publiziert: 03.11.2009 16:02 Uhr
aktualisiert: 03.11.2009 16:10 Uhr
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Die Dubliners in Würzburg: Irish Coffee ohne Kaffee

Alt und gut – Die Dubliners in Würzburg

Sie sind alt geworden, die Dubliners. 337 Jahre bringen die fünf auf die Bühne des ordentlich besetzten Würzburger Congress Centrums. Der gute alte Barney McKenna, einziges noch lebendes Gründungsmitglied der 1962 ins Leben gerufenen irischen Folk-Band, kann kaum laufen. Er darf sitzen. Auch seine Stimme hat ziemlich gelitten. Trotzdem fliegen ihm die Herzen zu, wenn er nochmal „I wish I had someone to love me“ singt oder auf dem Banjo zehn Minuten lang immer schneller irische Tanzmusik klimpert, die nicht nur Grundlage für „Lord of the Dance“ ist.

Der Abend steht unter dem Motto „A Time to Remember“, und so wird in Wort und Bild an tote Band-Mitglieder erinnert: an den legendären Luke Kelly mit seiner Reibeisen-Stimme – der politische Kopf der Gruppe starb 1984 an einem Gehirntumor; an Ciaran Bourke (gestorben 1988) und Ronnie Drew (gestorben 2008). Es bedarf schon erheblicher Englisch-Kenntnisse, um die Mischung aus Gedichten, fröhlichen Grabreden und 25 Liedern um Liebe, Abschied, Gewalt, Rebellion und natürlich Whisky zu verstehen, die die irische Seele widerspiegeln.

Die liebevolle, oft hintergründige Ankündigung von frühen Stücken, bei denen das Video noch nicht wichtiger war als der Song selbst, rührt viele im Saal. Ein paar Dutzend Iren – und nicht nur die – singen begeistert mit bei „The Fiddlers Green“, der Gefängnis-Ballade „The Old Triangle“ und natürlich bei „The River of Mountain Dew“, „Whiskey in the Jar“, „Dirty old Town“ oder „Wild Rover“ (in Deutschland als „An der Nordseeküste“ bekannt).

Gegen 22.45 Uhr gibt es als letzte Zugabe das Lied von der Fischverkäuferin Molly Malone. Danach können sich die Dubliners endlich ihrem „Irish Coffee“ zuwenden. „Aber ohne Coffee!“, hatte Barney McKenna schon vor der Pause angekündigt.

Von unserem Mitarbeiter Hans-Jürgen Grellmann
    
    

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