aktualisiert: 29.01.2012 15:55 Uhr
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WÜRZBURG
Mäc Härder im Cutting-Studio
Neues Kabarettprogramm
Die kuriose Mischung macht's bei dem Kabarettisten Manfred Mäc Härder, auch in seinem neuen Programm „Radieschen von oben“. Im voll besetzten Würzburger Bockshorn lässt er weder seine Kindheit in „Wollbich“ bei Bad Neustadt aus noch seine Vorliebe für die fränkische Sprache. Zwischen Kalauern und Nachdenklichem nimmt er sich Zeit für sein Hobby, das Jonglieren. Mehrfach überschreitet der Wahl-Bamberger auch die Grenzen des guten Geschmacks, was manchen aber am besten gefällt.
Er kommt als Nachtwächter mit Dreispitz und dunklem Umhang, um über 2038 zu fabulieren. Da ist Merkel immer noch Kanzlerin, Gottschalk macht wieder „Wetten, dass . .?“, und beim Berlin-Marathon sind 58 000 Meldungen für den Rollator-Wettbewerb eingegangen.
Dann verwandelt er sich in einen eleganten Menschen im Silbersamtanzug mit roten Schuhen, macht sich über die Flut der Gedenktage lustig (Tag des Schluckaufs), über klassische Konzerte (65 Euro Eintritt, aber keine Show), über All-inclusive-Urlaube (der Franke sagt: „Die nächste Runde geht auf mich“) oder über Denglisch (Friseur ist „Cutting-Studio“). Da beim Metzger die Verkäuferin immer „Darf's ein bisschen mehr sein?“ sagt, bestellt er weniger. Nach der Pause lässt er die Zuschauer durch Summen abstimmen, was sie sehen wollen, etwa über seine Kindheit auf dem Bauernhof („bin alle vier Wochen zum Beichten, hat aber nur für zwei Tage gereicht“). Auch das unappetitliche „Wenn Männer ihre Tage hätten“ oder „König von Franken“ (spricht ohne p, t, k,) aus früheren Programmen findet Lacher. Mit einer letzten Zugabe nach zwei Stunden bezirzt Härder sein Publikum. Er jongliert im Dunklen mit rot schimmernden Kugeln.
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