aktualisiert: 23.10.2011 18:15 Uhr
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WÜRZBURG
Konzert in Würzburg: Der Klangkosmos von Michael Wollny
Jazz-Pianist sprengte im Würzburger Kulturspeicher wieder mal die Standards
Jazz-Pianist ist die Bezeichnung, die gerne zur Beschreibung des in Schweinfurt geborenen, an der Würzburger Hochschule für Musik ausgebildeten und seit langem in Berlin lebenden Michael Wollny verwendet wird. Dabei sprengen seine Kompositionen und Improvisationen gewohnte Jazz-Standards, wie bei seinem Konzert im Würzburger Kulturspeicher wieder einmal zu hören war.
Gleichberechtigt bezieht Wollny Klassik und Romantik in seinen Klangkosmos mit ein, scheut auch Anklänge ins Pop-Universum nicht und schafft doch aus all diesen Elementen etwas völlig Unverwechselbares, dem man sich mit Worten allenfalls annähern kann. Selbstverständlich beherrscht er die gesamte Bandbreite des Tastenrepertoires, spielt perfekt und ohne Effekthascherei mit dem Klangspektrum und zaubert mit spielerischer Leichtigkeit eine 50-minütige Jazz-Symphonie in den Kulturspeicher. Famos, virtuos, genial – Adjektive, die Wollnys Spiel nur unzulänglich beschreiben.
Beeindruckend sind seine fließenden, einander diskursiv widersprechenden Harmonien, die sich plötzlich in bester Dialektik auf neue dissonante Höhen schwingen, in denen das Ausgangsmaterial langsam verdämmernd nachhallt. Es ist die Rhythmik zwischen serieller und gleichzeitig unmerklich sich verändernder Tonalität sowie fast exstatischen Ausbrüchen, die die Zuhörer in höchster Anspannung hält – man könnte ja das nächste Wunder überhören. Alles klingt klar, transparent – und ist doch voller Geheimnisse und wundersamer Überraschungen.
Das Konzert war die Ouvertüre für das Würzburger Jazzfestival. Das geht am 29. und 30. Oktober über die Bühne des Felix-Fechenbach-Hauses. Vorverkauf: Tel. (09 31) 37 23 98.
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