aktualisiert: 28.02.2011 16:08 Uhr
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Die Suche nach der idealen Welt
Die Geschichte der Utopie
Gregor Hens: Nikotin (S. Fischer, 192 Seiten, 17,95 Euro). „Ich rauche nicht mehr, aber es gibt immer wieder Momente, in denen ich an nichts anderes denken kann als an Zigaretten. Ich sollte dieses Buch wirklich nicht schreiben, es ist viel zu riskant.“ Gregor Hens geht das Risiko ein und erinnert sich: an die erste Zigarette, mit der er in einer kalten Silvesternacht Raketen anzündete und daran zog, um seine Mutter zu beeindrucken, an den blauen Dunst im Mercedes 280 SE seiner Eltern auf der Fahrt in die Ferien, und an den Genuss des Rauchens, an die Lust auf die nächste Zigarette und viele phantasievolle Spielarten des Aufhörens.
Andreas Kieling Ein deutscher Wandersommer 1400 Kilometer durch unsere wilde Heimat (Malik, 404 Seiten, 32 Seiten Farbbildteil, 22,95 Euro). Kieling bereiste die ganze Welt, kam exotischen Tieren so nahe wie kaum jemand. Die überraschendste Entdeckungstour aber wurde für ihn eine Deutschlandwanderung mit seiner Hündin Cleo entlang der einstigen innerdeutschen Grenze, 1400 Kilometer, acht Bundesländer in sieben Wochen. Er fand die Wildnis mitten in Deutschland: Flussperlmuscheln in der Regnitz, Mufflons im Thüringer Wald, Luchse im Harz, Wanderfalken im Eichsfeld, vom Aussterben bedrohte Birkhähne in Hessen. Nandus in Mecklenburg, seltene Seeadler auf dem Schaalsee.
Ralf Isau: Die zerbrochene Welt (Piper Fantasy, 496 Seiten Gebunden, 19,95 Euro). Berith ist eine Welt aus unzähligen Schollen, die durch das Weltall schweben. Als das grausame Volk der Dagonisier die Macht über das ganze Reich an sich reißen will, kommt es zu einem Krieg, der das sonst so friedliche Berith zu zerstören droht. Einzig der Nebelwächter Taramis ist in der Lage, das Blutvergießen zu verhindern. Gemeinsam mit seinen Gefährten, die dem Kreis der Zwölf angehören, setzt er alles daran, seine Welt zu retten. Doch der Kampf ist nicht nur von schweren Schicksalschlägen begleitet – er führt auch zu den gefährlichsten Geheimnissen der zerbrochenen Welt.
Gregory Claes: Ideale Welten (Theiss, 224 Seiten, 150 Farbabbildungen, 29,90 Euro). Platon träumte davon. Jonathan Swift schickte seinen Gulliver auf Entdeckungsreisen zu Liliputanern und Riesen. Hippies und Kommunisten wähnten sich auf dem Königsweg dorthin: Die Suche nach der idealen Welt ist universell. Viele großartige Entwürfe, Ideen und Konzepte, alle so logisch, so durchdacht und hoffnungsvoll, zerplatzen an der Realität. Auf allen Kontinenten und zu allen Zeiten jagten Denker und Reformer der Idee nach – um zu scheitern. Die Frage bleibt trotzdem aktuell: Ist die Suche nach einer glücklicheren Welt nur eine fixe Idee von Fantasten oder brauchbare Maßgabe für Politiker? Der Autor, Spezialist für Utopiegeschichte, beleuchtet in dem reich bebilderten Band alle Facetten einer Idee, die, so unmöglich sie ist, sich durch Literatur, Geschichte, Kunst, Populärkultur zieht.
Sharon Bolton: Bluternte (Manhattan, 512 Seiten, 16,99 Euro). Familie Fletcher ist vor kurzem aufs Land gezogen. Doch die vermeintliche englische Dorfidylle entpuppt sich bald als Alptraum. Die beiden Söhne der Fletchers hören auf dem Friedhof nahe des Hauses rätselhafte Stimmen und sehen immer wieder die seltsame Gestalt eines Kindes. Als eine Friedhofsmauer einstürzt und ein Grab mit den Überresten dreier Mädchen freigelegt wird, ist klar, dass der Ort ein tödliches Geheimnis birgt. Und die kleine Tochter der Fletchers könnte das nächste Opfer eines rätselhaften Killers sein.
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