aktualisiert: 05.08.2012 15:39 Uhr
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Richard in Peru
Ende Juni, als ich und meine Lehrerpartnerin Lena einen ganz normalen Unterrichtstag hatten, kam plötzlich die Direktorin zu uns. Sie sagte, ab Montag gäbe es keinen Unterricht mehr, da ein zentraler Lehrerstreik in der ganzen Region Cusco anfangen würde.
In diesem Streik ging es um zwei zentrale Punkte: Zum einen wurde die Gesetzgebung etwas geändert, so dass alle Lehrer sich noch einmal einem Test unterziehen mussten. Viele Lehrer in Peru sind nämlich nicht sehr kompetent und unterrichten mit völlig veralteten Methoden. Der Test sollte diese Lehrer aussortieren.
Doch die Lehrer streiken noch aus einem anderen Grund: Sie fordern die fehlenden Bonusgehälter, die seit 1990 nicht mehr ausgezahlt worden sind. Hierbei handelt es sich um etwa 3000 Euro pro Lehrer!
In den folgenden Wochen sah man oft Lehrergruppen demonstrierend durch Urubamba ziehen und auch in Cusco ging es heiß her. Doch zu einer Einigung kam es nicht, denn nach fünf Wochen Streik fingen offiziell die Ferien an.
Durch den Streik hatten die Kinder also plötzlich über sieben Wochen frei. Für mich ist das sehr schade, denn Schule war immer mein Lieblingsarbeitsbereich und nun bleiben mir nach den Ferien nur noch zwei Wochen Schule. Wenn der Streik nicht weitergeht . . .
Richard Vogg aus Veitshöchheim bei Würzburg macht ein Freiwilliges Soziales Jahr in Peru. Für uns berichtet der 18-Jährige regelmäßig darüber.

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