publiziert: 17.03.2010 13:36 Uhr
aktualisiert: 17.03.2010 13:38 Uhr
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Wenn der Laptop die Stereoanlage ersetzen soll

Für guten Klang kommt's auf die Boxen an
  • Eine Frage der Ausstattung: Wer sein Notebook als Ersatz für die Stereoanlage nutzen will, braucht gute Lautsprecher.
    Foto: dpa
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(dpa/sr) Für viele Nutzer ersetzt das Notebook die Stereoanlage: Es spielt Radiostationen aus der ganzen Welt, zeigt im Live-Stream selbst Musikvideos der abseitigsten Bands und lagert die gesamte Songsammlung seines Besitzers. Mitglieder der Generation Praktikum schätzen auch, dass es wesentlich leichter in den Umzugskarton passt. Doch lässt sich mit dem Klapprechner auch richtig Musik hören, kann er einen satten, klaren Sound erzeugen?

Die Antwort auf diese Frage hängt wie so oft von den Ansprüchen des Einzelnen ab. Laut Thomas Rau von der Zeitschrift „PC Welt“ bieten 15 bis 17 Zoll große Laptops mit ihren integrierten Lautsprechern bereits „einen ordentlichen Sound“ für Otto Normalmusikhörer. Peter Knaak von der Stiftung Warentest in Berlin sagt: „Über eingebaute Lautsprecher müssen wir nicht reden, die haben nur eine Alibifunktion.“ Und für Bernhard Rietschel, Hardware-Experte der Zeitschrift „Audio“, sind selbst kleine Aktivboxen nur „Computer-Brüllwürfel“.

Welche Qualität der Klang am Ende hat, hängt von mehreren Faktoren ab. Der erste ist, wie stark die Musik komprimiert ist. „Wer Musik als MP3 hört, braucht keine hochwertige Anlage“, sagt Rau. Aus ausgedünnten Digital-Songs könne kein satter Sound entstehen. Knaak widerspricht: Wurde die Musik mit 192 Kilobit pro Sekunde (kbit/s) oder gar mit 256 kbit/s digitalisiert, sei der Klang „von einer CD nicht zu unterscheiden“.

Verlustfreies Speichern

Rietschel empfiehlt, vor dem Kopieren von CDs stets „verlustfrei speichern“ anzuklicken. Das verbraucht zwar mehr Speicherplatz pro Song. Dafür kann das Album dann in vollkommener CD-Qualität abgespielt werden. Die Komprimierung sei der Flaschenhals, sagt Rietschel: „90 Prozent des Klangs machen die Lautsprecher aus.“ Wer keinen Verstärker ins Zimmer stellen will, greift zu Aktivboxen mit integriertem Verstärker. Je nach Lautstärke, Frequenz und Größe des Raums müssen sie eine gewisse Größe haben. Für ein 20 Quadratmeter großes Zimmer sollten Lautsprecher mindestens 30 Zentimeter hoch sein.

Beim Thema Subwoofer scheiden sich die Geister. Laut Rietschel brauchen ihn vor allem Leute, die den Bass gern in der Magengrube spüren. Für Zimmer-Lautstärke reichten zwei gute Aktivboxen aus. Knaak rät zu 2.1-Systemen mit einem Subwoofer und zwei Satellitenboxen mit je eigenem Hoch- und Tieftöner. Die Satelliten sollten mindestens das Volumen von zwei Milchtüten haben. Ohne den Subwoofer fehlten einfach die Bässe, das Klangbild werde verzerrt, so Knaak. Das sei allenfalls „was für Jugendliche, die sonst ihre Musik vom Handy hören“.

Gute 2.1-Systeme ab 200 Euro

Wer feinen Klang wünscht, darf nicht knausern: „Was unter 100 Euro kostet, kann man nicht nehmen“, sagt Knaak. Manch billige Aktivboxen klingen zwar beim ersten Hören verblüffend gut. Auf Dauer gingen die vielen Fehler und Störsignale aber auf die Nerven. Gute 2.1-Systeme seien ab 200 Euro zu haben, etwa von Teufel. Rietschel empfiehlt sogar erst Lautsprecher in der Preisklasse ab 600 Euro pro Paar, etwa von Quad oder Adam: „Das sind richtig erwachsene Hifi-Boxen.“

Im Elektrogroßmarkt seien solche Boxen selten zu finden. Knaak empfiehlt, sie übers Internet zu bestellen. Dann ließen sie sich innerhalb einer Frist auch wieder zurückschicken, wenn sie zu Hause schlecht klingen. Das Geld für eine externe Soundkarte können sich Käufer nach einhelliger Meinung der Experten sparen. Mit ihren vielen Schnittstellen dienen sie laut Rau vor allem dazu, die Anschlussmöglichkeiten zu erweitern – weniger dazu, den Klang aufzupolieren. Bezüglich der Klangqualität seien die Soundchips in modernen Notebooks gleichwertig.

Von dpa-Korrespondent Florian Sanktjohanser
    
    

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