publiziert: 23.04.2012 17:47 Uhr
aktualisiert: 23.04.2012 18:08 Uhr
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Parkway Drive erfrischen auch Würzburg

Die australische Band begeistert mehr als 1500 Fans in der Posthalle mit beinahe schon melodischem Metalcore
  • Nicht nur Geplärre: Winston McCall, Sänger von Parkway Drive, in der Würzburger Posthalle.
    Foto: Silvia Gralla
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Schnell, laut, rau, rebellisch, anarchisch beinah – so mag's der protestwillige Jugendliche halt gern. Und ist immer dann zu hundert Prozent am rechten Fleck, wenn die Metalcore-Karawane Halt macht in der Stadt. Diesmal in der Würzburger Posthalle. Es kommen mehr als 1500 Fans dieses ebenso brachialen wie unkomplizierten Metals moderner Prägung. Sie sehen zunächst dreimal, vor allem bei The Ghost Inside, wie man's schlecht macht, und anschließend bei Parkway Drive, dem australischen Schwergewicht der Branche, wie Krach richtig gut hinzubekommen ist.

Das mit dem Metalcore ist so eine Sache. Irgendwann Ende der Neunziger begann die härtere Rockmusik, sich vom Grunge-Geschrammel zu erholen, drohte aber schnell wieder, sich selbst mit gegenseitigen Kopien zu ersticken. Was Neues musste her. Doch von Heavy über Power über Thrash über Death – nur wenigen Metallern gelang der Sprung über den eigenen Schatten.

Begeisternde 75 Minuten

Bis diese jungen Menschen kamen, sich nicht um Klischees von Haarlänge und Kleidung scherten, gleichermaßen bunt sich anzogen und sämtliche Musikstile mixten. Herauskam Metalcore, an dem schon in der Achtzigern herumexperimentiert, der aber erst vor ein paar Jahren richtig populär wurde.

Die Zeit, in der Parkway Drive das Laufen lernten: 2003 ging's los, und die Jungs haben sich bis heute ihre Rohheit bewahrt. Mit dem nötigen Selbstbewusstsein ob ihrer musikalischen Fähigkeiten legen sie in Würzburg einen begeisternden, sauber abgemischten 75-Minuten-Auftritt hin.

Was Luke Killpatrick und Jeff Ling an den Gitarren rumfingern, geht weit über Hardcore-Gedresche hinaus, Judas-Priest-angehauchte Riffs und einige erstaunlich filigrane Soli heben sich wohltuend aus der Szene-Masse ab. Das hat fast schon Melodie. Winston McCall plärrt nicht nur unstrukturiert ins Mikro, wechselt dosiert zwischen Screams und Growls. Gespannt darf man sein, wann auch Parkway Drive den Klargesang für sich wiederentdecken. So viele Kapellen machen's ja aktuell im Death-, Brutal- und Core-Metier vor, kaum dass sie nach oben gespült werden.

Überhaupt droht die Hardcore-Szene die Fehler der Metal-Welt mit langweiligen Stereotypen zu wiederholen. Immer das gleiche Gepose (warum müssen die Sänger immer ein Bein irgendwo aufstützen und mit dem Ellbogen wackeln?), immer die gleichen Tattoos bei Musikern und Fans (der ganze Arm muss es auch beim spindeldürren 16-jährigen Mädchen schon sein), immer die gleichen Klamotten (nein, schief aufgesetzte Baseball-Caps und weite, knielange Trainingshosen waren noch nie schick). Jungs und Mädels, passt auf, dass Euch die Originalität nicht zu schnell abgeht. Denn noch hat's was Erfrischendes, das Publikum im Circle-Pit durchdrehen zu sehen bei Knallern wie „Unrest“, „Romance is dead“ oder „Anasasis“. Nur warum muss McCall gefühlte 450 Mal am Abend „Fuck“ sagen?

Von unserem Redaktionsmitglied Michael Bauer
    
    

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Die neuesten Kommentare

Sludig667 (5 Kommentare) am 25.04.2012 12:37

\,,/(-_-)\,,/

Es ist ja schonmal schön, das überhaupt über so ein Konzert berichtet wird. Die richtig guten Konzerte der härteren Stilrichtung in Würzburg kann man ja an einer Hand abzählen(manchmal sogar die Zuschaueranzahl grinsen ).
Aber das das ganze dann in eine wenig gelungene Szenebeschreibung abdriftet ist mehr als bitter. Hier wird mit dann mit plakativen Phrasen und Unkenntniss aufgetrumpft.
*Oberlehrermode On*
Metalcore ist die Reduktions des Metals auf das wesentliche. Gitarrensolis und ähnliches sind also meistens nicht vorhanden bzw. sehr kurz gehalten.
*Oberlehrermode Off*
Es hätte mich gefreut, wenn auch vor ca. nem Monat über die Progression Tour berichtet worden wär, da spielten u.a. HSB, welche als die Urväter dieser Metalrichtung gelten.
Oder vor nem Jahr, wo Callejon vor ca. 150-200 Hanseln gespielt haben.
Also strengt euch mal nen bißchen an. zwinkern
(0)
madrix (1 Kommentare) am 24.04.2012 13:31

Selten so ein Artikel gelesen...

... und das mein ich nicht im positiven Sinne.

Hatte ja nach dem Leitsatz die Hoffnung auf einen guten, informativen Artikel, aber wurde leider massiv enttäuscht.

War bei dem Konzert live dabei, und frage mich grade echt: Wann haben den bitte die Vorbands ihre Sache schlecht gemacht? Gerade TGI, welche ja im Artikel als schlecht beschrieben werden, war für mich einer der Höhepunkte des Abends neben PWD. Zudem: TGI als Vorband zu bezeichnen hat für mich schon etwas erniedrigendes in meinen Augen. Co-Headliner würde es da wohl schon ehr treffen.

Zudem hätte ich mich über einen Artikel gefreut, der sich wirklich mit dem Konzert beschäftigt, und sich nicht nach dem ersten Absatz über die Szene auslässt...
Stoff gab es ja wohl genug für einen informativen Artikel. Angefangen bei den Vorbands Confessions und Miss May I, welche beide schon für sich eine gute Show abgeliefert haben bis hin zu den Fans, die wohl alle offentsichtlich auf ihre Kosten kamen.

"Überhaupt droht die Hardcore-Szene die Fehler der Metal-Welt mit langweiligen Sterotypen zu wiederholen." Wird nun etwa PWD in die Hardcore-Ecke geschoben?
Zudem ist es ja vielleicht auch gerade das "immer gleiche gepose", dass die Massen begeistert und die Fans in Scharen zu den Auftritten der Bands pilgern lässt.

Eigene Meinung und erlaubte Kritik hin und her, etwas mehr Objektivität hätte sich meiner Meinung hier wirklich gut gemacht.
(1)
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