aktualisiert: 03.07.2008 16:17 Uhr
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BAD KISSINGEN
Kissinger Sommer:Rudolf Buchbinder als heroischer Kämpfer
Der Pianist und Sopranistin Mojca Erdmann beim Kissinger Sommer
Mit der Motette „Exsultate, jubilate“ KV 165 von Wolfgang Amadeus Mozart stellte sich bei der „Hamburger Klassikgala“ des Kissinger Sommers die junge Sopranistin Mojca Erdmann als eine gediegen ausgebildete, mit dezentem Charme gestaltende Künstlerin vor. Das von Dirigent Peter Ruzicka und den Hamburger Symphonikern eingeschlagene gemächliche Tempo strapazierte weder die Solistin noch das Orchester. So konnte der abschließende Halleluja-Jubel nicht aus Herzenslust erklingen, als wollte Ruzicka den gezähmt perlenden Koloraturen der Sängerin kein Leid antun. Sie wurde bisweilen vom Orchester übertönt, weshalb ihre Aussprache nicht immer deutlich genug zu verstehen war.
Beethovens Klavierkonzert Nr.5 Es-Dur op. 73 spielte Rudolf Buchbinder nach klassischem Ebenmaß ohne interpretatorische Eigenwilligkeiten. Der Wiener Pianist ging heroisch und kämpferisch mit dem gewaltigen Konzert um, manche Stellen gab er in versunkener Entspannung wieder. Das Orchester richtete sich festlich ein und war dem Pianisten ein zuverlässiger Partner. Buchbinder formulierte rhythmisch exakt, scheute sich nicht vor kräftigen Zugriffen, die der Beethovenschen Sprache sehr entgegenkamen. Die Sinfonie Nr. 4 e-Moll op. 98 von Johannes Brahms schloss den Konzertabend fulminant ab.
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