publiziert: 02.02.2010 14:12 Uhr
aktualisiert: 18.01.2011 10:46 Uhr
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Rap gegen Rechts

Olli Banjo, Creme Fresh und andere rappen in Würzburg gegen Fremdenhass
  • Gegen Rechtsextremismus: Olli Banjo setzt am Samstag in Würzburg ein öffentliches Statement.
    Foto: Olli Banjo
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Seit der Wiedervereinigung sind 138 Menschen in Deutschland Anschlägen von Neonazis zum Opfer gefallen. Zwar waren laut BKA rechtsextreme Gewalttaten 2009 erstmals seit sechs Jahren rückläufig, rechte Straftaten wie Hakenkreuz-Schmierereien oder das Zeigen des Hitler-Grußes aber nahmen zu. Höchste Zeit in jedem Fall, Stellung zu beziehen – das dachten sich die Veranstalter des HipHop-Jams „Rap gegen Rechts“, der an diesem Samstag im Bechtolsheimer Hof in Würzburg stattfindet.

Der Erlös des Abends kommt dem Würzburger Verein Vivovolo zugute (Esperanto für „Lebenswille“). Er bemüht sich seit Langem, den Flüchtlingen aus der Gemeinschaftsunterkunft für Asylsuchende an der Veitshöchheimer Straße unbürokratisch zu helfen. Mit dem Geld möchte Vivovolo dort Workshops für Jugendliche organisieren.

Das Line-up von „Rap gegen Rechts“ ist prominent besetzt: Neben den Bamberger Rappern Maurice und Grizzly & Shot wird der deutsche DMC/IDA-Champion DJ S-Trix an den Turntables stehen. Würzburger Support kommt vom Produzenten, DJ und MC The Incredible Dopzen. Weitere Künstler und Musiker, die sich gegen Rechhts einsetzen, sind die Musiker von 4Tex aus Würzburg in Bayern. Als Hauptacts haben die Veranstalter die Münchner Rap-Crew Creme Fresh und den Aschaffenburger Olli Banjo für die gute Sache gewinnen können. Nicht von ungefähr fiel die Wahl auf ihn: Der Rapper hat bereits mit seiner Single „Deutschland“ sein ambivalentes Verhältnis zu Deutschland zum Ausdruck gebracht.

Banjo provoziert und klaut den Nazis ihre Symbole, wenn er vor der Deutschland-Fahne steht und im Musikvideo rappt: „Es geht um Deutschland, du mein Land der Dichter und Denker, Hitler und Genscher, Völler, Goethe und Schiller, Kirch, Merz und Bänker, Bratwurst, Döner Kebab, Ramadan, Kamera an, Vaterstaat, Germania, Hanf verbannt, wir seh'n uns nächstes Jahr am Ballermann – das ist Deutschland“.

Auch Veranstalter Kilian Schlick ist vom Line-up überzeugt: „Die Rap-Gruppen stehen nicht nur für hohe Qualität im Deutsch-Rap-Bereich, sondern setzen mit ihren Auftritten auch ein klares öffentliches Statement gegen Ausgrenzung, Rechtsextremismus und Fremdenhass.“

Kein Musikgenre bietet sich mehr an für eine solche Veranstaltung. Der Hip-Hop-Gedanke umfasst Toleranz, Weltoffenheit und positives Denken. Wie stark jedoch selbst schon dieses Genre von braunem Gedankengut durchtränkt ist, zeigte zuletzt die medial gehypte Veröffentlichung der Platte „Neue Deutsche Welle“ des Berliner Rappers Fler, der bewusst mit nationalistischen Klischees spielt und den medialen Boden bereitet für eine zweifelhafte Entwicklung, die längst im deutschen Hip-Hop angekommen ist.

Umso wichtiger, dass es Veranstaltungen wie „Rap gegen Rechts“ gibt. Der Hip-Hop-Jam an diesem Samstag im Würzburger B-Hof beginnt um 20.30 Uhr.

Von unserem Redaktionsmitglied Dominik Röding
    
    

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