publiziert: 05.07.2009 14:12 Uhr
aktualisiert: 05.07.2009 14:29 Uhr
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Mozartnacht: Mit einem reizendem Lächeln

Die zwei Mozartnächte in der Würzburger Residenz bediente viele Geschmäcker

Es gibt Musikliebhaber, die den großen, vollen Orchesterklang bevorzugen. Da sind aber auch die, die eher die Transparenz kleiner Ensembles schätzen, und dann gibt es solche, die sich an der Virtuosität von Solisten berauschen können. Bei den Mozartnächten des Würzburger Mozartfesten war alles im Angebot.

Die zweimal dargebotene Mozartnacht in mehreren Räumen der Würzburger Residenz bot ein breit gefächerten Programm, zum Teil mit Komponisten, die nur dem Fachmann etwas sagen, und mit Instrumenten, die aus dem Strudel der Vergangenheit herübergerettet wurden. So trat in der Hofkirche, passend zu deren dunkler Schönheit, das United Continuo Ensemble auf, ein Trio, das neben Viola da Gamba und Cembalo eine Theorbe erklingen ließ, eine großdimensionierte Basslaute, die der Flötistin Annie Laflamme die Grundierung für Jean- Martin Hotteterres Suite in e-Moll legte.

Im Mittelpunkt des Wandelkonzertes stand das Nederlands Kamer- orkest, dem der nach einem heftigen Regenguss drückend heiße Kaisersaal vorbehalten war. Dort war es die zierliche Geigerin Alina Ibragimova, die bei Wolfgang Amadeus Mozarts Sinfonia concertante Es-Dur für Violine und Viola jeden ihrer Läufe in höchste Höhen mit einem reizenden Lächeln untermalte. Partner an der Viola war Gordan Nicolic, der das Orchester auch leitete. Christoph Willibald Glucks „Danse des Furies“ wurde für die Niederländer zur Herausforderung, weil Nicolic den Musikern ein bemerkenswert hohes Tempo abverlangte.

Die Mozartnacht war aber auch eine planerische Aufgabe. Für die Musiker, weil sie ihre Programmteile gleich zweimal interpretieren mussten, für die Besucher, weil gleichzeitig auch im Gartensaal, Fürstensaal und Ingelheimsaal gespielt wurde. Wer alle Solisten hören wollte, etwa die Harfenistin Silke Aichhorn oder Masha Dimitrieva am Hammerklavier, musste in den vier Stunden schon gut zu Fuß sein, konnte sich aber mit Sekt oder einem Bier stärken.

Kaum hatte Mozartfest-Leiter Christian Kabitz gegen 22.30 Uhr am Freitag mit Bedauern erklärt, dass das geplante Feuerwerk im Garten „wegen Feuchtigkeit“ ausfallen müsse, fing es draußen trotzdem zu krachen an. Es war das Kiliani-Feuerwerk, und die meisten Leute strömten hinaus vor die Residenz. Erst nach dem letzten lauten Donnerschlag präsentierten die Niederländer, stehend im Vestibül, ihre Haydn-Zugabe, die wegen der Nachhall-Akustik im Treppenhaus noch voller ertönte.

Von unserem Mitarbeiter Hans-Jürgen Grellmann
    
    

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