aktualisiert: 05.07.2010 09:54 Uhr
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BAD KISSINGEN
Kissinger Sommer: Paganini in aller Bescheidenheit
Begeisterung um kurzfristig verpflichteten chinesischen Geiger Feng Ning
Mit der kurzfristigen Verpflichtung des chinesischen Geigers Feng Ning für die Münchner Gala beim Kissinger Sommer bewies Intendantin Kari Kahl-Wolfsjäger ein glückliches Händchen.
Ursprünglich hätte das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter seinem Chefdirigenten Mariss Jansons ein reines Orchesterprogramm ohne Solisten gegeben. Nachdem Jansons krankheitsbedingt abgesagt hatte, sprang der Finne Johan Storgaards als Gastdirigent ein. Zusätzlich holte man sich Feng Ning als Solisten.
Und der chinesische Geiger, der in den vergangenen vier Jahren beim Kissinger Sommer bereits mehrmals zu hören war, unter anderem 2009 bei der Kissinger Klang-Werkstatt, zeigte, dass er viel mehr war als eine notwendige Zusatzverpflichtung, um den Status des Konzerts auch ohne Jansons zu halten. Mit seiner Interpretation von Max Bruchs berühmtem erstem Violinkonzert bewies der 1981 in der Volksrepublik geborene Feng Ning im bestens besuchten Großen Saal des Kissinger Regentenbaus fantastisches technisches und expressives Können.
Ungeheuer satt und intensiv war sein Spiel auf der G-Saite. Und brillant brachte er sein Instrument in der Höhe zum Leuchten. Elegant und volltönend präsentierte er die virtuosen Passagen in den Ecksätzen, während er das kantable Adagio liedhaft blühend vortrug. So schmissig, so kräftig profiliert und so energisch spielte er das Finale, dass das Publikum völlig aus dem Häuschen war. In aller Bescheidenheit gab er die haarsträubend schwierigen Paganini-Variationen über „God save the Queen“ als Zugabe – grandios! Wie auch das BR-Orchester. Nicht nur beim Bruch-Konzert bewiesen die Musiker unter dem famos dirigierenden Storgaards, dass sie zu den international renommiertesten gehören.
Auch in Schumanns beliebter Frühlingssinfonie spielten sie versiert und entfalteten so den sinfonischen Kosmos des Erzromantikers, von der pathetischen Eingangsfanfare bis zum biedermeierlich verspielten Finale.
Ihren fulminanten Abschluss erhielt die Münchner Gala mit der zweiten Dreispitz-Suite von Manuel de Falla. In dem von iberischer Folklore geprägten, postimpressionistischen Stück glänzten insbesondere die Solobläser.
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