aktualisiert: 26.04.2010 16:54 Uhr
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WÜRZBURG
Gott macht alles gut
„7 – das Tausendjährige Reich“ und „Cheleq“
Dass durch göttliches Eingreifen irgendwann alles wieder gut wird auf Erden, glauben Christen wie Juden: Dies ist die Kernaussage zweier Werke, die – kunstvoll ineinanderverschachtelt – bei einer vom Mainfranken Theater Würzburg auf die Beine gestellten Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Endspiel – Würzburger Apokalypse 2010“ der Diözese in der Augustinerkirche zur Aufführung gelangten.
Es handelt sich um das musiktheatralische Projekt „7 – das Tausendjährige Reich“ des Then-Quartetts und um die Uraufführung der Komposition „Cheleq – eine Lektüre“ der Komponistin Magret Wolf. In der bestens besuchten Augustinerkirche überzeugten die Akteure des Then-Quartetts (Kai Christian Moritz, Ulrich Pakusch, Philipp Reinheimer, Bernhard Stengele) mit der Rezitation ihres Projektes genauso wie das Vokal-Quartett aus Maximilian Argmann, Simon Tischler, Janno Scheller und Felix Rathgeber mit der Interpretation des hochkomplexen Werkes von Magret Wolf. Die Komponistin vertonte einen Talmud-Abschnitt, in dem sich berühmte Rabbiner um das richtige Verständnis jüdischer Endzeiterwartungen auseinandersetzen. Alle Texte der Offenbarung und des Talmuds sowie eine kritische Würdigung der Wirkungsgeschichte des biblischen Textes wurden auf die Reproduktion des bekannten Abendmahlbildes von Ben Williken per Beamer projiziert (inklusive eines Seitenhiebs auf die Kirche wegen der Missbrauchsdebatte).
Das Williken-Triptychon ist eine moderne Antwort auf Leonardo da Vincis berühmtes Mailänder Abendmahlfresko und zeigt von diesem nur die Architektur und Innenausstattung des Raumes. Christus und die Apostel fehlen. Die Ausführenden und die anwesende Komponistin ernteten großen Beifall für die Uraufführung.
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