aktualisiert: 11.11.2011 17:30 Uhr
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Feldarbeit für ein neues Radio
Jeder Freiwillige betreut ein Kinderdorfhaus in Munaychay. Ich bin für Haus 7 eingeteilt. In diesem Haus wohnen zehn Jungs im Alter von 13 bis 17 Jahren.
Vor einiger Zeit war das Radio, das hier rund um die Uhr peruanische Musik spielt, kaputt. Um uns ein Neues leisten zu können, beschlossen wir alle, auf dem Feld zu arbeiten. Und zwar am Wochenende.
Ich musste an diesem Tag zwar um 9 Uhr morgens im Haus der Voluntarios sein, aber das war kein großes Problem, da wir schon um 5 Uhr mit der Arbeit loslegten. Um 4.30 Uhr klingelte mein Wecker, ich frühstückte kurz und zog mir warme Kleidung an, da es draußen noch kalt und dunkel war. Um 5 Uhr traf ich mich mit den Jungs und wir zogen los. Als die Sonne aufging erreichten wir nach einer halben Stunde Fußmarsch das Feld, auf dem wir arbeiten sollten. Jeder hatte eine Spitzhacke dabei.
Wir stellten uns nebeneinander auf der Wiese auf, mit jeweils etwa anderthalb Meter Abstand voneinander. Jeder hackte nun auf seinen 1,5 Metern die Wiese zu einem Acker. Ständig wurde geschaut, wer am weitesten und wer der Letzte war. Letzter war ich zum Glück nie, aber es war dennoch richtig harte Arbeit. Wir arbeiteten zwei Stunden und haben dabei etwa 15 Meter Wiese umgearbeitet. Der Bauer, für den wir arbeiteten, brachte uns unser Frühstück: Reis mit Linsen und Fleisch. Dazu einen Getreide-Tee. Das tat richtig gut nach der Arbeit.
Für mich hieß es dann schon zurück nach Munaychay, die anderen blieben noch bis zum Nachmittag da und arbeiteten. Für mich waren die zwei Stunden aber schon anstrengend genug gewesen. Sieben dicke Blasen zählte ich auf dem Nachhauseweg an meinen Händen, aber es hat sich gelohnt: Einen Tag später dröhnte peruanische Musik aus dem neuen Radio in Haus 7.
Richard Vogg aus Veitshöchheim bei Würzburg macht ein Freiwilliges Soziales Jahr in Peru.

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