aktualisiert: 16.06.2008 16:12 Uhr
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BAD BRÜCKENAU
Heltau zu Gast bei König Ludwig
Der bekannte Burgschauspieler begeisterte mit Wiener Liedern
Charmante Unterhaltung mit vielen Wiener Liedern, Ohrwürmern vergangener Zeiten und einigen literarischen Ausflügen bot Michael Heltau im Bad Brückenauer Kursaal-Gebäude. „Zu Gast bei König Ludwig und Lola Montez“ heißt es hier regelmäßig im Rahmen des Kissinger Sommers.
An diesem Abend aber war keine Rede von der großen Welt, von den Reichen und Schönen und ihren Skandalen. Vielmehr präsentierte der fast 75-jährige Wahl-Österreicher – er wurde in Ingolstadt geboren –, am Piano begleitet von Otmar Binder, seinem Publikum im nicht ganz ausverkauften Haus Ausschnitte aus dem „Spiel des Lebens“. Das reichte von den „Kindern dieser sonderbaren Zeit“ über das Schwung und Selbstvertrauen spiegelnde „Jung san mer, fesch san mer“, von der Ankündigung des Alters (und dessen unerwünschten Folgen) über vergängliche Gefühle („Die Liebe kommt, die Liebe geht“) bis zu den alten Leuten, deren Welt klein wird.
In den Liedern und Texten, die der Burgschauspieler ausgewählt hatte, spiegelten sich melancholische Leichtigkeit und morbider Humor, eine mit Wiener Schmäh und ohne Boshaftigkeit oder Grantelei verharmloste Wirklichkeit.
Im zweiten Teil des Abends löste sich der vielseitige Künstler vom Mikrofonständer. Die Gebärden wurden temperamentvoller, offener, und die durchweg älteren Zuhörer dankten es ihm mit noch mehr Applaus für die Ohrwürmer im Langsamen-Walzer-Takt. Ganz klar war es ein – wie Heltau es selbst nannte - „verwienertes“ Programm, angereichert mit einigen wenigen Jacques-Brel-Chansons.
Michael Heltau verabschiedete sich, natürlich mit dem bekannten „Servus“, um dann, nach stehend gespendetem Beifall, noch „Mein allerletztes Glas“ und „Es ist vorüber, es kommt ein Abgang zuletzt“ anzuhängen.
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