aktualisiert: 03.05.2010 13:03 Uhr
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Eine Stadt bekennt Farbe
Der 1. Mai in Schweinfurt10 000 Menschen gingen aus Protest gegen den Neonazi-Aufmarsch auf die Straße. Es blieb friedlich.
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Heikle Aufgabe: Etwa 700 Linksautonome versuchten in Schweinfurt zur Marschroute der Neonazis zu gelangen. Die Polizei konnte dies mit einem Großaufgebot von geschätzt etwa 1500 Beamten unterbinden – und so Schlimmeres verhindern.Fotos: dpa (2), Jungbauer -
Erster Arbeitstag: Sebastian Remelé (CSU), Schweinfurts neuer Oberbürgermeister.
Gewaltig war die Angst nicht nur unter den ausländischen Mitbürgern. Polizei und städtisches Ordnungsreferat hatten in den letzten Wochen vor Straßenschlachten in Schweinfurt gewarnt. Anlass war die Ankündigung der rechtsextremen Szene, ihr Gedankengut am 1. Mai bei einem Umzug durch die Straßen der Stadt zu tragen – und zwar bei der zentralen Veranstaltung für ganz Süddeutschland.
850 Braune kamen dann auch, einige Hundertschaften der Autonomen standen auf der anderen Seite der Absperrungen. Doch während die Extremen aus beiden Lagern sich aus mehreren Bundesländern und dem benachbarten Ausland rekrutierten, bekannten sich 10 000 Schweinfurter zu Demokratie und Freiheit.
Schweinfurt ist bunt
Vorbereitung zum Aufmarsch
Um 10 Uhr startete das Bunte Bündnis seinen riesigen Zug über die Maxbrücke Richtung Innenstadt. „Nazis raus“ skandierte die Menge abwechselnd mit „Schweinfurt ist bunt“. Der neue Oberbürgermeister Sebastien Remelé führte den Zug zusammen mit den Bundes- und Landtagsabgeordneten der Region, den Dekanen der beiden großen Kirchen und DGB-Regionschef Frank Firsching an, dessen DGB das bunte Bündnis initiiert hatte. Nie zuvor hat die Stadt so viele Menschen auf die Straße gebracht, um den Nazis ihre geballte Ablehnung zu zeigen.
Fast eine Stunde lang (über-)füllte sich der Zeughausplatz, auf dem die zentrale Kundgebung des Aktionsbündnisses „Schweinfurt ist bunt, nicht braun“ stattfand. 80 Verbände und Vereinigungen hatten sich angemeldet, darunter Parteien und Gewerkschaften, Kirchen und Sportverbände, die drei Schweinfurter Partnerstädte, aber auch Exoten wie der Schweinfurter Fanclub St. Pauli. Ausgeklinkt hatte sich nur die CSU, der die Veranstaltung zu linkslastig erschien. Das jedoch hielt einige Stadträte mit CSU-Stadtratsfraktionschef Stefan Funk nicht ab, teilzunehmen, Funk gar an seinem 50. Geburtstag.
Als erster Redner erinnerte der ehemalige KZ-Häftling Ernst Grube an den Auftrag aus der deutschen Geschichte, schon den Anfängen einer braunen Bewegung zu wehren. So sah dies auch die Vorsitzende des Integrationsbeirat Ayfer Fuchs: „Ich bin stolz eine Schweinfurterin zu sein“, sagte sie angesichts der Massen zum klaren Bekenntnis gegen Rechts.
Der neue Oberbürgermeister Sebastian Remelé meinte an seinem ersten Arbeitstag, dass es ihm nicht bange werden müsse, angesichts der tollen Beteiligung. Zu den ausländischen Mitbürgern sagte er auf Deutsch und Türkisch: „Wir wollen und brauchen euch“. Der evangelische Dekan Oliver Bruckmann hoffte, dass den Nazis bei ihrer Versammlung am Schuttberg klar werde, was ihre Ideologie mit dem Zweiten Weltkrieg angerichtet hat. Für den Hauptveranstalter DGB sprach Frank Firsching: „Ganz Schweinfurt ist auf den Beinen. Das ist das Großartigste, was uns passieren konnte.“
Das Konzept der Polizei ging eindrucksvoll auf: Ein bisher einmalig starkes Polizeiaufgebot von vermutlich um die 1500 Beamten verhinderte erfolgreich die dauernden Versuche von rund 700 Linksautonomen, den Marschweg der rund 850 Rechtsextremen im Westen der Stadt, weit weg vom bunten Zug zu erreichen. Schon früh morgens waren sämtliche Nebenstraßen abgesperrt und „bewacht“. Bei Vorkontrollen an allen Einfahrtstraßen und im Hauptbahnhof wurden einige tausend Personen kontrolliert und auch gefährliche Gegenstände beschlagnahmt.
Fazit am Abend, als die Nazis um 17 Uhr wieder weg waren: 43 vorläufige Festnahmen, acht rechts, 35 links. Einige leicht Verletzte bei der Polizei und bei den Linken. Direkter Kontakt blieb nur den Anwohnern am rechten Marschweg. Und sie drückten mit Aufschriften auf Bettlaken und Rufen aus, was fast alle Schweinfurter denken: „Nazis raus“.
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Die neuesten Kommentare
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Shlomo (42 Kommentare) am 04.05.2010 21:46
Kranke BerichterstattungAuch das Herunterrechnen der Teilnehmerzahlen wird nicht weiterhelfen, es waren Dutzende von Rechten Demos in Deutschland, die Demo war Klasse und friedlich, diszipliniert und kameradschaftlich, ein gelungener Tag, zum Glück gibt es youtube, da kann man die Wahrheit sehen. |
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KuSKom (163 Kommentare) am 03.05.2010 00:27
zweiter teil wird einfach nicht angenommendas wars, jeder solde an sich denken aber allein kommt er sie nicht weiter |
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KuSKom (163 Kommentare) am 03.05.2010 00:25
Nochmals Danke an die Bürger SW 02 |
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KuSKom (163 Kommentare) am 03.05.2010 00:22
Nochmals Danke an die Bürger SWDanke an die vielen Jugendlichen, die im sogenanden schwarzen Block hier waren.Danke an Frank Firsching, der logischerweise zur eine Blockade gegen die Faschisten nicht aufrufen Durfte, aber faßt 10ooo Bürger folgten den 1. Mai des DGB`s Danke an die Bürger die doch der Wahrnungen den Jugentlichen folgden und sich an die Abssperungen der Polizei samelden das waren zu wenig! In Berlin gabs ja sogar Sitzblockaden! Ist sowas Extrem? Leider musste ich nur zwei Glocken aus verschiedenen Kirchen hören das waren zu wenig ! Frage, währe sowas aus Moschen auch möglich, zusammen mit Christen? Ich bin für Multi Kulturell, ich mag Asiatisches, Italinisches, Balkan und auch die deutsche Küche. So auch Respektiere ich die Autoteile und der Kunsum Artikel aus anderen Länder deswegen brauchen wir überall für jeden gleiche |
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axelk (75 Kommentare) am 02.05.2010 21:49
DankeDanke an die Schweinfurter für das klare Bekenntnis,Danke an die Unterstützer von außerhalb, Danke an die Polizei, die mit Umsicht und Sorgfalt agiert hat. Danke an die Organisatoren, allen voran Frank Firsching. Er hat aus einer bedrohlichen Ausgangslage heraus einen tollen Erfolg für die Menschen in Schweinfurt erarbeitet. |
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