinnen - jedenfalls jetzt nicht.»

Auch am siebten Leichtathletik-Tag gehörte dem jamaikanischen Lauf-Entertainer die Show, die Hochachtung verdiente sich jedoch Rudisha. «Es ist für mich - und da bin ich etwas befangen - die überragende Leistung der Olympischen Spiele in London», urteilte Olympia-Chef Sebastian Coe. Den britischen Lord und ehemaligen 800-Meter-Weltrekordler hatte es förmlich vom Sitz gerissen, als der 23-jährige Massai-Krieger aus Kenia wie ein Pfeil losschoss und seine eigene Bestmarke zum dritten Mal unterbot.

«Kein anderer hat zuvor einen Weltrekord über 800 Meter ohne Tempomacher aufgestellt», stellte Weltmeister Rudisha stolz und auch verblüfft fest. «Ich dachte, es würde ein schwieriger Tag werden, aber ich war sehr entschlossen.»

Wie außergewöhnlich diese Leistung war, belegt die Geschichte. 1981 drückte Coe den Weltrekord auf 1:41,73 Minuten. Erst 18 Jahre danach unterbot der in Kenia geborene Däne Wilson Kipketer in Köln die Marke. Seine 1:41,11 Minuten blieben 13 Jahre lang unangetastet, bis Rudisha am 22. August 2010 in Berlin 1:41,09 Minuten schnell war. Die englische Zeitung «The Sun» ernannte ihn respektvoll zum «Hell-Rudi», zu deutschen «Höllen-Rudi».

«Einfach unglaublich. Das war das beste Rennen, das jemals einer gelaufen ist», staunte Steve Cram. Der Brite war der erste Läufer, der die 1500 Meter unter 3:30 Minuten lief. Wird Rudisha der Erste sein, der über 800 Meter unter 1:40 Minuten rennt? «Ich hatte schon in diesem Jahr erwartet, unter 1:40 zu bleiben», erklärte er. Der vom irischen Laienbruder Colm O'Connor trainierte Rudisha hofft, bald in eine neue Lauf-Sphäre vorstoßen zu können. Denn auch er will wie Bolt «unsterblich» werden: «Ich will eine Legende über 800 Meter werden.»

Auf dem Weg dahin hätte er aber nichts gegen einen Zweikampf mit Usain Bolt. «Seine Spezialität sind die 100 und 200 Meter und meine die 800, da können wir uns ja mal über 400 Meter treffen», sagte Rudisha, «es wäre sicher lustig, uns zuzuschauen.»

Von Andreas Schirmer, dpa
    
    

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