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publiziert: 05.07.2012 20:12 Uhr
aktualisiert: 05.07.2012 20:33 Uhr
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Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text MÜNCHEN/WÜRZBURG
Neue Hausarztverträge: Praxisgebühr wird nicht mehr erlassen

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Seit Anfang Juli gibt es in Bayern flächendeckend neue Hausarztverträge. Sie sollen nach der Kündigung der alten Hausarztverträge im Dezember 2011 Ärzte und Kassen versöhnen und Patienten Verbesserungen bringen. „Ganz zufrieden sind wir nie. Aber mit dem, was wir erreichen konnten, können wir uns zufriedengeben“, sagt der Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbands, Dr. Dieter Geis aus Randersacker (Lkr. Würzburg). Mehr als eine Million der zehn Millionen bayerischer Versicherter haben sich Geis zufolge bereits in Hausarztverträge eingeschrieben. Patienten mit Hausarztvertrag verpflichten sich, bei Erkrankungen stets zuerst zu ihrem Hausarzt zu gehen.

Die neuen Verträge sind nach Ansicht des Hausärzteverbands notwendig, um die Existenz vieler Hausarztpraxen zu sichern. „Wir wollen für das, was wir ohnehin leisten, auch bezahlt werden“, sagt der Giebelstädter Arzt Dr. Christian Pfeiffer, der den Verband in Unterfranken vertritt. Bei Patienten etwa, die wegen zahlreicher Erkrankungen verschiedenste Medikamente bekämen, sei es sinnvoll, etwaige Wechselwirkungen und generelle Verträglichkeit routinemäßig zu überprüfen. „Bisher haben wir aber, wenn wir uns eine halbe Stunde mit einem solchen Patienten hingesetzt und seine Medikation durchgeschaut haben, keinen Cent gekriegt“, sagt Pfeiffer. Nun bekommt er für die „Arzneimitteloptimierung“ eine Pauschale von 85 Euro. Auch für das „Überleitungsmanagement“, das zum Tragen kommt, wenn der Hausarzt die Behandlung eines Patienten nach einem Krankenhausaufenthalt koordiniert, werden Ärzte nun besser vergütet. Wie der bayerische Hausärztechef Geis auf Nachfrage bestätigt, bringt die Behandlung von Patienten mit Hausärztevertrag den Ärzten bis zu 15 bis 20 Prozent mehr Geld.

Auf die Frage, ob denn nicht nur die Ärzte, sondern auch die Patienten von den neuen Hausarztverträgen profitierten, sagt Martin Falger, Fachbereichsleiter Gesundheitspartnerberatung bei der AOK Würzburg: „Interessant ist der Vertrag für Patienten, die oft zum Arzt gehen und mehrere Krankheiten haben.“ Hier sei es besonders wichtig, dass der Hausarzt als „Lotse“ die Behandlung koordiniere. Ansonsten müsse sich jeder Patient überlegen, ob er der Typ für einen Hausarztvertrag sei. „Wer Wert auf die freie Arztwahl legt, gerne eine Zweitmeinung einholt oder in verschiedenen Städten lebt und arbeitet, ist mit einem Hausarztvertrag eher nicht so gut beraten.“

Neu an der 2012er-Version des Hausärztevertrags ist, dass Patienten, die ihn unterschreiben, sich damit die Praxisgebühr nicht mehr sparen können. Die AOK pflegte laut Falger früher Patienten mit Hausarztvertrag 30 von maximal 40 Euro Praxisgebühr im Jahr zu erlassen; dies tut sie nicht mehr. „Die Leute, die nur wegen der Geldersparnis den Hausarztvertrag unterschrieben haben, werden dies natürlich nicht mehr tun“, sagt Hausarzt Pfeiffer.

Aus Pfeiffers Sicht störend am neuen Vertrag ist, dass der Bürokratieabbau, der aus Sicht der Hausärzte dringend notwendig wäre, „nicht gelungen“ ist. Die Hausärzteverträge der einzelnen Kassen seien zwar ähnlich, aber nicht deckungsgleich. Die Abrechnung einzelner Leistungen sei deshalb für Ärzte weiterhin mit einem hohen Verwaltungsaufwand verbunden. Manche Ärzte bieten deshalb ihren Patienten gar keine Hausarztverträge mehr an: An den früheren Hausarztverträgen haben laut AOK 7200 von rund 8000 bayerischen Hausärzten teilgenommen. Beim derzeitigen Hausärztevertrag nehmen nach Angaben von Geis „bisher über 5000 Ärzte“ teil.

Mit Material von dpa
Von unserem Redaktionsmitglied Gisela Rauch
    
    

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