publiziert: 23.06.2010 18:07 Uhr
aktualisiert: 23.06.2010 18:13 Uhr
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Fünf Musiker machen Schuberts launische Forelle springlebendig

Hellwaches und geistreiches Zusammenspiel – Meister der Kammermusik beim Mozartfest im Kaisersaal der Würzburger Residenz

„In einem Bächlein helle, da schoss in froher Eil‘ die launische Forelle vorüber wie ein Pfeil.“ Die Melodie des bekanntesten Schubert-Liedes, „Die Forelle“, stellte der Komponist ins Zentrum eines seiner beliebtesten Kammermusikstücke: des Forellenquintetts.

Und wie das Schubert‘sche Meisterwerk beim Mozartfest im ausverkauften Kaisersaal der Würzburger Residenz erklang – es war einfach eine herrlich spritzige, springlebendige Sache. Kein Wunder. Schließlich waren es fünf versierte Kammermusiker, die sich der prickelnden Musik annahmen. Allen voran die drei Mitglieder des inzwischen aufgelösten legendären Alban-Berg-Quartetts, Valentin Erben (Cello), Gerhard Schulz (Geige) und Isabel Charisius (Bratsche). Dazu kamen der fantastisch aufspielende Pianist Christian Zacharias und der Kontrabassist Alois Posch.

Natürlich glänzten die hervorragenden Instrumentalisten mit großen Einzelleistungen, auch bei den anderen aufgeführten Werken. Insbesondere Posch und Erben begeisterten beim Vortrag des allein schon durch seine instrumentale Besetzung und die damit verbundene Klanglage humorvollen Duos für Cello und Kontrabass von Rossini.

Indes war es in erster Linie das hellwache und geistreiche Zusammenspiel, wodurch die fünf Musiker das Publikum hinrissen. Wie Kammermusik gut vorzutragen ist, ohne langweilig zu werden, machten die Instrumentalisten im berühmtesten Satz des Forellenquintetts, dem vierten, modellhaft deutlich.

Plastisch ließen sie das Thema aus dem Schubert-Lied von Variation zu Variation durch alle Stimmen wandern und beleuchteten so die unterschiedlichsten Facetten der volksliedhaften Melodie. Brillant im Zusammenspiel, konnten die Musiker bei Schubert ihre virtuosen Qualitäten unter Beweis stellen, und die Zuhörer konnten unter anderem die famose Technik und Musikalität des mittlerweile 60-jährigen Christian Zacharias genießen.

In Mozarts g-Moll-Klavierquartett leuchteten sie auf vorbildliche Art und Weise die strukturellen und emotionalen Tiefen des anspruchsvollen Werkes des Wiener Meisters aus. Durch die kräftig zupackende Interpretation des genauso berührenden wie energiegeladenen Stückes gelang es den Instrumentalisten klar zu machen, wie nahe sich Mozarts und Schuberts Kompositionstechnik sind.

Von unserem Mitarbeiter Frank Kupke
    
    

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