publiziert: 27.09.2012 17:21 Uhr
aktualisiert: 27.09.2012 19:27 Uhr
» zur Übersicht Gesundheit
    
    
Artikel
 

Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text Karlsruhe (dpa)
Lungenärzte warnen - Passivrauchen nicht unterschätzen

Eine Stunde in einem Raum, in dem viel geraucht wird, entspricht einer aktiv gerauchten Zigarette. Dennoch wird die Gefahr des Passivrauchens nach wie vor unterschätzt. Ärzte schlagen Alarm.

  • Die Gefahr ernst nehmen Die Gefahr endlich ernst nehmen: Schon der Qualm weniger Zigaretten kann der Gesundheit schaden. Foto: Peter Steffen
Bild von

Die Gefahr des Passivrauchens wird nach Ansicht von Lungenärzten noch immer unterschätzt: In Deutschland sterben jährlich etwa 3300 Menschen, weil sie Zigarettenrauch von anderen ausgesetzt sind. Die Zahl ist vergleichbar mit den Verkehrstoten. «Mehr Schutz für Passivraucher», lautete deshalb der Appell bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie (27. bis 29. September), die am Donnerstag in Karlsruhe begann.

«Eine Stunde in einem Raum, in dem viel geraucht wird, entspricht ungefähr einer aktiv gerauchten Zigarette», sagte Johannes Schilge, Chefarzt für Lungenheilkunde an den Karlsruher Vincentius-Kliniken. Gerade für Kinder sei der Qualm eine starke Belastung. Schon wenig Zigarettenrauch könne zu Krankheiten führen.

Schilge forderte einen konsequenten Nichtraucherschutz in der Gastronomie: «Wo Arbeitnehmer betroffen sind, muss es Schutzmechanismen geben.» In den Bundesländern gebe es derzeit sehr unterschiedliche Regelungen für Restaurants, Bars und Kneipen.

Die bis Samstag dauernde Fachtagung informiert auch über neue Entwicklungen bei der Lungentransplantation. Bundesweit werden ungefähr 300 Lungen pro Jahr verpflanzt - 550 Patienten stehen auf der Warteliste. Nur jede fünfte Spenderlunge ist für eine Transplantation geeignet. Wissenschaftler verfolgen jetzt einen neuen Ansatz: Anstatt die Spenderlunge nach der Entnahme zu kühlen, soll sie auf Körpertemperatur gehalten werden. «Damit können wir besser untersuchen, ob sich das Organ zur Transplantation eignet», sagte Dirk Wagnetz von der Uniklinik Freiburg. «Wir hoffen, künftig zumindest zwei oder drei von fünf Lungen transplantieren zu können.»

Wagnetz zeigte sich zufrieden mit der neuen Verteilungspraxis bei Spenderlungen. Seit Dezember 2011 kommt es nicht mehr auf die Wartezeit des Patienten an. Stattdessen entscheiden Dringlichkeit und Erfolgsaussichten über die Vergabe.

    
    

Diesen Artikel

Kontakt Redaktion     An Bekannten versenden     Druckversion
    
    

Die neuesten Kommentare

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist abgelaufen. Sie können daher keine Beiträge zu diesem Artikel verfassen.
    
Anzeige
    

Multimedia-Lexikon 

A bis Z:
Wir erklären Ihnen die wichtigsten Begriffe aus der digitalen Welt. »mehr
    
    

Kino 

Lust auf Kino?
Das regionale Kinoprogramm finden
Sie hier. »mehr
    
    

Main-Post-Tipp 

Private Krankenversicherungen
Werden Sie Patient erster Klasse! Jetzt Angebot anfordern »mehr
    
    

Online-Tickets 

Hier bestellen
Ob Konzert, Theater oder Gala - kaufen Sie hier Ihre Eintrittskarten »mehr
    
    

Leserbriefe 

Schreiben Sie uns
Wenn Sie uns einen Leserbrief schreiben wollen, dann können Sie das direkt hier tun. »mehr