aktualisiert: 22.08.2012 17:31 Uhr
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Conor Maynard: Cooler als Justin Bieber
Der 19-Jährige ist zur Zeit der angesagteste Popstar Großbritanniens
Selbstverständlich vergleicht man ihn jetzt überall mit Justin Bieber, mit wem denn auch sonst? Conor Maynard aus dem englischen Seebad Brighton ist ein smartes, nicht unwitziges und leidlich attraktives Bürschchen von 19 Jahren. Er wurde entdeckt, als er eigene Coverversionen bekannter Songs ins Internet stellte. Plötzlich sprachen ihn wildfremde Menschen auf der Straße, aber auch die Kumpels in der Schule an und waren begeistert, etwa von seiner Version von Ushers „OMG“.
Und die Musik auf seinem Debütalbum „Contrast“ ist mit ihrem hohen Energielevel und der ganzen Teenagerpower jener auf Biebers aktueller Platte nicht so wahnsinnig unähnlich. Trotzdem findet Conor, auch das ist kein Wunder, die Vergleiche mit dem kanadischen Saubermännchen eher doof. „Ich bin nicht das englische Abziehbild eines bereits existierenden Stars“, sagt er beim Interview auf einer Wiese vor dem Gebäude eines Baden-Badener Radiosenders. „Ich bin nicht Bieber. Ich bin meine eigene Persönlichkeit, und ich finde meinen eigenen Weg.“
Recht hat er. Denn: Conor ist cooler als Bieber. Im Gegensatz zum kanadischen Konkurrenten kann man sich bei Maynard vorstellen, dass er den ersten Geschlechtsverkehr bereits hinter sich hat. „Ich hatte zwei Beziehungen, die jeweils über ein Jahr dauerten und dazu einige für ein paar Wochen oder Monate“, plaudert er freimütig aus. „Zur Zeit bin ich Single, denn ich habe irre viel zu tun und könnte einem Mädchen gerade nicht die Aufmerksamkeit geben, die es verdient.“
Auf Platz Eins in die britischen Charts ist „Contrast“ eingestiegen, er ist also aktuell der heißeste Popstar der Insel. Auch bei uns läuft seine Single „Can't say no“ mit dem griffigen Refrain „Girls, girls, girls“ gut an.
Maynards Musik ist nicht übel. Frecher, gewagter als das, was man sonst so als Teenie-Pop vorgesetzt bekommt, ist sie allemal. Und auch kecker. Im an Justin Timberlake, Usher, und Michael Jackson erinnernden „Animal“ beispielsweise fordert er das Mädchen auf, ihn am Hals zu packen und nicht mehr loszulassen und ihm das Hemdchen vom Körper zu reißen. „Es gibt schon sehr dominante, forsche Frauen da draußen“, sagt über die Ausgangsidee zu diesem Stück, das er wie die meisten auf dem Album co-komponiert hat.
Auch das von Frank Ocean komponierte „Pictures“, in dem Conor Falsetto singt, ist nicht brav, sondern gewagt, suggestiv, „fast etwas anzüglich und schamlos“, so Maynard selbstbewusst.
Für die neue Single „Vegas Girl“ habe der Männerspaßfilm „Hangover“ als Inspiration gedient. „Ich war allerdings noch nicht in Las Vegas, weil die mich mit 19 noch nicht reinlassen. Blöd. Dabei weiß ich schon sehr gut, wie man Party macht und wie viel Alkohol dieser Körper verträgt.“ Er klopft sich auf den Bauch.
Auch als Schauspieler hat sich dieser unterhaltsame Teenager schon ausprobiert. In der Fußball-Soap „Dream Team“ hatte er vor Jahren eine kleinere Rolle. Aber mehr liebt er das Singen. „Ich war ungefähr sieben, als ich mit Mum beim Doktor war und mitten im Wartezimmer an zu singen fing. Da wusste sie, der Junge muss auf die Musikschule.“
Nun erwarten nicht nur die Eltern, sondern auch viele Profis der Musikbranche Großes von dem Jungen. Pharrell Williams, mit der in Miami zwei Songs schrieb und aufnahm, ist besonders begeistert und sagt. „Dieser Kerl wird die Popmusik verändern.“ Conor Maynard selbst sieht „Contrast“ so: „Ich habe ein Popalbum gemacht. Aber was ich nicht wollte, war dieses austauschbare, öde Euro-Dance-Pop. Mir war sehr wichtig, dass meine erste Platte Biss hat.“ Das ist ihm gelungen.
Jetzt muss er nur noch seine Geschlechtsgenossen von sich überzeugen, denn das dürfte über die Langlebigkeit dieser Karriere entscheiden. Wer nur Mädels als Fans hat, kann schnell wieder aus der Mode kommen. „Ich sehe ein, dass es für Jungs schwer ist, zuzugeben, mich zu mögen“, so Conor. Warum? „Weil man schnell schräg angeguckt wird.“ Immerhin: „Meine männlichen Freunde finden meine Musik richtig geil.“

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