aktualisiert: 29.06.2008 15:25 Uhr
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BAD KISSINGEN
Happy End mit ausgiebigem Kuss
Bravorufe bei der Italienischen Operngala des Kissinger Sommers
Bei der Italienischen Operngala der Kissinger Sommers gab es ein Happy End: Ein angeregtes Raunen ging durchs Publikum, als Rudolfo, alias David Lomeli, seine Mimi, alias Nicole Cabell, ausgiebig küsste beim abschließenden Duett „O soave fanciulla“ aus Puccinis Oper „La Boheme“. Bravorufe und donnernder Applaus folgten.
Schon vor der Pause war klar: Cabell und Lomeli haben außergewöhnliche Stimmen, die zueinander passen. Szenisch verschmolzen sie aber erst im zweiten Teil. Da standen italienische Arien und Duette statt französischer auf dem Programm: Donizetti, Rossini, Puccini statt Gounod, Bizet und Massenet.
Nicole Cabell überzeugte von Beginn an. So gewagt wie ihr nicht enden wollender Schlitz im Kleid waren ihre Tonsprünge in höchste Lagen. Mühelos gab sie mal die Soubrette (als Musetta in „Quando m'en vo“ aus „La Boheme“), mal den lyrischen Sopran (als Micaela „Je dis, que rien ne m'épouvante“ aus Bizets „Carmen“). Feinfühlig gestaltete sie große Linien. David Lomelis lyrischer Tenor besitzt Strahlkraft, wohlige Klangfarbe und ausgeprägte Tragfähigkeit. Die Rodrigues-Arie „Ah! Tout est bien fini“ von Jules Massenet phrasierte er eindringlich. Bravourös die Marcello-Arie „Inosservato“ aus „Il Duca d'Alba“.
Spielfreudig disponiert war das Münchner Rundfunkorchester unter Leitung von Lawrence Foster. Federnd leicht gelang Rossinis Ouvertüre „L'italiana in Algeri“, sinfonisch eindringlich das Intermezzo 3. Akt aus Puccinis „Manon Lescaut“.
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