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publiziert: 30.01.2012 15:57 Uhr
aktualisiert: 30.01.2012 17:27 Uhr
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Navigon hat sein Ziel erreicht

Nach der Übernahme durch den US-Konkurrenten Garmin sehen die Würzburger ihre Zukunft gesichert
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„Die Amis schlucken Euch und pusten Euch weg vom Markt“ – derartige Befürchtungen hat der heutige Garmin-Würzburg-Geschäftsführer Johannes Angenvoort 2011 oft gehört. Anlass war die Übernahme des Anbieters von Navigationssystemen durch das US-Unternehmen Garmin im Juli. Bei Navigon selbst sieht man die Entwicklung positiv – und feierte jetzt in Würzburg nicht nur das 20-jährige Bestehen der Firma und den Umzug in neue Räumlichkeiten, sondern auch die Tatsache, Teil eines Weltkonzerns zu sein.

Gäste aus den USA

Neben dem Würzburger Oberbürgermeister Georg Rosenthal (SPD), Vertretern der Stadt und dem CSU-Landtagsabgeordneten Oliver Jörg hatten auch vier Vertreter aus dem obersten Management von Garmin den Weg zur Feier gefunden. Die Gäste aus den USA betonten, gern in Würzburg zu sein; überhaupt wurde viel geschwärmt: „Garmin war mein Wunschkandidat für eine Übernahme“, erklärte Egon Minar, Ex-Navigon-Vorstandsvorsitzender. „Märkte und Preise in unserer Branche gehen zurück – in einem weltweiten Verbund aber wird die Zukunft von Navigon gesichert sein.“ Garmin wiederum will sich durch Navigon, nach eigenen Angaben europäische Nummer eins in Sachen Handy-Navigation, stärker im Wachstumsmarkt Europa positionieren. Das Geschäft mit Navigationssystemen gilt als schnelllebig, da Unternehmen in immer kürzeren Abständen bei den Käufern punkten müssen. „Ihr Markt ist ein Haifischbecken“, betonte OB Rosenthal. Dass er mit dieser Einschätzung wohl richtig liegt, zeigt die Geschichte von Navigon: Immer wieder hatte die 1991 in Würzburg als CIS (City-Informations-System) gegründete Firma mit Krisen zu kämpfen.

Hohes Innovationspotenzial

So etwa 2007, als ein Marktstart in den USA mit Navigationsgeräten unter eigener Marke Millionenverluste nach sich zog. Die US-Tochterfirma wurde schnell wieder geschlossen, das Unternehmen galt danach als „finanzkritisch“. Der geplante „Navigon-Tower“ in der Veitshöchheimer Straße in Würzburg wurde 2008 abgeblasen – „die Investition hätten wir nicht überlebt“, so Angenvoort. Dass man all diese Krisen überwunden hat, sieht Rosenthal im „hohen Innovationspotenzial“ von Navigon begründet. Die Fähigkeit, in einem schnellen Markt durch Kreativität neue Geschäftsfelder zu erschließen, kam der Firma auch 2009 zugute: Als Apple, das anfangs keine Navigation auf dem iPhone zuließ, dieses Verbot kippte, brachte man bei Navigon innerhalb von nur zehn Wochen die erste Navi-Version für das iPhone 3G heraus, den „MobileNavigator“. „Das waren goldene Zeiten“, erinnert sich Jörn Watzke, Leiter des Navigon-Produktmanagements. „Für 99 Euro haben wir damals unser Produkt verkauft.“ Und auch wenn es gerade mal drei Monate dauerte, bis die Konkurrenz reagierte und ihre Produkte zum halben Preis anbot, schrieb man bei Navigon 2009 wieder positive Zahlen. „Navigon hatte sich als Premiumanbieter auf dem Markt etabliert.“

Marke Navigon bleibt bestehen

Was wird sich durch die Übernahme von Navigon durch Garmin für die Würzburger Belegschaft ändern? An die umfassenden Strukturen eines Weltkonzerns müsse man sich gewöhnen, erklärt Watzke: „Bisher waren die Abstimmungswege kurz.“ Außerdem wurde die Verantwortung für das weltweite Produktmanagement für Handy-Software auf Würzburg übertragen – laut Watzke eine große Herausforderung. Das Jahr 2012 sieht er als „Integrationsphase“. Der Name Navigon – wird er verschwinden? In den Gängen der Firma findet sich bereits der glänzende „Garmin“-Schriftzug. „Die Mitarbeiter sind emotional mit Navigon verbunden“, sagt Watzke. „Sie haben unter diesem Namen viele Krisen gemeistert.“ Als Marke bleibe Navigon bestehen, „wenn auch nicht bei allen Produkten.“

Von unserem Redaktionsmitglied Catharina Hettiger
    
    

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