aktualisiert: 24.06.2012 12:13 Uhr
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Poppige Klänge von Maroon 5
Das neue Album ist am Freitag erschienen
Vor zwei Jahren sah es trübe aus rund um Maroon 5. Die fünfköpfige Band aus Los Angeles, die es seit gut zehn Jahren gab und die mit ihren 2002 veröffentlichten Album „Songs about Jane“ neben einer Grammy-Auszeichnung auch unzählige Platinplatten weltweit einheimsen konnte, schien ausgebrannt.
Die Songs auf dem damals dritten Album „Hands all over“ zündeten nicht mehr so recht, die Arbeit mit dem Produzenten Mutt Lange hatte die Jungs ausgelaugt, selbst Sänger Adam Levine bekundete, er wisse nicht, wie lange es Maroon 5 noch geben würde.
Plötzlich jedoch: Volle Schubumkehr. Der Frauenheld Levine bekam einen viel beachteten Nebenjob als Juror in der US-Ausgabe der TV-Castingshow „The Voice“. Parallel gelang Maroon 5 im Duett mit Jury-Kollegin Christina Aguilera der größte Singlehit der Karriere. Sogar Mick Jagger selbst soll über „Moves like Jagger“ geschmunzelt haben.
Offensichtlich hoch motiviert und erstaunlich schnell schieben die Kalifornier nun ein neues Album nach. Es heißt „Overexposed“ und macht niemandem mehr etwas vor. Statt sich in Richtung Rockmusik zu orientieren, gibt sich die Gruppe genussvoll sehr poppigen Klängen hin. Auch schreiben sie die Songs nicht mehr alle selbst – bewährte Hit-Schreiber wie Max Martin oder Ryan Tedder liefern sommerlich-lockeren und sehr modern produzierten Smartphone- und Kopfhörer-Pop für die Radiolandschaft des Jahres 2012.
Und selbst wenn Levine in einem Anfall von Nostalgie in der Single „Payphone“ darüber singt, sein Mädchen von der Telefonzelle aus anzurufen, fehlt dem Werk der Charme. „Overexposed ist mit Abstand unser poppigstes Werk“, sagt der Sänger. „Es ist sehr funky und tanzbar. Ich muss gestehen, ich empfinde dem Album gegenüber derzeit eine Art Hassliebe.“
Weniger diplomatisch zeigte sich Jesse Carmichael hinsichtlich der doch recht austauschbar und aufgemotzt klingenden Hochleistungspopmusik, die kaum noch Raum für echte Instrumente oder Gefühle lässt. Der Keyboarder, immerhin Gründungsmitglied, verließ Maroon 5 im März – er hatte keine Lust mehr, bei der computergenerierten Adam-Levine-Show betätigungslos in der Ecke herumzustehen.

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