publiziert: 11.12.2009 14:22 Uhr
aktualisiert: 11.12.2009 14:43 Uhr
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Meisterkonzert: Ergreifend Schönes von Mendelssohn

Leipziger Streichquartett beim Meisterkonzert

Einen packenden Auftritt lieferte das Leipziger Streichquartett im sehr gut besuchten Großen Saal der Würzburger Hochschule für Musik beim 3. Meisterkonzert der Musikalischen Akademie.

Zu den berührendsten Momenten des Konzerts gehörte der Beginn des Finales von Felix Mendelssohn Bartholdys a-Moll-Streichquartett von 1827. Es war von ergreifender Schönheit, wie profiliert der Erste Geiger Stefan Arzberger die rezitativische Melodie über dem Tremolo der anderen drei Musiker gestaltete. Dass es bei aller Detail-Arbeit gelang, die Mendelssohn'sche Großarchitektur anschaulich zu machen, war der wohldurchdachten Interpretation zu verdanken, deren Basis das hervorragende Zusammenspiel war.

Die Nationalhymne

Das wurde besonders im vorletzten und letzten Satz von Joseph Haydns sogenanntem Kaiserquartett von 1798 deutlich. Hier kosteten die Musiker die immer größere Erweiterung des tonartlichen Horizontes aus, die vom ursprünglichen C-Dur über a-Moll und A-Dur im Trio des Menuetts bis zum dramatischen c-Moll-Beginn des Finales führt. Diesen Presto-Schlusssatz präsentierten die Leipziger mit großer Virtuosität. So trugen nicht nur der Erste Geiger, sondern auch der Zweite Geiger Tilman Büning, Bratscher Ivo Bauer und Cellist Matthias Moosdorf die bei diesem Tempo enorm schwierigen Achteltriolen energisch und doch unangestrengt vor.

Dass das Quartett sich auch auf den liedhaften Tonfall versteht, bewies es mit dem zweiten Satz, dem das Kaiserquartett seinen Namen verdankt, weil seine Variationen auf der Haydn-Melodie „Gott erhalte Franz, den Kaiser“ basieren. Mittlerseile dient sie der heutigen deutschen Nationalhymne als Melodie.

Die vier Musiker glänzten in Robert Schumanns A-Dur-Quartett von 1842 vor allem durch großartige Kommunikation, so dass ihnen fantastische Tempo-Wechsel gelangen, nicht zuletzt im zweiten Satz. Die schwierigen Terzgriffe im Adagio spielte der Zweite Geiger präzise und edel, während sich das Quartett im burschikosen Finale wohlkalkulierter Ausgelassenheit hingab.

Als fällige Zugabe gab's, wunderbar durchsichtig vorgetragen, den Johann-Sebastian-Bach-Choral „Der Tag ist hin, die Sonne gehet nieder“ aus dem „Schemellischen Gesangbuch“ von 1736.

Von unserem Mitarbeiter Frank Kupke
    
    

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