aktualisiert: 19.06.2011 17:18 Uhr
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WÜRZBURG
Jobsharing, Teilzeit oder Telearbeit?
Gesucht wird der familienfreundlichste Arbeitgeber Mainfrankens
Der Fachkräftemangel hat die Region Mainfranken erreicht. „Viele Unternehmen haben bereits Probleme, offene Stellen zu besetzen“, sagt AAsa Petersson, Geschäftsführerin der Region Mainfranken GmbH. Attraktive Arbeitsbedingungen gelten künftig mehr denn je als Erfolgsfaktoren für Unternehmen und Wirtschaftsstandorte im Ringen um qualifizierte Arbeitskräfte. Die Regionalentwicklungsgesellschaft sieht die Fachkräftesicherung als Kernaufgabe. Daher sucht sie zum vierten Mal den familienfreundlichsten Arbeitgeber Mainfrankens.
Betriebliche Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind die Grundvoraussetzung für die Gewinnung und Bindung von Mitarbeitern und deren Familien. Durch eine Verbesserung der Kinderbetreuung ließen sich, so die Bundesregierung, 1,2 Millionen zusätzliche Fachkräfte gewinnen. „Mit dem Wettbewerb möchten wir mainfränkische Arbeitgeber auszeichnen, die durch familienorientierte Maßnahmen in besonderer Weise auf die Belange der erwerbstätigen Eltern eingehen.“
Frauen zurück in den Beruf
In Deutschland, so Petersson, würden laut einer Studie nur 13 Prozent der Frauen aus der Elternzeit in ihren ursprünglichen Beruf zurückkehren. „Diese Frauen sind meist gut ausgebildet und gehen so für die Wirtschaft komplett verloren.“ Mit familienfreundlichen Maßnahmen könnte es gelingen, mehr Frauen, das heißt mehr Fachkräfte, wieder in den Beruf zu bringen. Der Wettbewerb will betriebliche Anstrengungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf nach außen sichtbar machen und Motivation zur Nachahmung familienfreundlicher Maßnahmen schaffen.
Des weiteren soll der Wettbewerb auch die Region stärken und Mainfranken als familienfreundliche Region bekannt zu machen. „Wir leisten so einen Beitrag zur erfolgreichen Positionierung der Region im Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte“, sagt Petersson.
Familienfreundliche Personalpolitik komme nicht nur den Mitarbeitern zu Gute, auch für die Unternehmen selbst ergeben sich unschätzbare Vorteile. Bislang haben sich pro Jahr zwischen 40 und 50 Unternehmen an dem jährlichen Wettbewerb beteiligt. „In diesem Jahr hoffen wir auf deutlich mehr Einsendungen.“ Auch soziale Netzwerke wie Facebook werden eingesetzt, um den Wettbewerb bekannt zu machen. Teilnehmen können große und kleine Firmen sowie öffentliche Institutionen. Vom 27. Juni bis zum 25. Juli können sich alle mainfränkischen Arbeitgeber mittels eines Kurz-Bewerbungsbogen, der von einer Jury beurteilt wird, bewerben. Eine Fachjury wählt das familienfreundlichste Unternehmen. In der Jury sind der Würzburger Oberbürgermeister Georg Rosenthal, die Kitzinger Landrätin Tamara Bischof, der Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer, Doris Küfner-Schönfelder von der Agentur für Arbeit in Schweinfurt sowie Dr. Sascha Genders von der IHK Würzburg-Schweinfurt.
Neben dem familienfreundlichsten Unternehmen wird auch die innovativste familienfreundliche Einzelmaßnahme prämiert. 2010 holte das Schweinfurter Unternehmen Fresenius Medical Care Deutschland den Siegertitel. Für die familienfreundlichste Einzelmaßnahme wurde UniCredit Direct Services aus Schweinfurt geehrt.
Mehr Informationen zur Wettbewerbsrunde 2011 sowie über die Sieger und Teilnehmer 2008, 2009 und 2010 unter www.mainfranken.org/familie
Region Mainfranken GmbH
Die (Chancen)-Region Mainfranken verfolgte seit 1998 als Regionalmarketing-Initiative das Ziel, die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Mainfranken durch eine stärkere Zusammenarbeit der beteiligten Akteure zu verbessern und nach außen zu vermarkten. Gesellschafter der Regionalentwicklungsgesellschaft sind die sieben mainfränkischen Landkreise, die zwei kreisfreien Städte Würzburg und Schweinfurt sowie die Industrie- und Handelskammer Würzburg-Schweinfurt und Handwerkskammer für Unterfranken. Zentrale Aufgabe der Regionalentwicklungsgesellschaft ist die Stärkung der Region als eigenständigen, attraktiven Wirtschaftsstandort und Lebensraum durch Projekte im Regionalmarketing und in der Regionalentwicklung. Dazu zählt auch der Wettbewerb familienfreundlichster Arbeitgeber. TEXT: clk
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