publiziert: 02.06.2009 14:33 Uhr
aktualisiert: 02.06.2009 14:47 Uhr
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Africa Festival: Die Konzerte von Sara Tavares und Salif Keita

Der letzte Konzertabend beim 21. Würzburger Africa Festival: Sara Tavares und Salif Keita

  • Fühl es: Sara Tavares beim 21. Würzburger Africa Festival.
    FOTO Chris weiß
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Es dampfte und brodelte. Salif Keita verwandelte das Zelt auf den Würzburger Mainwiesen in einen Hexenkessel. Laut und wild ging das 21. Africa Festival zu Ende. Sara Tavares brachte schon zuvor ihr Publikum in „Good Vibes“ mit ihren ausgelassenen, aber auch verträumten, melancholischen Liedern.

„Xinti“, forderte die in Lissabon aufgewachsene kapverdische Sängerin ihr Publikum auf. So hat die 30-Jährige auch ihr neues Album genannt. Xinti heißt: Fühl es. Und ihrer warmen Stimme konnte kaum jemand widerstehen. Eigentlich versteht Sara Tavares ihr neues Album, ihre Lieder als stille Gebete. Doch auf der Bühne ist sie nur für kurze Momente in sich gekehrt, wie bei der Ballade „Fundi Ku Mi“, bei der nur ihre Stimme und ihr Gitarrenspiel zu hören sind, oder bei „Ponto De Luz“. Ansonsten bringen ihre Musiker mit Drums, Bass und Ukulele Rhythmus und Schwung ins Rund des Festivalzeltes.

2001 war Sara Tavares das bisher letzte Mal in Würzburg. Da war ihre künstlerische Wende bereits vollzogen. Zuerst eiferte sie Vorbildern wie Whitney Houston nach, siegte 1994 sogar im Vorentscheid zum „Eurovision Song Contest“. Eine Karriere als Popsängerin bahnte sich an. Dann traf sie Lokua Kanza. Der in Zaire (heute Demokratische Republik Kongo) geborene Sänger, der 2008 einen Auftritt beim Africa Festival hatte, weckte in Sara Tavares ihre afrikanischen Wurzeln. Er produzierte ihr Album „Mi Ma Bo“ (1999). Den Titelsong präsentierte sie am Pfingstmontag in Würzburg. Auch einige Lieder aus „Balancé“ (2006), die meisten jedoch von ihrer jüngsten Scheibe, „Xinti“. Die sympathische Sängerin schreibt ihre Lieder selbst, eine Mischung aus afrikanisch, portugiesisch, aus Pop, Soul und Jazz. Bei „Di Alma“ brachte sie sogar alle zum Mitsingen: „I feel good, very nice. Cause I got good good Vibes.“

Optimismus und gute Gefühle vermittelte auch Salif Keita. Er kam wieder einmal mit großem Aufgebot nach Würzburg. Besonderer Blickfang waren seine beiden Backgroundsängerinnen. Eigentlich sind es Tänzerinnen. Ihre Bewegungen steckten an, am Ende des Konzerts holten sie ihr Publikum auf die Bühne. So endete das 21. Africa Festival in einem großen, bombastischen Fest.

Salif Keita hatte zwar keine neue CD mitgebracht. Wie 2006 begeisterte er auch bei diesem Konzert mit Liedern aus „M-Bemba“ und mit älteren Hits. Es ist seine ungewöhnliche Stimme, die in ihren Bann zieht. Golden wird sie genannt, auch „die schwarze Stimme des weißen Afrikaners“. Salif Keita ist Albino. Und er ist ein Nachfahre des Gründers des Königreichs von Mali. Genutzt hat es ihm wenig. Albinos gelten als Unglücksbringer. Deshalb wurde er von seiner Familie verstoßen.

„Albinos werden getötet, sie werden gegessen. Das ist wahr“, schockte Salif Keita sein Publikum, nachdem er mit dem „Africa Festival Award 2009“ für sein Engagement zugunsten der Albinos ausgezeichnet worden war. Sanon Fabéré aus Burkia Faso, Präsident der Albino-Selbsthilfegruppe ANIPA und selbst Albino, überreichte den Preis. Für diesen feierlichen Moment unterbrach der charismatische Musiker sein Konzert, holte jedoch mit „Mandjou“ und „Madan“ die Fröhlichkeit zurück auf die Bühne. er komme gerne hierher, sagte Keita einst in einem Interview. Die Deutschen würden nicht auf ihren Sitzen kleben, sie würden tanzen und hätten einfach Spaß – wie in Würzburg.

Von unserem Redaktionsmitglied Christine Jeske
    
    

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