aktualisiert: 18.01.2012 15:08 Uhr
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KÖLN
Wettbewerb der Lena-Klone
Erster Vorentscheid zum Song Contest – Würzburger Teilnehmerin schied aus
Revolution im Casting-Staat: Beim deutschen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest werden die Kandidaten erstmals durchgängig von den Fernsehzuschauern beurteilt. Es ist eine Idee des Kölner Geschäftsmanns Stefan Raab (45).
Die Dauer-Bewertung in Form der eingeblendeten Blitztabelle machte es am Donnerstagabend beim ersten Vorentscheid von „Unser Star für Baku“ auf ProSieben möglich, dass man zum Beispiel Kandidatin Katja Petri (24) binnen drei Minuten vom letzten Tabellenplatz auf die Spitzenposition durchstarten sah. Gute Idee, die Tabelle. Und ein noch besseres Geschäft, denn schließlich muss man jeden Anruf mit 50 Cent recht teuer bezahlen.
Auch mit der Wahl des neuen Jury-Präsidenten Thomas D (43) bewies Raab eine glückliche Hand. In Outfit und Habitus ungefähr das Gegenteil von „Superstar“-Oberjuror Dieter Bohlen, überraschte der freundliche Musiker doch mit teilweise recht bissigen Kommentaren. Dem Kellner Jan Verweij (21) aus Mönchengladbach gab er mit auf den Weg: „Wenn man diesen Song singt, dann braucht man Eier, die nicht in die Hose passen.“ Salih Özcan (23) aus Nürnberg wurde nach einem verzappelten Auftritt mit dem Reim verabschiedet: „Der D bedankt sich, doch ich fürchte: Es langt nich.“
Zweitjurorin ist Frida-Gold-Sängerin Alina Süggeler (26), von der vor allem das Outfit aus grauer Jogginghose mit Stöckelschuhen in Erinnerung bleibt. Auf dem dritten Richterstuhl sitzt der unvermeidliche Stefan Raab. Ursprünglich hatte es geheißen, er wolle sich nach seinen Lena-Erfolgen aus der Eurovisionsgeschichte zurückziehen, aber nun ist er doch wieder da, lächelt gewohnt zahnlastig, bezwingt aber recht überzeugend seinen inneren Dämon, sich in den Vordergrund zu spielen. Von den zehn Kandidaten kamen am Ende fünf weiter: Shelly Phillips (20) aus dem fränkischen Coburg, Roman Lob (21) aus Neustadt (Wied) in Rheinland-Pfalz, Céline Huber (21) aus Lörrach in Baden-Württemberg, Leonie Burgmer (21) aus Essen und Katja Petri (24) aus Berlin.
Roman, ein Industriemechaniker mit Brust-Tattoo unterm Holzfällerhemd, wurde von Jury und Studiopublikum als Entdeckung des Abends gefeiert (obwohl er vor fünf Jahren schon mal bei DSDS war). Die Jury erhob sich für ihn und klatschte begeistert Beifall. Die neue Lena – ein Mann? Apropos Lena: Sie erschien in der Sendung nur ganz zu Anfang in einer Konserven-Rückschau, schien aber in Gestalt einiger Kandidatinnen wiedergeboren. Bei Twitter mehrten sich im Laufe des Abends die Klagen über Lena-Klone, wobei auch Moderatorin Sandra Rieß (25) nicht ausgenommen wurde. Am Ende setzte sich nicht Roman an die Spitze, sondern Shelly. Die letzten Voting-Minuten waren recht unübersichtlich, da vor allem Raab und Thomas D das Stimmvolk durch Zurufe wie „Vergesst mir die Leonie nicht!“ oder „Denkt an den Roman“ zu beeinflussen suchten. Fällt das noch unter das Recht auf freie Meinungsäußerung oder ist das schon Trickserei? Die Rangliste verschob sich jedenfalls sekündlich.
Auch aus Würzburg war eine Kandidatin angetreten: Yasmin Gueroui. Die 22-Jährige sang „Not fair“ von Lily Allen. Doch die Jura-Studentin konnte sich nicht durchsetzen und schied aus.
Fragt sich, ob sich das Konzept auf insgesamt acht Sendungen (bei ProSieben und der ARD) auswalzen lässt. Die Auftaktsendung hatte zwar solide 2,44 Millionen Zuschauer – in etwa so viele wie beim Start der Grand-Prix-Castingshows 2010 und 2011. Aber die Konkurrenz von „Deutschland sucht den Superstar“ und „The Voice of Germany“ liegt deutlich besser. Am 16. Februar soll feststehen, wer Deutschland im Mai beim internationale Song-Contest in Baku vertritt.
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mboerner (54 Kommentare) am 14.01.2012 12:55
Erster Vorentscheid zum Song Contestich konnte mich des eindruckes nicht erwehren, das der contest nur am rande eine rolle spielte. die angekündigte transparenz konnte ich nicht erkennen. diese vorentscheidung alla raab ist für mich die reinste gelddruckmaschine. an alle die zu viel geld haben - ruft an. |
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