publiziert: 16.08.2009 20:13 Uhr
aktualisiert: 17.08.2009 00:07 Uhr
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Harley-Davidson-Treffen auf der Wasserkuppe

Tausende von Besuchern

Drei Tage lang drehte sich auf dem höchsten Berg der Rhön alles um die schweren US-Motorräder. Die kurvigen Strecken nahm auch unsere Reporterin auf einer Harley unter die Räder. Mit vielen Bildern!

  • 2500 Biker fuhren am Sonntag bei der großen Parade mit – ein beeindruckendes Bild.
  • Stuntman Rainer Schwarz zeigte sein Können.
  • Die Veranstalter luden zur Fahrprobe.
  • Mit schweren Maschinen über die kurvenreichen Strecken der Rhön – ein Gefühl wie Fliegen. FOTOs Barbara Enders
  • Sonderausstellung im Segelflugmuseum: Flugzeuge und Motorräder gleichen Jahrgangs.
  • Stefan Heeger aus Dipperz und Edwin Eichhorst aus Fulda haben eine gemeinsame Leidenschaft: Sie sammeln Schwalben, das kleine Moped aus Suhl.
Bild von
6 Bilder

    
Harley-Davidson Friendship Ride
Harley-Davidson-Treffen auf der Wasserkuppe: Drei Tage lang drehte sich auf dem höchsten Berg der Rhön alles um die schweren US-Motorräder. Video: Tobias März
    


Endlich ist wieder einmal etwas los“, freut sich Gustav Walter, gastronomisches Urgestein auf der Wasserkuppe. Land unter beim ersten Friendship Ride Germany 2009, und zwar unter Tausenden von Besuchern, die sich anlässlich des Harley-Davidson-Treffens auf dem höchsten Berg der Rhön eingefunden haben.

    
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Harley-Davidson-Treffen
Wasserkuppe
16.08.2009
    

„Fahr' doch mal eines unserer Motorräder und teste eine Buell“, sagt Rudi Herzig, der Pressesprecher von Harley-Davidson. Ich habe mein ganzes Motorradfahrerleben nichts anderes als Enduros bewegt. Nun soll ich eine Straßenmaschine fahren, und dann noch eine Harley!

Petra, die nette Harley-Fahrerin, empfiehlt mir die XR 1200. Abenteuerlust kommt auf, als ich mir dieses figurgeformte Teilchen namens Sitzbank ansehe und dann diese lächerliche Verlängerung, die den Soziussitz darstellen soll. Nach kurzer Einweisung drehe ich den Zündschlüssel und starte den Motor. Der Sound ist beeindruckend und irgendwie vertrauenerweckend.

Ich lege den Gang ein und rolle vom Platz. Als Pressevertreterin darf ich alleine ohne Tourguide meine Runde drehen. Langsam rolle ich die Straße Richtung Wüstensachsen hinunter. Beim Beschleunigen lerne ich die Vorzüge der Sitzschale kennen. Die 91 PS des 2009er Modells gehen gut ab. Die Kurven der Rhön sind wie geschaffen, um das Fahrgefühl mit einer Harley Davidson zu erleben, ich fliege! Und dabei fahre ich gerade mal 80 h/km.

Nach dem Abstellen der Maschine auf dem ach so Harley-typischen abgewinkelten Seitenständer, kann ich gleich mit der Buell weiterfahren. Die Marke Buell ist die sportliche Linie von Harley Davidson. Die Buell Lightning City X XP 9 SX ist mit ihren 200 Kilos um 50 Kilo leichter als die Harley XR 1200, durch die besondere Bauweise liegt ihr Schwerpunkt tiefer, als die Optik der Maschine vermittelt. Ich werde von den Ordnern darauf hingewiesen, dass die Vorderbremse ziemlich „giftig“ ist, wie man im Fachjargon das schnelle Reagieren gerne nennt. Wieder geht es die Straße nach Wüstensachsen hinunter, leider in Schrittgeschwindigkeit, da gerade recht viel Verkehr ist.

Zum Glück haben die Organisation von der Harley Owners Group, Chapter Fulda Rhön, ganze Arbeit geleistet. Die beiden Zufahrtsstraßen wurden zu Einbahnstraßen umfunktioniert. Die Zufahrt erfolgt über Abtsroda, die Abfahrt Richtung Gersfeld. Zum Eventgelände dürfen nur Motorradfahrer direkt hinfahren, für all jene, die mit dem Auto angereist sind, gibt es am Fuße der Wasserkuppe Parkplätze und einen Bus-Shuttle.

Beim langsamen Bergabfahren teste ich die Reaktion der beiden Bremsen schon mal ausführlich, was mir kurz darauf zugute kommt. Als vor mir ein anderer Motorradfahrer etwas unsicher dahinzockelt, will ich ihn überholen, habe ja mit 85 PS genug Power dabei. Plötzlich zieht er nach links und setzt im Abbiegen den Blinker. Gut, dass ich das Bremsen vorher ausgetestet hatte!

Erst später erfahre ich, dass es auch zwei schwere Unfälle gegeben hat. Ein Polizist ist bei seinem Einsatz mit seinem Dienstmotorrad gestürzt und hat schwere Kopfverletzungen davongetragen. Außerdem ist ein 45-jähriger Motorradfahrer in Gersfeld in eine Menschengruppe gefahren und erlitt ebenso wie ein 15-jähriger Zuschauer schwere Verletzungen.

Wieder auf dem Eventgelände, werde ich von den Harley- und Buell-Fahrern gelöchert. Natürlich steht mir das Grinsen noch im Gesicht und ich werde es noch eine Weile tragen.

Ein echtes Harley-Treffen kommt natürlich nicht ohne Musik aus. Elf Musikgruppen begeistern die Besucher. Ein weiterer Höhepunkt ist die Ausstellung historischer Harley-Motorräder im Segelflugmuseum.

Eine Attraktion ist der Stuntman Rainer Schwarz. Er zeigt auf einer abgesperrten Strecke unterhalb des Radoms, was man so alles mit einem Bike machen kann. Der kann Motorrad fahren! Der Höhepunkt seiner Shows ist immer dann erreicht, wenn nach vielen Wheelies, Stoppies und dem Schleudern der Maschinen um die eigene Achse beim Burnout mit einem lauten Knall der Hinterreifen platzt.

Zum Abschluss der Veranstaltung mit rund 30.000 Teilnehmern gibt es am Sonntag eine Parade, an der 2500 Kradfahrer mit ihren Maschinen teilnehmen. 10 000 orange-schwarze Eintrittshalstücher hat der Veranstalter, die Harley Owners Group, verkauft. Der Erlös geht an die Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke e.V. (DGM) und andere caritative Einrichtungen.

Und wie finden die Anwohner diesen Ansturm auf die Wasserkuppe? Joachim Schönberg aus Poppenhausen ist begeistert. Die Veranstaltung erinnere ihn an die Flugtage, die er als Kind in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts erlebt hatte. „Damals waren 30- bis 40 000 Menschen hier oben“, erinnert er sich, „da sind diese paar Tausend Motorradfahrer überhaupt kein Problem!“

   

Von unserer Mitarbeiterin Barbara Enders
    
    

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