publiziert: 21.12.2005 15:39 Uhr
aktualisiert: 25.10.2007 13:16 Uhr
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Ein Popstar-Leben ist nicht immer goldig

  • Ex-No-Angel Vanessa Petruo startet mit Ex-No-Angel Vanessa Petruo startet mit einem Solo-Album durch.
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Vanessa Petruo über ihre Zeit als No Angel, Casting-Shows, Weihnachten und ihr neues Album

Ex-No-Angel Vanessa Petruo überrascht auf ihrem Solo-Debütalbum "Mama Lilla Would" mit einem eigenen reifen und facettenreichen Sound, bluesigem Gesang - mal funky, mal rockig - und dezent eingesetzten Pop-Elementen. Die 25-jährige Sängerin und Songwriterin hat sich bewusst viel Zeit für das Album genommen - herausgekommen sind 15 sehr persönliche Songs, die bewegen, berühren und direkt aus dem Leben erzählen. daily X erwischte Vanessa am Telefon.

Hast du noch Kontakt zu deinen No-Angels-Band-Kolleginnen?

VANESSA: Ja, gelegentlich. Aber viel weniger als früher. Besonders mit Lucy, weil sie ab und zu in Berlin ist und mich besucht.

Tretet ihr noch mal gemeinsam auf?

VANESSA: Definitiv nein.

Wie ist dein Leben als Popstar?

VANESSA: Lustig, dass man mich das noch fragt. Als Popstar empfinde ich mich gar nicht mehr und ich führe auch kein aufregendes Popstar-Leben. Das möchte ich auch gar nicht. Im letzten Jahr habe ich mich sehr zurückgezogen und nur am Album gearbeitet. Ich fühle mich als ganz normaler Mensch, der Musik macht und ab und zu unterwegs ist.

Wirst du auf der Straße angesprochen?

VANESSA: Ja, aber viel weniger als früher. Ab und zu sprechen mich noch Leute an. Aber ab einem gewissen Alter laufen einem die Fans nicht mehr so die Türen ein.

Was hältst du von Casting-Shows?

VANESSA: An sich eine gute Sache. Schlimm ist die Art und Weise, wie über die Kandidaten geurteilt wird und was im Fernsehen gezeigt wird. Mit den Urteilen der Juroren bin ich nicht immer einverstanden. Das respektlose Verhalten gegenüber vielen Kandidaten ist nicht richtig. Und: Casting-Shows haben einen billigen Touch gewonnen. Sie sind auf Voyeurismus ausgelegt und weniger auf das Können des einzelnen Künstlers. Aber wenn eine läuft, dann bin ich schon neugierig und schaue sie mir ab und zu an. Aber nicht regelmäßig und nicht, weil ich sie toll finde. Ich bin kein Fan davon.

Worum geht's dir in deinen Songs?

VANESSA: Meine Geschichten sind sehr persönlich. Ich erzähle, wie ich die letzten Jahre als No Angel verarbeitet habe. Da blieb viel hängen, worüber ich nachdenken musste. Vieles, was mich sehr aus der Bahn geworfen hat. Ein Popstar-Leben ist nicht immer so goldig und schön, sondern auch mit viel Arbeit verbunden. Das Popstar-Leben ist unrealistisch, weil man sich für eine Weile gar nicht mehr wie ein normaler Mensch fühlt. Man wird die ganze Zeit von Leuten rumgereicht, weil jeder von dir ein Stück abhaben will. Da ist ein großer Hype, und irgendwann ist er weg und dann stehst du da. Das sind ganz viele kleine Beobachtungen und Weisheiten, die ich auf meinem Album äußere. In meinem kritischen Song "Call Dr. Music" geht's darum, dass man sich als Popstar nicht so hypen lassen und auf dem Boden der Tatsachen bleiben sollte.

Wie würdest du dich beschreiben?

VANESSA: Oh, das ist schwierig. Das mach ich eigentlich nicht so gerne, weil - egal wie ich mich beschreibe - danach bin ich damit nicht glücklich. Ich bin ein sehr nachdenklicher Mensch, emotional, sensibel aber durchaus auch humorvoll.

Welche Musik hörst du am liebsten?

VANESSA: Meine Lieblingssängerin heißt Nica Costa. Ich höre auch sehr gerne Lenny Kravitz und Janis Joplin. Ich mag aber auch ältere bluesige Sänger und Gitarristen wie Betty Smith, Billie Holiday und Leadbelly.

Welche Bücher liest du besonders gerne?

VANESSA: Es gibt so viele tolle Bücher, ich lese immer mindestens fünf Bücher gleichzeitig. Eines meiner Lieblingsbücher ist "Der Steppenwolf" von Hermann Hesse oder "Die Leiden des jungen Werther" von Goethe. Das hab ich grad wieder angefangen, weil es meine Schwester fürs Abitur braucht und ich ihr helfen will. Dieses Buch hat mich schon in der Jugend sehr berührt.

Wie findest du Angela Merkel?

VANESSA: Ich finde es gut, dass eine Frau Bundeskanzlerin geworden ist. Das bedeutet auf jeden Fall eine neue Chance. Ich halte sie für eine kompetente Frau und eine sehr authentische Person. Aber dazu kann ich im Moment noch nicht viel sagen, es ist ja noch nicht viel passiert.

Wo feierst du Weihnachten?

VANESSA: Zu Hause in Berlin mit meiner ganzen Familie. Meine Schwester und mein Bruder werden auch da sein. Über Silvester wollen wir nach New York. Mal schauen, ob's klappt.

Über welches Geschenk freust du dich besonders?

VANESSA: Ich hab irgendwann aufgehört, mir Sachen zu wünschen. Bei meinem Beruf hab ich mein Geld verdienen und mir meine Träume erfüllen können. Über tolle Bücher und ein schönes Konzert freu ich mich immer und über alles, was man gemeinsam machen kann. Am wichtigsten ist, dass man gesund bleibt.

Was hast du in Zukunft geplant?

VANESSA: Ich hab noch nicht einmal Vorsätze fürs nächste Jahr. Aber mein größter Wunsch ist, dass ich weiterhin Musik machen kann.

Mehr über Vanessa im Internet:
www.vanessapetruo.com

Das Gespräch führte Katharina Körber
    
    

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