publiziert: 17.03.2010 13:31 Uhr
aktualisiert: 17.03.2010 13:32 Uhr
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Nicht nur MP3 für die Ohren

Ein Wegweiser durch den Dschungel der Audioformate – Die Ratschläge von Experten
  • Kürzel für die Ohren: MP3 ist zwar das bekannteste, aber längst nicht das einzige Format für Audiodateien. Foto: dpa
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(dpa) Mehr als 50 Millionen Mal haben Internetnutzer in Deutschland 2009 Songs oder Alben heruntergeladen. Das hat der Branchenverband BITKOM in Berlin jüngst bekanntgegeben. Nicht in der Statistik enthalten sind die „schwarzen“ Downloads, deren Zahl wohl weitaus höher ist. Gemeinhin ist bei heruntergeladenen Songs von MP3s die Rede. Dabei können Surfer noch einer ganzen Reihe anderer Formate – zu erkennen sind sie jeweils an der Dateiendung – begegnen. Ein Wegweiser durch den Audioformat-Dschungel:

• MP3: „MP3 ist definitiv das am weitesten verbreitete Audioformat“, sagt Christine Tantschinez von der Zeitschrift „Audio“. „Das liegt vor allem daran, dass man es auf allen Hard- und Softwareplayern abspielen kann“, erklärt Matthias Rose vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) in Erlangen, das Ende der 80er Jahre maßgeblich an der Entwicklung beteiligt war. Mit MP3 war es erstmals möglich, Audiodateien um ein Vielfaches kleiner zu machen als die Ursprungsdatei. Die Entwickler setzten und setzen auf die begrenzte Wahrnehmung des Menschen: Beim Komprimieren, dem Verkleinern der Datei, werden die Teile der Musik weggelassen, die das menschliche Ohr nicht hört.

• WAV: Hier werden die Daten nicht komprimiert, sondern verlustfrei gespeichert. Deshalb sind WAV-Dateien sehr groß und nicht für das Abspielen auf tragbaren Spielern mit ihren im Vergleich zum Rechner kleinen Speicherkapazitäten geeignet. Dafür sind sie mit allen Musikabspielprogrammen kompatibel. Wer Musik digital nachbearbeiten will, ist gut bedient, wenn er sie als WAV einliest.

• WMA fand durch Microsofts Betriebssystem Windows Verbreitung, konnte sich allerdings nie wirklich durchsetzen. Abspielen lassen sich WMA-Dateien mit jeder Musiksoftware. Probleme kann es jedoch mit Dateien geben, die per DRM (Digital Rights Management) vor mehrfachem Kopieren oder Abspielen geschützt sind. Eventuell muss zum Abspielen dann Microsofts Windows Media Player genutzt werden.

• AAC: Vorwiegend durch Apples Musik- und Multimediasoftware iTunes ist das AAC-Format bekannt. Auch hier wird häufig mit dem DRM-System gearbeitet. Abspielbar sind die Daten mit allen Apple-Produkten, also etwa jenen aus der iPod-Familie, aber auch mit fast allen anderen Musikplayern. Zwar ist AAC in Sachen Klangqualität besser als MP3, konnte dieses aber trotzdem bislang nicht vom Thron stoßen.

• OGG: Auch dieses Format mit dem vollständigen Namen Ogg Vorbis ist der MP3 klanglich überlegen. Es handelt sich um Open Source, also um ein „offenes“ Format, das Musikverrückte laufend weiterentwickeln. Die Hardwareunterstützung wird stetig besser, viele Abspiel-Programme kommen mit OGGs zurecht.

• MPC eignet sich für hochwertige Audiokompressionen, der Klang gleicht dem einer CD. Vollständig Musepack genannt, wird es derzeit aber von keinem Hardwareplayer unterstützt. Für einige Softwareplayer lässt sich ein Plug-in zum Abspielen installieren. Die hohe Qualität bei gleichzeitig kleiner Dateigröße macht MPC zu einem interessanten Format zum Archivieren von Musikstücken.

• FLAC: „Für Menschen, die Musik nicht nur jagen und sammeln, sondern sie auch bearbeiten und daraus CDs erstellen wollen, ist FLAC optimal“, sagt Christine Tantschinez. Es handelt sich dabei um ein verlustfreies Format, das kleiner ist als WAV und sich daher besser zum Archivieren eignet. Aus FLAC-Dateien lässt sich das Original eins zu eins wiederherstellen und nach Belieben bearbeiten.

Die Experten gehen allerdings davon aus, dass keines der genannten Formate in der näheren Zukunft MP3 in seiner Vorherrschaft ablösen wird.

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