publiziert: 03.03.2010 12:53 Uhr
aktualisiert: 03.03.2010 12:55 Uhr
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Wie Sie sich im Berufsalltag gesund ernähren

Zwischenmahlzeiten gegen Heißhungerattacken – Vernünftiges Essen macht fit für den Job – Würzburger Expertinnen geben Tipps
  • Guten Appetit: Ein Fünftel aller Erwerbstätigen isst regelmäßig in einer Kantine.
    Foto: DPA
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(cj) Wer im Beruf etwas leisten soll, muss fit sein. „Dazu gehört auch eine gesunde und der Situation angepasste Ernährungsweise“, sagt die Ernährungswissenschaftlerin Annegret Hager. „Berufstätigkeit und gesunde Ernährung müssen keine Gegensätze sein.“ Der Verbraucherservice Bayern hat zu diesem Thema Materialien mit dem Titel „Fit im Job – Richtig essen im Berufsalltag“ entwickelt, die in der Würzburger Beratungsstelle erhältlich sind.

Ein Fünftel aller Erwerbstätigen isst regelmäßig in einer Kantine. Alle übrigen Arbeitnehmer essen entweder gar nichts, essen am Arbeitsplatz oder nutzen andere Möglichkeiten der Verpflegung, so Hager. „Wichtig ist vor allem, dass etwas gegessen wird, denn ein fehlendes Mittagessen oder das ,Nebenbei-Essen‘ am Arbeitsplatz führen in den meisten Fällen zu Übergewicht und gesundheitlichen Beschwerden.“

Viele Menschen würden zu sorglos mit ihrer Gesundheit umgehen, denn zwei Drittel der Männer und gut die Hälfte der Frauen seien zu dick. Und viele würden deshalb an ernährungsmitbedingten Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörung leiden.

„Doch Abhilfe ist möglich“, ist sich die Würzburger Expertin sicher. „Regelmäßige Pausen fördern die sozialen Kontakte, eine richtige Speisenauswahl, genügend Getränke und Bewegung bringen Schwung in den Arbeitsalltag und halten länger gesund.“ Hintergrundinformationen und Tipps von Annegret Hager und ihrer Kollegin Bianca Schürger, Ansprechpartnerinnen im Verbraucherservice Bayern zum Thema „Fit im Job“:

Mittagstisch und Kantine

Die warme Mahlzeit hat aufgrund der Lebensmittelauswahl eine besondere Bedeutung für die Nährstoffzufuhr und kann nicht ohne weiteres durch eine kalte Mahlzeit ersetzt werden. Lebensmittelgruppen wie Kartoffeln, Getreideprodukte, Gemüse, Hülsenfrüchte, Fleisch und Fisch werden fast ausschließlich in einer warmen Mahlzeit verzehrt. Kantinen, Restaurants, Imbissbuden, Metzgereien oder Bäckereien bieten eine breite Auswahl an Gerichten. Eine geschickte Kombination fettarm zubereiteter Lebensmittel mit Gemüse, Salat und Obst vermeidet das Mittagstief und bietet dem Menschen eine breite Variante an Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen.

Essen unterwegs

Wer berufsbedingt täglich viel mit dem Auto unterwegs ist, ist hohen geistigen und körperlichen Anforderungen ausgesetzt. Viele Verkehrsunfälle ereignen sich infolge von Müdigkeit und Konzentrationsschwäche. Es gilt also, optimal für gute Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit zu sorgen. Fahrtüchtigkeit lässt sich auch mit der richtigen Ernährung beeinflussen. Stundenlanges, steifes Sitzen im Auto kann zu schlechter Durchblutung der Verdauungsorgane führen. Folge ist eine gestörte Verdauung mit Unwohlsein. Kommt eine ungünstige Ernährungsweise dazu, kann dies beim Fahrer zu Leistungseinbußen führen. Leichte Gerichte sowie der Verzicht auf blähende Speisen und kohlensäurehaltige Getränke entlasten Magen und Darm. Zwischenmahlzeiten helfen, Heißhungerattacken zu vermeiden, die dazu führen können, dass beim spontanen Besuch der Imbissbude große Mengen von kalorienreichen Speisen zu hastig gegessen werden.

Essen im Büroalltag

Mittags sollten Sie sich Zeit für eine ausgedehnte Pause nehmen, bei einem Vollzeitjob mindestens 30 Minuten. Isst man bewusst, nimmt der Magen kleinere Mengen auf und signalisiert eher ein Sättigungsgefühl. Ein zusätzlicher Standortwechsel alleine oder mit Kollegen macht den Kopf frei, Bewegung lockert die Glieder. Falls kein Essen in der Kantine möglich ist, kann man vorbereitete Speisen mitbringen. Dabei ist Abwechslung wichtig! Deshalb den Belag von Broten variieren und mit Rohkost aufpeppen. Statt Butter/Margarine auch mal Senf, Meerrettich, Tomatenmark oder Joghurt-Aufstrich nehmen. Kleingeschnittenes Gemüse oder ein Salat lassen sich gut in einer Dose von zu Hause mit ins Büro nehmen und schnell zubereiten. Bratlinge und Quiches schmecken auch ohne Aufwärmen.

Ernährung bei Schichtarbeit

Alle Körperfunktionen des Menschen sind durch einen festen Tages- und Nachtrhythmus vorgegeben und können nur schwer beeinflusst werden. Nur am Tag ist der Körper auf Leistungsbereitschaft eingestellt. In der Nacht verlangt er nach Ruhe und Regeneration. Schichtarbeiten heißt gegen diesen inneren Rhythmus zu arbeiten. Deshalb klagen viele Schichtarbeiter über Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Konzentrationsmangel, Magen-Darm-Beschwerden oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der Kalorien- und Nährstoffbedarf von Schichtarbeitern ist genauso hoch wie der von anderen Arbeitnehmern. Die Verteilung und die Mahlzeitengestaltung müssen jedoch an die veränderten Arbeitszeiten angeglichen werden. Während der Nachtschicht sind eine warme Mahlzeit um Mitternacht und eine kleine Zwischenmahlzeit zwei Stunden vor Schichtende sinnvoll. Ungünstig sind fette Speisen, scharf gebratene und stark gewürzte Gerichte. Bei der Zwischenmahlzeit verhindern Müsli oder ein Brot mit Käse ein Leistungstief.

Stark zuckerhaltige Lebensmittel wie Kuchen oder Schokoriegel sind dagegen nicht geeignet. Sie sorgen nur kurzfristig für einen Energieschub, der sich sehr schnell in aufkommende Müdigkeit umwandelt. Zusätzlich fördert dieses „Kalorienplus“ langfristig Übergewicht.

Info über das Angebot des Verbraucherservice Bayern „Fit im Job“ (Plakatserie, Faltblätter, Vorträge, Gesundheitsprojekte, Kochkurse) gibt es in der Würzburger Beratungsstelle, Bahnhofsstraße 4 - 6. Tel. (0931) 30 50 80; E-Mail: wuerzburg@ verbraucherservice-bayern.de

ONLINE-TIPP

Alle Artikel der großen Serie und viele Beiträge mehr zum Thema Gesundheit: www.mainpost.de/gesundheit

    
    

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