publiziert: 05.09.2010 14:39 Uhr
aktualisiert: 05.09.2010 14:44 Uhr
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Tugan Sokhiev wird neuer Chefdirigent des DSO

Der junge Ossete Tugan Sokhiev wird neuer Chefdirigent des Deutschen Symphonie-Orchesters (DSO) in Berlin.

  • Tugan Sokhiev Tugan Sokhiev wird neuer Chefdirigent des DSO Berlin. (Archiv)
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Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa löst der 1977 in Nordossetien im Kaukasus geborene Shootingstar den bisherigen Chefdirigenten Ingo Metzmacher (52) ab. Dieser hatte seinen Vertrag aus Protest gegen fehlende Finanzmittel nicht über 2010 hinaus verlängert.

Der neue Pultchef soll am Montag in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt werden und dabei seinen Vertrag unterschreiben. Eine offizielle Bestätigung für die Personalentscheidung gab es zunächst nicht.

Das Deutsche Symphonie-Orchester gehört nach den Berliner Philharmonikern zu den Spitzenorchestern in der Bundeshauptstadt, aber auch in ganz Deutschland. Seine Struktur steht derzeit auf dem Prüfstand. Frühere Chefdirigenten waren Kent Nagano, Lorin Maazel und Riccardo Chailly.

Sokhiev gilt mit seinen noch nicht einmal 35 Jahren in der internationalen Musikszene als herausragendes Talent. Bei seinem Debüt mit den Berliner Philharmonikern im vergangenen Jahr nannte die Kritik ihn eine «Dirigentenwunderwaffe». In wenigen Tagen gibt er seinen Einstand bei der Wiener Staatsoper mit Tschaikowskys «Pique Dame».

Das Berliner Orchester hatte sich nach einem Gastkonzert unter Sokhievs Leitung mit großer Mehrheit für den in Petersburg ausgebildeten Osseten ausgesprochen. Er ist seit 2008 Musikdirektor im südfranzösischen Toulouse. Zuvor war er dort Gastdirigent; 2005 wählten ihn die französischen Musikkritiker zur «musikalischen Entdeckung des Jahres».

In Berlin steht ihm nicht nur eine musikalische, sondern auch eine kulturpolitische Herausforderung bevor. Die Rundfunk Orchester und Chöre GmbH, zu der das Symphonie-Orchester gehört, soll nach den Vorstellungen der Gesellschafter umgebaut werden. Pläne, das DSO mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester zu fusionieren, sind aber vom Tisch.

Von Nada Weigelt, dpa
    
    

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