publiziert: 14.02.2011 15:00 Uhr
aktualisiert: 15.02.2011 10:18 Uhr
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Dieser Mistaa macht sich

An diesem Samstag releast der Würzburger Rapper sein neues Album „Das Indien-Tape“
  • Er rappt seit zehn Jahren in und um Würzburg: Mistaa.
    Foto: Daniel Peter
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Mistaa findet: „Meine Raps sind besser geworden, viel besser.“ Der Würzburger, der mit bürgerlichem Namen Dominik Straub heißt, tönt ganz und gar nicht zu laut. Eher sogar zu leise. Denn nicht nur seine Raps, seine gesamte Musik hat sich seit seinem letzten Album, dem „Philippinen-Tape“ (2008), weiterentwickelt.

Und deswegen ist sein neues Werk, „Das Indien-Tape“, insgesamt besser als der Vorgänger. Der Sound ist melodischer, in allen Songs. Die Raps sind geistreicher und witziger; im Track „Interlude 2“ personifiziert er zum Beispiel den Rap als kleines Kind. Und die Stücke sind klangmalerischer: Wer sich „Drei Brüder im Zug“ anhört, fühlt sich, als säße er neben ihnen und sähe Indien vor seinem inneren Auge durchs Zugfenster vorbeiziehen.

So wie Mistaa es tatsächlich erlebt hat, als er mit seinen Brüdern im zweitbevölkerungsreichsten Land der Erde unterwegs war. Während dieser Reise hat er viele Texte geschrieben und viele Eindrücke in den zwölf neuen Tracks verarbeitet. Daher auch der Name des Albums „Das Indien-Tape“.

Mit Musik angefangen hat der heute 32-Jährige als Schüler. In der achten Klasse überredete ihn ein Freund, bei einer Schulveranstaltung mit auf die Bühne zu kommen. Der Kumpel traute sich alleine nicht. Von da an machten die beiden gemeinsam ihre ersten musikalischen Gehversuche.

Der Freund hörte irgendwann damit auf – Dominik machte weiter. Zunächst mit Band, dann alleine, trat er in bekannten Würzburger Locations auf, füllte bei seinen Konzerten Clubs und gewann Preise, etwa den „Preis für junge Kultur“ der Stadt Würzburg im Jahr 2006.

Sein Künstlername entstand unter Zeitdruck: Vor einem Konzert sollte noch ein Flyer gedruckt werden – ein Name musste her. Spontan wählte Dominik „Mistaa Audiodidacta“. Das zweite Wort fiel später weg. „Das war zu kompliziert und zu lang und es hat sowieso jeder nur Mistaa gesagt“, erklärt er. Die Musik aber blieb.

In Dominiks Leben scheint sie die einzige Konstante zu sein. Das Sonderpädagogik-Studium hat er abgebrochen. Die Gründe dafür kann er selbst nicht so genau erklären. Bereut hat der Individualist diese Entscheidung nicht. Mit den unterschiedlichsten Jobs – sogar Gärtner war er schon – verdient er seither sein Geld. Die Musik war für ihn immer ein Zuverdienst.

Zur Zeit arbeitet er sich in den Binnenschifffahrtsbetrieb seiner Eltern ein, den er vielleicht mal übernehmen will. Aber der Rapper will in Zukunft auch viel mehr Musik machen, als er das im Moment kann. Der Eisbrecher Ulla, die Würzburger Kultur-Location auf der Arte Noah im Alten Hafen hinter dem Kulturspeicher, war seine Idee. Noch bis Ende Februar gibt's dort Konzerte, Lesungen, Kino und Clubabende. Ulla sei eine klassische Frau, sagt Dominik: „Sie raubt einem die Zeit, macht tierisch viel Spaß und kann einem den letzten Nerv kosten.“ Dort steigt am Samstag ab 21 Uhr auch die Release-Party für Mistaas „Indien-Tape“.

Mehr Infos: www mistaa.de , www.ullafanblog.blogspot.com

Von unserem Mitarbeiter Benedikt Al Daimi
    
    

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