aktualisiert: 07.07.2008 18:35 Uhr
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BAD KISSINGEN
Beethovens mitreißender Optimismus
Neunte Sinfonie von den Bamberger Symphoniker
„Freude, schöner Götterfunken“ gibt's als Handy-Klingelton, Europa-Hymne und als Pop-Version. Dennoch hat die Originalmusik aus Beethovens „Neunter“ nichts von ihrer Frische und von ihrem Optimismus verloren. Zumindest, wenn sie die Bamberger Symphoniker unter ihrem Chefdirigenten Jonathan Nott spielen. Wie jetzt beim Kissinger Sommer.
Nicht enden wollender Applaus war der verdiente Lohn für die ergreifende Darbietung von Solisten, Chor und Orchester. Hervorragend der lyrische Tenor Thomas Cooley. Der Amerikaner war für den Russen Andrej Dunaev eingesprungen, während die grundsolide Mezzosopranistin Margarete Joswig die erkrankte Annelie Peebo ersetzte. Svetlana Doneva überzeugte mit ihrem beweglichen Sopran genauso wie der Bass David Soar. Schön, dass die vier Solisten auch als Ensemble ein rundes und doch differenziertes Klangbild schufen. Grandios der Chor der Bamberger. Sowohl im satten Tutti wie im feinen Fugato.
Dabei wussten die Bamberger Symphoniker schon vor dem berühmten Schlusschor das Publikum zu packen. Und das lag vor allem an der überaus effekt- und sinnvollen Orchesterführung durch den Dirigenten. Die Instrumentalisten lieferten eine überdurchschnittliche Leistung ab. Ein kleiner Patzer der ersten Oboe im Trio des Scherzos und ein weiterer von der ersten Trompete zu Beginn des Finales taten dem nur wenig Abbruch.
So boten die Bamberger dank des energischen Taktstocks von Jonathan Nott im ersten und dritten Satz eine Musik, die sie genauso sperrig und versöhnlich präsentierten, wie sie von Beethoven gemeint ist. Erstaunlich, wie souverän das Orchester im so gänzlich anders gestalteten langsamen Satz die herrlichen Melodiebögen spannte.
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