aktualisiert: 03.08.2008 16:20 Uhr
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BAYREUTH
Richard-Wagner-Festspiele: Bayreuth bejubelt neues Traumpaar
Stephen Gould und Linda Watson begeistern in „Götterdämmerung“
(dpa) Der Ring ist geschmiedet – und Bayreuth bejubelt ein neues Traumpaar. Mit einer musikalisch begeisternden „Götterdämmerung“ ist bei den Bayreuther Festspielen der Vierteiler „Der Ring des Nibelungen“ zu Ende gegangen. Rund 20 Minuten lang feierte das Publikum am Samstagabend im Festspielhaus frenetisch die Akteure, besonders Stephen Gould als Siegfried und Linda Watson als Brünnhilde.
Mit einer herausragenden Interpretation prägten die beiden US-amerikanischen Künstler diesen „Ring“ – Gould mit reifem, schön dahinfließendem, nur selten in den Höhen forciertem Tenor, Watson mit ihrem differenzierten, emotional berührenden und enorm kräftigen Sopran. Hans-Peter König als machtvoll-finsterer Hagen war die ideale Ergänzung. Auch Ralf Lukas als Gunther, Edith Haller als Gutrune, Andrew Shore als Alberich und Christa Mayer als Waltraute trugen ihren Teil zu der gelungenen Aufführung bei.
Ovationen erntete – wie in Bayreuth schon gewohnt – Dirigent Christian Thielemann für seine transparente, sehr kontrolliert wirkende Interpretation mit dem Festspielorchester, dem ein paar kleine Ausrutscher gern nachgesehen wurden. Großer Jubel galt dem Chor unter der Leitung von Eberhard Friedrich, während Regisseur Tankred Dorst und seine an der Regie beteiligte Partnerin Ursula Ehler sich neben viel Beifall auch deutliche Buh-Rufe anhören mussten.
Mit der „Götterdämmerung“ ist der Zyklus der diesjährigen Premieren in Bayreuth abgeschlossen worden. Der „Ring“ steht bis zum 28. August noch zweimal auf dem Spielplan. Außerdem gibt's weitere Vorstellungen der Wagner-Opern „Parsifal“, „Tristan und Isolde“ sowie „Die Meistersinger von Nürnberg“. Der Blick richtet sich aber schon nach vorn. 2009 wartet auf die Wagner-Freunde dasselbe Programm wie heuer. Eröffnet werden die Festspiele am 25. Juli mit der Wiederaufnahme von „Tristan und Isolde“ (Regie Christoph Marthaler). Es folgen Katharina Wagners „Meistersinger von Nürnberg“, Dorsts „Ring“ sowie Stefan Herheims „Parsifal“. 2010 verlässt Marthalers „Tristan“ die Bühne, dafür kommt ein neuer „Lohengrin“ (Regie Hans Neuenfels, dirigieren soll Andris Nelson).
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