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publiziert: 30.01.2012 20:27 Uhr
aktualisiert: 30.01.2012 21:07 Uhr
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Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text WÜRZBURG/WIESENTHEID
Blutproben für die Forschung

Bundesweit einmalige Zusammenarbeit der Würzburger Uniklinik mit dem Roten Kreuz
„Blut ist ein ganz besonderer Saft“, hieß es bereits bei Goethe. Am Würzburger Universitätsklinikum wird jener Saft künftig eine noch wichtigere Rolle für die Forschung spielen. Dort entsteht momentan eine von fünf nationalen Biomaterial- und Datenbanken, die eine verbesserte Früherkennung schwerer Krankheiten ermöglichen soll. Es ist die einzige Einrichtung dieser Art in Bayern, die anderen vier sitzen in Heidelberg, Aachen, Berlin und Kiel. In einer bundesweit einmaligen Kooperation arbeitet die Interdisziplinäre Biomaterial- und Datenbank der Würzburger Uniklinik (IBDW) in Zukunft eng mit der Biobank des Blutspendedienstes (BSD) des Bayerischen Roten Kreuzes zusammen.

Die Biobanken sammeln Gewebe- und Flüssigkeitsproben (etwa Blut, Zellen oder Urin) von Patienten und bewahren diese – insofern eine Zustimmung des Spenders vorliegt – über viele Jahre auf. Bei Blutspenden etwa wird eine kleine Menge Blut für Nachuntersuchungen eingelagert. Diese Proben dienen dann als Grundlage für biomedizinische Forschungsprojekte. „Es geht darum, Krankheiten besser zu verstehen und gegebenenfalls eingreifen und handeln zu können“, erklärt Franz Weinauer, Geschäftsführer und Ärztlicher Direktor des BSD.

Blutspender in Unterfranken
  
Blutspender in Unterfranken

Die Einrichtungen wollen sich künftig bei der Erforschung sogenannter Biomarker unterstützen und austauschen. Biomarker sind messbare Produkte von Organismen, wie zum Beispiel Zellen, Gene, Hormone oder Enzyme, die als Indikatoren für bestimmte Krankheiten oder Umweltbelastungen herangezogen werden können. Erkrankt künftig ein in der Biobank des Roten Kreuzes registrierter Patient des Würzburger Uniklinikums schwer an Diabetes, Krebs oder Herzschwäche, stehen durch die Zusammenarbeit idealerweise Proben aus mehreren Jahren zur Verfügung. „Eine einmalige wissenschaftliche Chance“, sagt IBDW-Leiter Professor Roland Jahns: „Im Idealfall haben wir bei einem Erkrankten Proben von vor zehn Jahren, als der Patient noch gesund war. Diese eignen sich insbesondere für die Erforschung der Entstehung und des Verlaufs einer Krankheit.“

Geforscht werden soll mit den Daten der neuen Biobank vorerst nur an der Universität Würzburg. „Während der Anfangsphase, also in den ersten zwei Jahren, wird sich die Forschung primär an der hiesigen Uni abspielen. Danach ist auch eine nationale Kooperation mit den anderen vier Biobanken vorstellbar“, so Jahns. Voraussetzung für den Zugang zu den Daten und Bioproben ist dabei eine positive Begutachtung des jeweiligen Projektes durch die zuständige Ethikkommission. Auch das gesammelte Biomaterial selbst stamme von Patienten oder Probanden aus der Region: „Wir sind eine krankheitsbezogene Biobank. Die Proben stammen daher in erster Linie von der Würzburger Uniklinik. Das ist auch aus datenschutzrechtlichen Gesichtspunkten günstiger“, so Jahns.

Im Rahmen der Vorstellung des gemeinsamen Projektes wurde am Montag Herbert Mark aus Giebelstadt (Lkr. Würzburg) als 19-millionster Blutspender des BSD geehrt. Er gehört zu den 250 000 Menschen, die regelmäßig beim Bayrischen Roten Kreuz Blut spenden. Mit derzeit drei Millionen Plasmaspenden verfügt die Biobank des BSD nach eigenen Angaben über die größte Probensammlung der Welt. Mehr als 2000 Proben kommen täglich zur Biodatenbank hinzu, die ihren Sitz in Wiesentheid (Lkr. Kitzingen) hat.

Biobank der Uni Würzburg
 

>> Wo Sie in Ihrer Region Blut spenden können, erfahren Sie hier <<

 

Von unserem Redaktionsmitglied Manuel Solde
    
    

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