publiziert: 15.03.2010 17:05 Uhr
aktualisiert: 15.03.2010 17:07 Uhr
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Universalfernbedienungen nicht universell

Tester sind von der Anwenderfreundlichkeit vieler Geräte enttäuscht – Warnung vor allzu günstigen Angeboten
  • Universalfernbedienung:Eine für alle?Foto: dpa
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(dpa) Fernseher, DVD-Rekorder, Sat-Receiver, Stereoanlage: In Wohnzimmern türmen sich Elektrogeräte ebenso wie deren Fernbedienungen. Da können Besitzer solcher Technikparks schnell mal den Überblick verlieren. Abhilfe versprechen die Hersteller von Universalfernbedienungen nach dem Motto: Eine für alle. Doch nicht immer funktioniert das, nicht immer sind Universalfernbedienungen auch universell.

„An und aus, lauter und leiser, Programmwechsel und Videotext, das sind die Tasten einer Fernbedienung, die am häufigsten genutzt werden“, so Tim Bosenick von Sirvaluse. Das Unternehmen in Hamburg untersucht die Anwenderfreundlichkeit von Produkten – und ist von vielen Universalfernbedienungen enttäuscht: „Unserer Erfahrung nach sind nur 50 Prozent der Geräte gut zu bedienen“, sagt Bosenick.

Die Hauptfunktionen

Der Technik-Experte findet Universalfernbedienungen gut, die auf ihre Hauptfunktionen reduziert sind: „Wenn ein Gerät mit zu vielen Tasten überfrachtet ist, frustriert das den Anwender.“ Vor besondere Hürden stellt die Programmierung der Fernbedienung so manchen Nutzer. Abschreckend wirken die langen Code-Listen der Hersteller in der Bedienungsanleitung, manche Fernbedienungen müssen gar über das Internet programmiert werden. Eine Programmierung per USB-Schnittstelle hat jedoch auch einen Vorteil: „Hier sind immer die neuesten Codes vorrätig“, erläutert Roland Seibt von der Zeitschrift „Video Home-Vision“ in Poing bei München.

Sind beispielsweise der Fernseher und der DVD-Spieler neueren Produktionsdatums als die Fernbedienung, fehlt der passende Code auf der mitgelieferten Liste. Wie die Programmierung im Detail vonstatten geht, hängt vom Hersteller ab. „Daher sollte man unbedingt darauf achten, dass die Bedienungsanleitung auf Deutsch vorliegt“, rät Bosenick. Einige Geräte haben auch einen automatischen Suchlauf. „Wenn der gut funktioniert, ist das eine sehr praktische Funktion.“

Eine weitere Möglichkeit der Programmierung nutzen „lernfähige“ Fernbedienungen. Sie „kopieren“ den Befehl von der Originalfernbedienung, wenn sie bedient wird. Seibt hat in seiner Testpraxis gelernt, dass „grundsätzlich bei jeder Universalfernbedienung irgendetwas nicht funktioniert“.

Häufig lassen sich Blu-ray-Player nicht mit günstigen Universalfernbedienungen bedienen, weil sie das Popup-Menü nicht ansteuern können. Von allzu günstigen Angeboten rät der Experte ab: „Zum Zappen reichen die, aber mehr können die billigen Dinger nicht“. Zufriedenstellende Qualität gebe es ab etwa 30 Euro. Ein Luxus-Modell kann auch mehrere hundert Euro kosten. Schon ab rund 50 Euro gibt es Geräte mit einem LC-Display. „Die LCDs zeigen dann nur die Funktionen an, die das Gerät, dass ich ansteuern will, auch hat“, erklärt Seibt.

Probe vor dem Kauf

Mittels eines solchen Farbdisplays lassen sich eigene Icons für jedes Gerät anlegen und so einfacher ansteuern. „Es ist noch viel mehr möglich, das kostet dann aber auch entsprechend viel Geld.“ Die Experten raten, die Fernbedienung vor dem Kauf auszuprobieren. „Dazu sucht man sich im besten Fall einen Händler seines Vertrauens“, rät Seibt. „Bei vielen Herstellern kann man sich im Internet die Bedienungsanleitung mit den Gerätelisten herunterladen“. So kann man schon vorher nachschauen, ob die zu steuernden Geräte dabei sind.

Eine praktische, aber auch recht teure Lösung haben die Hersteller Telefunken und Tecnovum Technologies auf der Internationalen Funkausstellung im Herbst 2009 präsentiert: Ihr System heißt Mediola und ermöglicht es, fast alle elektronischen Geräte daheim per iPhone oder iPod zu steuern. „Mit Mediola kann alles erreicht werden, was per Funk, Infrarot, WLAN oder Bus gesteuert wird“, sagt Jürgen Lux von Tecnovum Technologies. Auf dem Display werden dann nur die Funktionen des angesteuerten Gerätes angezeigt – egal ob Heizung, Hifi-Anlage oder Gartenbewässerung. „Geplant ist eine Ausweitung des Systems auch auf Tablet-PCs und andere Smartphones“, sagt Lux.

Die Hardware kostet stolze 500 Euro. Es stellt sich allerdings die Frage: Wie schalten die Kinder den Fernseher an, wenn der Herr Papa auf Dienstreise ist und das iPhone dabei hat?

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