publiziert: 05.02.2012 14:42 Uhr
aktualisiert: 05.02.2012 18:36 Uhr
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Die Amigos im Doppelpack

Das Würzburger Congress Centrum war beim Konzert der zwei Sänger voll besetzt
  • Blumig: Die Amigos im ausverkauften Würzburger Congress Centrum auf der Bühne.
    Foto: Cjris Weiss
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Amigos stehen zu ihrem Wort: Auf ihrer „Solo-Tour 2012“ spulen „Die Amigos“ ganz alleine auf der von monströsen Lichtwänden eingerahmten Bühne ihr Programm ab. Den 1400 Fans im voll besetzten Congress Centrum Würzburg ist es egal, dass die Musik aus der Konserve kommt. Mit den zwei Sängern schwelgen sie über zwei Stunden in wohligen Melodien und herzergreifenden Texten.

Die nimmermüden Musiker, die bei 28 umjubelten Liedern und einem stehend gefeierten Abschluss-Hit-Medley beachtliche Kondition beweisen, sind noch einmal heiße Anwärter auf den „Echo“. 2011 ersangen sie sich den renommierten Preis in der Kategorie „Volkstümliche Musik“. Zum Erfolg führte die „schönste Liebeserklärung“, versteckt in dem auffallend flotten Titel „Hey, weißt du, was du für mich bist“.

    
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Amigos
Würzburg
04.02.2012
    
Die Gebrüder Ullrich wollen mit ihren Liedern die Alltagssorgen (zumindest vorübergehend) vergessen machen, entführen mit sanften Melodien und romantischen Filmchen auf der Videowand an den Strand („Nur das Meer sah zu“) oder aufs Wasser („Das weiße Schiff“). Manchmal, als wäre die Bühnenpräsenz nicht genug, erscheinen sie mit dem gleichen Lied auch auf der Leinwand: Die Amigos im Doppelpack!

Karl-Heinz (63 Jahre), der die Gitarre umhat, und der zwei Jahre jüngere Bernd, der von Song zu Song führt und sie meist anstimmt, präsentieren gerne „Lieder mitten aus dem Leben“. Die sind manchmal traurig („Das Mädchen Juanita“), schlicht ergreifend („Opa im Himmel“) oder handeln gar vom Tod („Wir sehn uns in der Ewigkeit“).

Die Amigos kennen keine Scheu vor Tabuthemen wie Kindesmissbrauch. Da redet sich der sonst eher wortkarge Bernd in Rage: „Keine Verjährung, und Täter wegsperren bis zum Lebensende!“ Reichlich Beifall auch für die gelungene musikalische Aufarbeitung der bedrückenden Schicksale in „Denn es tut so weh“. Wer den Puls der Zeit fühlt, kommt an Hellas nicht vorbei. Das Lied vom heimwehkranken Griechen („Weiße Rosen blühen in Athen“) schrammt hart an den Griechenland-Klassikern von Nana Mouskouri und Udo Jürgens vorbei. Vielleicht sollten sich die zwei honorigen Männer aus dem mittelhessischen Villingen mal dem Thema „Plagiat“ zuwenden. So ließe sich auch der Adel noch in ihr Liedgut einbinden.

Von unserem Mitarbeiter Reinhard Glaab
    
    

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