aktualisiert: 18.06.2009 13:38 Uhr
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KLINGENBERG
Clingenburg Festspiele: Verwirrspiel im Elfenwald
Gelungene Premiere von „Ein Sommernachtstraum“ auf der Clingenburg
In einer traumhaften Sommernacht lockten die Clingenburg Festspiele mit der Premiere von William Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ die Zuschauer an. Der zauberhafte Komödienklassiker war nicht nur Startschuss fürs Abendprogramm des Freilichttheaters auf der Burg in Klingenberg, sondern auch der Regie-Einstand des neuen Intendanten der Festspiele, Marcel Krohn – es war ein gelungener Einstand.
Kaum eine andere von Shakespeares Kommödien ist so bekannt und beliebt wie der „Sommernachtstraum“, in dem liebeskranke Menschen und geheimnisvolle Feengestalten aufeinandertreffen und ein fein gewebtes Verwirrspiel seinen Lauf nimmt, bis sich schließlich alle in den (richtigen) Armen liegen. Die rechte Balance zu finden zwischen dem Witz der Handlung und der Dialoge und dem Reiz des mystischen Waldes erfordert Fingerspitzengefühl, das Krohn beweist. In seiner Inszenierung überwiegt die poetische Kraft des Stückes den Klamauk und sorgt für ein zauberhaftes und trotzdem lustiges Theatererlebnis.
Sparsam eingesetzte, aber stimmungsvolle Musik gibt einen passenden Rahmen. Optisch bleibt nichts zu wünschen übrig: Die natürlichen Gegebenheiten der Klingenberger Bühne werden ideal genutzt. Im rechten Bühnenbereich repräsentieren Mauern und Wände den städtischen Teil, also Athen, der mehrstufige Bereich der Hauptbühne hat sich in einen wildromantischen Zauberwald verwandelt, in dem sich die Geistwesen Oberon (Folke Paulsen) und Titania (Inés Zahmoul) tummeln, in den Hermia (Ines Lammers) mit ihrem Geliebten Lysander (Moritz Ross) flieht, nachdem ihr Vater (Hans Hirschmüller) ihr mit dem Tode gedroht hat, sollte sie nicht den von ihm für sie ausersehenen Demetrius (Thomas Keller) heiraten. Demetrius, schwer verliebt in Hermia, folgt dem Paar in den Wald. Ihm wiederum folgt die schöne Helena (Kerstin Kramer), die dem Demetrius rettungslos verfallen ist. Als auch noch eine kleine Gruppe miserabler Schauspieler die Lichtung zur Probe nutzen will und dann auch noch Magie und Liebeszauber ins Spiel kommen, ist das Chaos perfekt. Das rechte Maß an Choreografie sorgt für etwas Ordnung im Verwirrspiel, so dass die Ereignisse im Elfenwald zwar für die Paare unübersichtlich werden, nicht aber fürs Publikum.
Die Darsteller bekommen und nutzen ihren Freiraum, um Profil zu gewinnen, vor allem die Damen (Kramer und Lammers) fallen positiv auf. Oberons Diener Puck ist der heimliche Star – und der Publikumsliebling: Beim Schlussapplaus bekommt er deutlichen Extrabeifall.
Fritzi Eichhorn spielt den übermütigen Geist mit unbändiger Energie und maliziösem Charme: viel Kobold, eine Prise Teufel und eine Spur weiblicher Spott. Auch die Maske (Hannie de Lobie-Stapelkamp und Gerard de Lobie) hat sich ins Zeug gelegt. Weiterer Höhepunkt: die Gruppe der schauspielernden Handwerker, allen voran Heiko Schendel, die nicht nur mit ihrer Aufführung der Tragödie um Pyramus und Thisbe für Lachsalven sorgen. Ein rundum zauberhafter Theaterabend.
Die nächsten Aufführungen: 19., 20., 21. Juni jeweils 20.30 Uhr (auf dem Spielplan bis 2. August). Karten unter Tel. (0 93 72) 30 40, E-Mail: info@clingenburg-festspiele.de
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