publiziert: 10.10.2008 12:58 Uhr
aktualisiert: 10.10.2008 13:52 Uhr
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Christiane Hörbiger und die Möglichkeit der Liebe im Alter

Die beliebte Schauspielerin feiert am Montag ihren 70. Geburtstag – Fernsehen mag sie lieber als Theater
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    Christiane Hörbiger.
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(dpa) Wenn sie mit 60 immer noch populär sei, dann sei das vielleicht ein Resultat ihrer Arbeit, hatte Christiane Hörbiger vor 20 Jahren in einem Interview gesagt. Am Montag, 13. Oktober, feiert die österreichische Schauspielerin ihren 70. Geburtstag – und ist noch immer populär.

Die Liebe zur Schauspielerei liegt in der Familie: Als Tochter des bekannten Schauspieler-Ehepaares Attila Hörbiger und Paula Wessely wurde sie 1938 in Wien geboren. Auch ihr Onkel Paul Hörbiger verdiente sein Geld auf der Bühne und beim Film. Die Ausbildung am renommierten Max-Reinhardt-Seminar in Wien brach der Schauspielerspross schon nach vier Wochen wegen eines Filmangebotes ab. Wenig später ging sie auch ans Theater. Um sich aus dem Schatten der Eltern zu lösen, verließ die Hörbiger Wien und erwarb sich an verschiedenen Theatern schnell einen Ruf als ernstzunehmende Schauspielerin. Sie stand in Stücken von Nestroy, Horváth, Schnitzler, Lessing und Zuckmayer auf der Bühne.

Heute zieht es Christiane Hörbiger nicht mehr zur Bühne: „Mit dem Theater habe ich abgeschlossen. Ich habe alles gespielt und überhaupt nicht den Ehrgeiz, der erste weibliche King Lear zu sein oder etwas in der Art.“ Sie fände es inzwischen reizvoller, im Fernsehen zu zeigen, dass einem auch im Alter Liebe begegnen kann.

Mit der Fernsehserie „Das Erbe der Guldenburgs“ wurde sie in den 80er Jahren bekannt. Sie spielte in Helmut Dietls „Schtonk“. Für ihr Spiel in der Filmkomödie „Alles auf Anfang“ erhielt sie 1994 den Deutschen Filmpreis. Als starke, lebenserfahrene Bezirksrichterin in der Erfolgsserie „Julia – Eine ungewöhnliche Frau“ fesselte die Wienerin Millionen von Zuschauern, eine dezent-zarte Sexszene mit ihrem Kollegen Michael Mendl in dem Fernsehfilm „Mathilde liebt“ löste 2005 eine Diskussion über Sex im Alter aus.

Christiane Hörbiger war zwei Mal verheiratet und hat einen Sohn, der als Drehbuchautor in Los Angeles lebt. Ihre zweite Ehe mit dem Journalisten Rolf Bigler endete tragisch: 1978 fand die Schauspielerin nach einer Vorstellung die gemeinsame Wohnung von innen versperrt vor. Sie ließ die Türe aufbrechen und fand dahinter den toten Ehemann – er hatte einen Herzinfarkt erlitten.

Mit ihrem heutigen Lebensgefährten, dem Schriftsteller Gerhard Tötschinger, ist Christiane Hörbiger seit 24 Jahren zusammen. Sie lebt abwechselnd in Wien und Zürich.

    
    

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