publiziert: 01.06.2009 15:45 Uhr
aktualisiert: 01.06.2009 16:58 Uhr
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Africa-Festival: Reise nach Marokko

Klaus Doldinger mit Band und Raí-König Khaled beim Festival

Nicht nur das Tagesprogramm auf der offenen Bühne, auch das Abendprogramm des 21. Würzburger Africa Festivals entführte in maghrebinische Hörwelten. Am Pfingstsonntag präsentierten der 73-jährige Klaus Doldinger und seine Passport-Musiker Gäste aus Algerien und Marokko. Im zweiten Konzert des Abends stellte Khaled, der König des Ra?, sein neues Album „Liberté“ vor.

  • Camagwini.
  • Klaus Doldinger.
  • Sängerin der Miriam Makeba Band.
  • Oumou Sangaré.
  • Khaled.
  • Bodenständig, doch mit eigenwilligem Outfit: Thandiswa Mazwai, Sängerin aus Südafrika.
    Alle FOTOs Chris Weiss
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Manche werden nur auf diesen Song gewartet haben. Sie mussten sich fast zwei Stunden gedulden. Es ist sein berühmtestes Lied – „Aicha“. Kaum waren die ersten Takte zu hören, schallte es Khaled aus dem Publikum entgegen: „Aicha, Aicha, écoute-moi. Aicha, Aicha, t'en vas pas . . .“ Wer kennt ihn nicht, den Refrain des Welthits? Ein Ohrwurm.

Khaled hatte jedoch nicht nur seine alten Hits mit nach Würzburg gebracht wie „Didi“ oder „N'ssi N'ssi“. Er und seine Musikern testen neue Hörgewohnheiten mit Liedern aus seinem neuen Album. In einem Interview bekannte Khaled, er habe Angst, die Europäer seien nicht bereit für diese Art von Musik.

    
Impressionen vom 21. Africa Festival
Mitreißende Musik, treibende Trommeln, exotische Waren, leckeres Essen: Das Africa Festival bietet für jeden etwas und lockt auch in diesem Jahr unzählige Besucher auf die Würzburger Mainwiesen. Video: Christina Haas
    


Viele waren es im ausverkauften Festivalzelt auf den Würzburger Mainwiesen. Natürlich vor allem seine maghrebinischen Fans, die sich vor der Bühne drängelten und ihn laufstark feierten. Sie schwenkten algerische und marokkanische Nationalflaggen, erbettelten sein Schweißtuch und begleiteten ausgelassen den algerischen Sänger auf der musikalischen Zeitreise zurück zu den Wurzeln der populären Volksmusik seiner Heimat, des Ra?.

Khaleds Angst bezog sich auf die für westliche Ohren ungewohnten, langen Intros, Mawwal genannt. Sie sind typische arabische Gesänge zu Beginn eines Liedes, klingen nach Orient, nach Tausendundeiner Nacht, nach Sehnsucht, nach weit, weit weg. Mit ihnen kann Khaled die Virtuosität seiner Stimme demonstrieren. Er war bereits zwei Mal beim Africa Festival. Der 49-Jährige bewies erneut, dass er des „König des Ra?“ ist. Eingängiger für westliche Ohren war sicherlich der erste Stargast des Abends. Bereits vor einem Jahr hatte es ein Gastspiel von Klaus Doldinger beim Africa Festival gegeben, wenn auch ein kurzes als Ehrengast von Manu Dibango. Heuer hatte er seine Passport-Musiker mitgebracht. Doch bevor der nimmermüde 73-Jährige und seine sieben, zum Teil altersmäßig wesentlich jüngeren Mitstreiter mit Liedern aus dem 2006 veröffentlichten Album „Passport to Morocco“ das Publikum von den Stühlen rissen, wärmten sie den Abend mit älteren Hits wie „Happy Landing“ oder „Will O'The Wisp“ auf.

2005 tourte der Jazzsaxofonist mit seiner Band Passport durchs Land, spielte mit einheimischen Gnawa-Musikern. Drei hatte er mitgebracht: Rhani Krija, Majid Bekkas sowie Momo Djender aus Algier. Eine Erinnerung an die erste musikalische Reise Doldingers in den 1960er Jahren nach Nordafrika war „Sahara“ – ein Höhepunkt des Abends neben „Zidane“, „Riyad El Cadi“ oder „Medina“. Angeblich ist sich Doldinger sicher, dass auch der Blues aus Afrika stammt. Zumindest versicherte Bekkas mit tiefer Stimme und mit dem Spiel auf der Basslaute, dass er den Blues in seiner Seele hat. Blues hin, Blues her – unbestritten war nach dem atemberaubenden Konzert der Wunsch vieler, dass es nicht der letzte Auftritt Klaus Doldingers beim Africa Festival gewesen sein möge.

   
Von unserem Redaktionsmitglied Christine Jeske
    
    

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