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publiziert: 01.03.2012 19:27 Uhr
aktualisiert: 02.03.2012 08:52 Uhr
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Datenschützer fordert: Google soll die Umstellung aussetzen

Hitzige Debatte im Internet

Trotz massiver Proteste hat Google am Donnerstag seine umstrittene neue Datenschutzerklärung weltweit in Kraft gesetzt. Der Internet-Riese vereinheitlicht damit die Richtlinien für mehr als 60 einzelne Dienste und wertet gleichzeitig die Nutzerdaten aller Produkte gesammelt aus. Mit der Einführung der neuen Regeln setzte sich das Unternehmen über Bedenken von Datenschützern und Politikern in Europa und den USA hinweg, die Zweifel an der Rechtmäßigkeit geäußert hatten.

Google hatte erklärt, mit der Zusammenführung der Daten die „Nutzung unserer Produkte noch unkomplizierter und intuitiver“ machen zu wollen, zum Beispiel über eine verbesserte personalisierte Suche. Zudem könne man so passendere Werbung anzeigen – das Kerngeschäft des Unternehmens. Der bekannteste Google-Dienst ist die Suchmaschine, doch das Unternehmen bietet Dutzende anderer Produkte an, etwa GMail/Googlemail, die Büro-Software Docs, den Kartendienst Google Maps, das Videoportal YouTube, das soziale Netzwerk Google+ und das Smartphone-Betriebssystem Android.

Vor allem die Verknüpfung personenbezogener Nutzerdaten aus verschiedenen Diensten stößt auf Bedenken. Eine Untersuchung der französischen Datenschutzkommission (CNIL) im Auftrag ihrer europäischen Kollegen war zu dem Ergebnis gekommen, dass die neuen Regeln gegen europäisches Recht verstoßen. Peter Schaar, oberster Datenschützer in Deutschland, hatte am Dienstag Google aufgefordert, die Umstellung bis zur Klärung aller Zweifel auszusetzen.

Isabelle Falque-Pierrotin, Chefin der CNIL urteilte kurz vor der Einführung von Googles neuer Datenschutzerklärung: „Unsere vorläufige Untersuchung zeigt, dass es extrem schwierig ist, genau abzuschätzen, welche Daten aus welchen Diensten und zu welchem Zweck kombiniert werden, selbst für ausgebildete Datenschutz-Fachleute.“ Googles Datenschutzchefin Alma Whitten antwortete lediglich, dass die Nutzer bereits über die Änderungen informiert seien und ein Aufschub sie nur verwirren würde.

Die hitzige Debatte setzte sich am gestrigen Donnerstag fort. Vor allem die Internetplattform Twitter war Ventil für den Unmut vieler Internet-User. Mit einem Hinweis, vorsichtig zu sein, veröffentlichten Newsportale und individuelle Nutzer Informationen, die über die neuen Bestimmungen aufklären sollten. Auch zur Löschung der eigenen Google-Daten wurde geraten. Insgesamt konnte man in der Internet-Community ein Unbehagen gegenüber Google feststellen. Viele nahmen das Ereignis mit Misstrauen auf. In Anspielung auf die neue Datenvernetzung der verschiedenen Google-Dienste twitterte ein Nutzer sarkastisch: „Wenn ich mal alt bin, schreib' ich keine Biografie, sondern lass' sie mir von Google und Facebook generieren.“ Ein weiterer stellte die Durchschaubarkeit der neuen Leitlinien in Frage und sieht ihre Nutzerorientiertheit als ein vorgeschobenes Argument: „Alles nur für den Nutzer! Gut, dass Google die neuen Datenschutzrichtlinien noch mal erklärt.“

(tk/dpa)
    
    

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