aktualisiert: 02.07.2009 14:17 Uhr
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BAD KISSINGEN
Kissinger Sommer: Wenn ein Lächeln kein Echo findet
Cellist Alban Gerhardt und die Tschechische Philharmonie in Kissingen
Dass Alban Gerhardt den ausverkauften Bad Kissinger Max-Littmann-Saal mit Robert Schumanns Cellokonzert a-Moll nicht zum Brodeln brachte, lag in der Natur des Werkes. Aber es lag nicht nur in der Natur des Werks, dass die Tschechische Philharmonie das Publikum mit Beethovens „Eroica“ nach der Pause mitriss, sondern auch am leidenschaftlichen Dirigenten Eivind Gullberg Jensen.
Auffällig war die Zurückhaltung des Orchesters bei der dunklen Cello-Rhapsodie, die Schumann 1850 komponierte. Die Tschechen musizierten höchst konzentriert, waren für Alban Gerhardt zwar solide, aber keine inspirierenden Begleiter. Beim lyrischen Intermezzo des langsamen Satzes erzeugte der erste Cellist zusammen mit Gerhardt die Illusion mehrstimmigen Spiels auf einem Cello. Doch Gerhardts kollegiales, anerkennendes Lächeln fand kein Echo.
Immer wieder suchte der Cello-Virtuose den Kontakt zum Orchester, aber seine Blicke erwiderte nur einer: Dirigent Jensen. An ihm entfachte Gerhardt sein Spiel, nutzte die gesanglichen Möglichkeiten seines Cellos, die ihm das oktavenreiche Werk Schumanns bot. Mit Souveränität und behänder Leichtigkeit schenkte der 1969 geborene Berliner dem Publikum als Zugabe die Etüde Moderato von Rostropowitsch.
Eine Kostprobe seiner einzigartigen Klangfarbe gab das Prager Orchester mit „Karneval in Paris“ des Norwegers Johann Severin Svendsen. Bei Beethovens „Dritter“ schien die Tschechische Philharmonie von Spielfreude und Temperament durchdrungen. Eivind Gullberg Jensen bändigte – auswendig dirigierend! – den voluminösen Klangkörper, peitschte auf, beruhigte, lotste sicher durch das großartige Werk.
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