aktualisiert: 19.06.2008 16:15 Uhr
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BAD KISSINGEN
Kissinger Sommer: Verdi öffnete die Herzen
Festliche Operngala beim Kissinger Sommer
Agnes Baltsa hatte abgesagt. Dass die Festliche Operngala beim Kissinger Sommer dennoch ein Erfolg wurde, war das Verdienst der Sopranistin Ana Maria Martinez und des Tenors Klaus Florian Vogt, die für die griechische Mezzosopranisten eingesprungen waren. Auch Dirigent Johan Arnell, das Orchester der Ungarischen Staatsoper Budapest und die populäre Programmauswahl trugen zum Gelingen des Abends im Regentenbau bei.
Zwar hätte der vordergründig kultiviert klingenden Martinez ein lyrischer Tenor in den Duetten (wie bei „Vieni la sera“ aus Puccinis „Madame Butterfly“) besser zur Seite gestanden. Vogts Solos aber waren ein fulminantes Hörerlebnis. Außergewöhnlich seine exakte Artikulation, beeindruckend sein Klangvolumen, bravourös seine expressive dramatische Gestaltungsfähigkeit – vor allem, wenn seine Augen nicht am Notenblatt hingen wie bei Puccinis Arie des Dick Johnson „Ch'ella mi creda libero e lontano“.
War der Blick losgelöst, war Gänsehaut pur garantiert, wie bei der glanzvoll dargebotenen Arie „Im fernen Land“ aus Richard Wagners „Lohengrin“, auf die das spielfreudige Orchester mit dem mystischen Vorspiel zum ersten Akt einstimmte.
Eine Stärke von Ana Maria Martinez liegt in ihrer Fertigkeit, Töne im Pianissimo anzusetzen, sie zu entwickeln und aufblühen zu lassen, vor allem in den hohen Lagen. Wirkte sie bei Mozarts Fiordiligi-Arie „Per pieta, ben mio“ noch etwas gehemmt, öffnete sie ihr Herz bei der aufwühlenden Luisa-Arie „Tu puniscimi, o Signore“ von Verdi. Angenehm undramatisch und melancholisch anrührend interpretierte sie die Arien der Violetta „Addio del passato“ aus Verdis „La Traviata“ und der Mimi „Donde lieta“ aus Puccinis „La Boheme“. Drei Zugaben.
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