aktualisiert: 02.07.2009 14:10 Uhr
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WÜRZBURG
Mozartfest: Seelengemälde einer Barock-Diva
Beifallsstürme für die Sopranistin Véronique Gens beim Mozartfest
Am Ende sang die als Barock-Diva berühmte Véronique Gens eine ihrer Glanz-Nummern: Als Zugabe des ersten ihrer zwei Konzerte im Rahmen des Würzburger Mozartfests gab die 43-Jährige das „Come scoglio“ aus „Cos? fan tutte“. Die Art und Weise, wie sie die Arie der Fiordiligi dem zunächst verzückt lauschenden und dann frenetisch Beifall spendenden Publikum im Kaisersaal der Residenz darbot, gereichte der französischen Sopranistin genauso zur Ehre wie die ungemein feurige Art überzeugte, mit der das Balthasar-Neumann-Ensemble unter dem Künstlerischen Berater des Würzburger Festivals, Thomas Hengelbrock, sie begleitete.
Liebevoll in den lyrischen Passagen und brillant in den Koloraturen schaffte die in Orléans geborene Véronique Gens das hohe B genauso unangestrengt wie die beachtlichen Tonsprünge, die ihre Partie hier zu bieten hat. Dass die Meisterin ihres Fachs auch eine ganz Große im Bereich dramatischer Gestaltung ist, bewies sie einmal mehr in zwei Konzertarien – in Beethovens „Ah! perfido“ und Haydns „Berenice, che fai“. Ein ganzes Seelengemälde entwarf sie vor dem geistigen Auge ihrer Zuhörer. In den rein instrumentalen Programmpunkten setzte Hengelbrock vor allem auf das Mittel des Kontrastes.
In Haydns früher D-Dur-Sinfonie Nr. 56 gelangen dem Balthasar-Neumann-Ensemble wahre Glücksmomente. Bei Mozarts „Haffner-Sinfonie“ gaben sie das Finale grandios flott und spritzig. Dass Hengelbrock auch anders kann, bewies er mit den einfühlsam organisch gestalteten Linien des Andantes und dem volksliedhaften Tonfall des Menuetts.
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