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Tipps und Fakten aus der digitalen Welt
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publiziert: 22.05.2012 15:46 Uhr
aktualisiert: 11.06.2012 14:51 Uhr
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Twittern für die gute Sache: Strategie wichtig

Auch Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen wollen sich die neuen Möglichkeiten von Social Media zunutze machen – oft fehlt ihnen dabei aber noch die richtige Strategie.

  • Kampagne terre des hommes
    Facebook-Screenshot
    Bei der Kampagne »Ökologische Kinderrechte« setzt das Kinderhilfswerk erstmalig auf den Einsatz von neuen sozialen Medien. »In 5000 Bildern zu einer besseren Welt« lautet das Motto der Facebook-Aktion, bei der jeder Klick auf den »Gefällt mir«-Button belohnt wird.
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Es fehlen nur noch ein paar Klicks. Dann hat terre des hommes sein Ziel erreicht: 5000 neue Fans und 5000 Euro Spenden im Kampf gegen den Einsatz von Pestiziden. Bei der Kampagne „Ökologische Kinderrechte“ setzt das Kinderhilfswerk erstmalig auf den Einsatz von neuen sozialen Medien. „In 5000 Bildern zu einer besseren Welt“ lautet das Motto der Facebook-Aktion, bei der jeder Klick auf den „Gefällt mir“-Button belohnt wird – und das gleich in zweifacher Hinsicht. Während sich im Internet jedes Mal ein weiteres Bild und im Laufe der Zeit ganze Videoschnipsel zu einer Geschichte zusammensetzen, fließt gleichzeitig immer ein gesponserter Euro in reale Projekte.

„Wir sind sehr zufrieden mit der Kampagne – vor allem weil wir viele neue Fans gewonnen haben“, sagt Pressereferentin Urte Tegtmeyer. „Auch wenn das Ganze länger gedauert hat, als erwartet.“ Vorher nutzte die Organisation das soziale Netzwerk kaum: Hin und wieder wurden Pressemitteilungen veröffentlicht, ein Dialog mit den Usern fand so gut wie nicht statt. Damit soll in Zukunft Schluss sein: „Wir werden eine Online-Strategie entwickeln und sie auch organisch in unsere Organisation einbinden“, so Tegtmeyer. „Schließlich darf man diesen Trend nicht verschlafen.“

Mit dieser Sorge steht das Kinderhilfswerk nicht alleine da. Nichtregierungsorganisationen (NGO), zivilgesellschaftliche Initiativen und Aktivisten stehen vor der Herausforderung, die neuen Möglichkeiten von Internet und Social Media zu nutzen. Doch es stellt sich die Frage nach dem Wie, denn bisher standen meist andere Weg der Kommunikation im Vordergrund: Pressearbeit, Infostände oder Mitgliederwerbung. „Der Charme des Internets besteht im direkten Dialog und in der Schnelligkeit“, findet Urte Tegtmeyer. „Zudem können wir transparenter werden und den Alltag unserer Organisation öffentlich machen.“

Von diesen neuen Möglichkeiten ist auch Sophie Scholz überzeugt. Die Umweltpsychologin aus Berlin gründete 2008 die Initiative Socialbar, die inzwischen in 17 deutschen Städten regelmäßig Diskussionsrunden zum Thema „Zivilgesellschaft im Medienwandel“ organisiert. „Die neuen sozialen Medien führen zu einem kulturellen Wandel, der ein neues Verhalten und neue Werte wie Transparenz und Teilhabe hervorbringt“, sagt Scholz. „Darauf müssen auch die Organisationen reagieren, wenn sie überleben wollen – schon allein, um neuen Nachwuchs zu finden.“

Veranstaltungen wie die Socialbar oder die Fachkonferenz re:campaign (siehe Infokasten) sollen den Organisationen helfen, sich in der Welt der neuen Medien zurechtzufinden – mit Tipps von Experten, gegenseitigem Erfahrungsaustausch und Vernetzung. „NGOs, Sozialunternehmen und Stiftungen sind immer mehr bereit, Ressourcen für die Kommunikation im Netz zur Verfügung zu stellen“, weiß Scholz. „Und die Organisationen suchen inzwischen sogar geeignete Mitarbeiter, die sich ausschließlich um den Bereich Social Media kümmern.“ Dabei entstehen mitunter ganz neue Tätigkeitsfelder wie die des „E-Campaigners“ oder „Community Managers“. Gleichzeitig wächst die Auswahl an Anwendungen und Anbietern, die sich ausschließlich mit der Entwicklung von Online-Kampagnen beschäftigen.

In den letzten Jahren habe sich in diesem Bereich zwar einiges getan, findet Scholz. „Aber wir stehen noch am Anfang. Viele sehen die sozialen Medien immer noch als Ziel und nicht als Mittel.“ Statt sich verpflichtet zu fühlen, im Internet präsent zu sein, sollten sich die NGOs bewusst machen, dass soziale Medien vor allem eine Hilfe sind, die Ziele der Organisation zu erreichen – online wie offline.
Von unserem Redaktionsmitglied Regine Beyss
    
    

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