Gesundheit
Tipps und Fakten rund um Ihr Wohlergehen

publiziert: 08.11.2011 10:47 Uhr
aktualisiert: 09.11.2011 15:55 Uhr
aktualisiert: 09.11.2011 15:55 Uhr
Text
Text
ASCHAFFENBURG
Kinderärzte: Tödliches Risiko von Masern wird unterschätzt
Die Kinderkrankheit Masern kann nach Ansicht von Kinder- und Jugendärzten häufiger zum Tod führen als bislang angenommen. "Bei bislang drei Kindern, die sich 2006 als Säugling mit Masern angesteckt haben, ist die tödliche Gehirnentzündung ausgebrochen", sagte Martin Terhardt vom Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte. Neuester Fall ist ein sechs Jahre altes Mädchen aus Bayern, das mit sieben Monaten mit Masern infiziert wurde und mittlerweile im Wachkoma in einem Krankenhaus in Aschaffenburg liegt.
Der Verband vermutet wegen dieser neuen Erkrankung, dass die unheilbare Krankheit bislang deutlich unterschätzt wird. „Wir müssen davon ausgehen, dass das SSPE-Risiko nach einer Infektion im ersten Lebensjahr viel höher ist, als wir angenommen haben“, sagte Terhardt. Die Zahl der Spätkomplikationen aus dem Jahr 2006 allein sei noch nicht repräsentativ, gestand der Experte ein. „Wir müssen das jetzt wissenschaftlich überprüfen“, forderte der Kinderarzt.
Die Krankheit SSPE (Subakute sklerosierende Panenzephalitis) ist eine Nachfolgeerkrankung der Masern. Sie tritt sehr selten auf, verläuft in Schüben und ist immer tödlich. Die Masernviren zerstören dabei über einen längeren Zeitraum das Gehirn des infizierten Kindes.
Das Robert-Koch-Institut (RKI) geht für Deutschland von einer Infektionsrate von 1-10 SSPE-Fällen pro 10 000 bis 100 000 Masernerkrankungen aus. Das heißt, im schlimmsten Fall führen die Masern bei einem von 1000 Erkrankten zu der unheilbaren Gehirnentzündung. Da es nur für Masern, nicht aber für SSPE eine Meldepflicht gibt, liegen dem RKI nach eigenen Angaben keine konkreten Daten zu den Nachfolgeerkrankungen vor.
Da Kinder in Deutschland erst ab elf Monaten gegen Masern geimpft werden, sei ein geimpftes Umfeld umso wichtiger, sagte Terhardt. „Vor allem die Impflücken bei den 15- bis 40-Jährigen müssen geschlossen werden.“ Ein Viertel bis ein Drittel dieser Gruppe sei nicht ausreichend oder gar nicht gegen Masern geimpft.
Bei dem sechs Jahre alte Mädchen aus Aschaffenburg traten die Symptome dem Verband zufolge im April das erste Mal auf. „Innerhalb von nur acht Wochen wurde aus unserem Kind ein Pflegefall“, sagten die Eltern laut Mitteilung über den Verlauf der Krankheit.
Erst im Oktober dieses Jahres war ein 13 Jahre altes Mädchen im lippischen Bad Salzuflen an den Folgen von Masern gestorben. Es handelte sich nach Angaben des Verbandes um den zweiten Masern-Todesfall, der dieses Jahr in Deutschland bekannt wurde. Ende März war demnach ein 23-Jähriger in einer Münchener Klinik gestorben. Dem Statistischen Bundesamt zufolge sterben in Deutschland jährlich ein bis zwei Menschen an den Folgen der Masern.
Deutschlandweit hat das RKI in diesem Jahr bereits 1573 Masernfälle registriert. Die meisten davon in Bayern und Baden-Württemberg.
Hier finden Sie interessante Grafiken und Infos über die Krankheit Masern.
Die Krankheit SSPE (Subakute sklerosierende Panenzephalitis) ist eine Nachfolgeerkrankung der Masern. Sie tritt sehr selten auf, verläuft in Schüben und ist immer tödlich. Die Masernviren zerstören dabei über einen längeren Zeitraum das Gehirn des infizierten Kindes.
Das Robert-Koch-Institut (RKI) geht für Deutschland von einer Infektionsrate von 1-10 SSPE-Fällen pro 10 000 bis 100 000 Masernerkrankungen aus. Das heißt, im schlimmsten Fall führen die Masern bei einem von 1000 Erkrankten zu der unheilbaren Gehirnentzündung. Da es nur für Masern, nicht aber für SSPE eine Meldepflicht gibt, liegen dem RKI nach eigenen Angaben keine konkreten Daten zu den Nachfolgeerkrankungen vor.
Da Kinder in Deutschland erst ab elf Monaten gegen Masern geimpft werden, sei ein geimpftes Umfeld umso wichtiger, sagte Terhardt. „Vor allem die Impflücken bei den 15- bis 40-Jährigen müssen geschlossen werden.“ Ein Viertel bis ein Drittel dieser Gruppe sei nicht ausreichend oder gar nicht gegen Masern geimpft.
Bei dem sechs Jahre alte Mädchen aus Aschaffenburg traten die Symptome dem Verband zufolge im April das erste Mal auf. „Innerhalb von nur acht Wochen wurde aus unserem Kind ein Pflegefall“, sagten die Eltern laut Mitteilung über den Verlauf der Krankheit.
Erst im Oktober dieses Jahres war ein 13 Jahre altes Mädchen im lippischen Bad Salzuflen an den Folgen von Masern gestorben. Es handelte sich nach Angaben des Verbandes um den zweiten Masern-Todesfall, der dieses Jahr in Deutschland bekannt wurde. Ende März war demnach ein 23-Jähriger in einer Münchener Klinik gestorben. Dem Statistischen Bundesamt zufolge sterben in Deutschland jährlich ein bis zwei Menschen an den Folgen der Masern.
Deutschlandweit hat das RKI in diesem Jahr bereits 1573 Masernfälle registriert. Die meisten davon in Bayern und Baden-Württemberg.
Hier finden Sie interessante Grafiken und Infos über die Krankheit Masern.
(lby)
Diesen Artikel
| Bewertung: |
|
| 0 Bewertungen (Sie müssen angemeldet sein um zu bewerten) | |
»Alle 28 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare
|
cimb24 (310 Kommentare) am 12.11.2011 16:35
Impfungen- um schwere Krankheitenzu vermeiden.Ein Segen,dass es Impfungen gibt. Ein wenig weg vom Thema und der Diskussion,aber die Impfverweigerung mancher junger Frauen erschreckt und erschüttert mich zutiefst Die Spätfogen der Krankheiten,die man durch Impfungen zu verhindern versuchte..sind doch beträchtlich.... |
(1)
|
|
hexmitbesen (1 Kommentare) am 12.11.2011 09:03
Medizin heute.......jaja, ich war vor ein paar Jahren mit meinem trotzenden Kleinkind zur Weihnachtszeit in der Stadt, und als Sohnemann seinen Willen nicht bekommen hat, schmiss er sich auf den Boden. Da spricht mich doch so eine Trulla aus der Müsli-Fraktion an, mein Kind hätte einen Impfschaden... Ohne Worte... Meine Kinder sind geimpft, ich halte es für richtig, und fertig, Sicherlich wird die Medizin in ein paar Jahren weiter sein, und unsre heutigen Erkenntnisse für überholt halten, aber aus heutiger Sicht ist auch vieles anders, als noch vor 100 Jahren. |
(1)
|
|
evakurt (2618 Kommentare) am 11.11.2011 13:20
Vielen Dank,Wi127 und wastl, aber auch jane.Rein analytisch bleiben für mich die Fragen übrig: * Warum haben wir in den 60er/70er Jahren (also in der "Vor-Müsli-Zeit") von Ärzten und Eltern gehört, dass Kinderkrankheiten "normale" Krankheiten für Kinder sind? * Warum gehört es aus meiner Erinnerung zum Standardwissen von Laieneltern aus dieser Zeit, dass Rötel- und Mumps-Erkrankungen im Kindesalter "genossen" werden soillten, weil Röteln während der Schwangerschaft hochgefährlich seien und Mumps im ERwachsenenalter bei Männern zu Impotenz führen könnte? * Warum hieß es danach (nicht nur in alternativen Kreisen), dass man aus eben diesen Gründen NICHT gegen Röteln und Mumps impfen solle, weil ansonsten im Erwachsenenalter ausbrechende Röteln oder Mumps (aufgrund der durch die Impfung oft "gehemmten" oder untypischen Symptome) bisweilen nicht richtig diagnostiziert werden würden und deshalb besonders gefährlich wären? * Ist es unter dem Gesichtspunkt der Immunstärkung von Kindern wirklich so, dass es vom Prinzip her KEINEN Unterschied gibt zwischen meinetwegen Masern und Polio? Da wäre ein Streitgespräch zwischen zwei Ärzten hoch interessant! |
(1)
|
|
evakurt (2618 Kommentare) am 10.11.2011 11:30
Letztlich läuft das auf eine Weltanschauungs-Frage hinaus.Die einen halten sich an die offiziellen Verlautbarungen pro Impfung - und diese Verlautbarungen sind sicherlich gut begründet.Die anderen halten sich an alternativen Verlautbarungen, die sagen: "Laßt Euch nicht gegen alles impfen" - und auch das kann man seriös begründen. So - und jetzt steht man da und weiss nicht, was man machen soll. Natürlich ist es am einfachsten, dem Mainstream zu folgen (Mainstream muss ja nicht falsch sein). Aber WAS jetzt wirklich richtig ist, weiss man trotzdem nicht (Mainstream kann auch falsch sein). Deshalb ein persönlicher Erfahrungsbericht zur Sache: Unsere 4 Kinder wurden (in den 90gern) NICHT gegen Masern geimpft, weil unser (homöopathischer) Hausarzt es so empfohlen hat. Die Kinder hatten "blühende" Masern und er Hausarzt war sehr zufrieden. Jetzt habe ich ihn gerade gestern nochmal aus aktuellen Gründen befragt, und er sagt (sinngemäß): Es gäbe tatsächlich so etwas wie Kinderkrankheiten, die der Stärkung des Immunsystems auf Jahrzehnte dienten. Nicht-Stärkung des Immunsystems führe über die Zeit zu einem Mehr an chronischen Krankheiten, wobei man natürlich NICHT sagen könne, dass NICHT-Masernimpfung zu einer konkreten Folgekrankheit y führe - DEN Nachweis könne man nicht erbringen, weil diese Folgekrankheit ja überhaupt nichts mit Masern zu tun hätte, sondern allgemeine Folge der Immunschwächung sei. Irgendetwas käme, aber was, könne man nicht sagen. Der Organismus sei eben durch Impfungen generell weniger abwehrbereit als wenn er eine (Kinder-)Krankheit durchstünde. - Die Risiken von Masern (Hirnentzündung, etc.) sehe der besagte Arzt auch, habe aber in 30 Jahren Praxisbetrieb bei vielen Hunderten Kindern noch nie eine Komplikation gehabt. Dies habe aber damit zu tun, dass er Masern mit speziellen homöopathischen Medikamenten begleite. Ein Kind mit Masern OHNE diesbezügliche Begleitung würde er NICHT verantworten. Deshalb würde er allen Eltern, die keine diesbezügliche Begleitung hätten, im Zweifelsfall raten, impfen zu lassen. So - und jetzt? - Zunächst: Der besagte Arzt ist absolut KEIN Geldmacher, der sich durch eine Alleinstellung einen "Markt" schaffen wollte (gibt es ja auch). Was er sagt, ist (sinngemäß): Die heutigen Mediziner sind üblicherweise nicht dafür ausgebildet, solche Kinderkrankheiten konservativ zu begleiten, weshalb es wirklich besser ist, wenn man impfen läßt. Aber auch: Es wäre nicht nötig, wenn das Schulmedizin-Pharma-Konglomerat nicht so starken Einfluss auf die Ärzteausbildung hätte. Der normale Arzt sei diesbezüglich oft versaut UND wisse das nicht einmal, weil er die ALternativen zu seinem Weg gar nicht kenne. Nochmal - und jetzt? Sicherlich wäre es falsch, jemandem zu vertrauen, nur weil er NICHT SChulmediziner ist. Auch das ist dämlich. - Und somit endet mein Beitrag mit der Feststellung: Die Sache ist bei komplexer Betrachtung nicht so einfach, wie es pharmazeutisch aufgeklärt (siehe Bericht der MP) dargestellt wird. |
(2)
|
![]() |
wastl-one (2135 Kommentare) am 10.11.2011 17:22
Nicht nur.....eine weltanschauliche Frage, sondern eine Frage von Verantwortungsethik, da Nichtgeimpfte die Krankheit auf andere übertragen können - mit Folgen, wie gerade in Aschaffenburg. Es müsste zumindest eine Güterabwägung stattfinden zwischen der angeblichen Imunstärkung des Einzelnen und der Gefahr für die Gesellschaft!Was mich aber wirklich zornig macht, sind durch nichts aber schon gar nichts begründete Behauptungen dieses Homöopathen. Seine Behauptungen beruhen auf weltanschaulichen Dogmen, mit Sicherheit nicht auf der Faktenlage! Er scheint die Wirkmechanismen unseres Immunsystems auch nicht ein Mal ansatzweise verstanden zu haben - dies ist umso empörender, da die Mechanismen des Immunsystems mittlerweilen jedem Gymnasialschüler nahegebracht werden. R. Sebastian, Würzburg |
(2)
|
Zum Kommentar abschicken bitte vorher einloggen
Sie sind noch kein Mitglied auf mainpost.de?
Dann jetzt gleich »hier registrieren
Krankenhaus finden
Multimedia-Lexikon
A bis Z:
Wir erklären Ihnen die wichtigsten Begriffe aus der digitalen Welt. »mehr
Wir erklären Ihnen die wichtigsten Begriffe aus der digitalen Welt. »mehr
Kino
Anzeige
Main-Post-Tipp
Private Krankenversicherungen
Werden Sie Patient erster Klasse!
Jetzt Angebot anfordern »mehr
Online-Tickets
Hier bestellen
Ob Konzert, Theater oder Gala - kaufen Sie hier Ihre Eintrittskarten »mehr
Bundesliga-Tippspiel
Leserbriefe
Schreiben Sie uns
Wenn Sie uns einen Leserbrief schreiben wollen, dann können Sie das direkt hier tun. »mehr

Wetter
